Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 18.06.2015

Falscher Steuerbescheid Wann gibt es Geld zurück?

Jedes Jahr legen mehrere Millionen Steuerzahler Einspruch gegen ihren Steuerbescheid ein – die meisten mit Erfolg. So gehen Sie vor:
Steuern Steuererklärung Erstattung Steuerzahler

Niemand verschenkt gerne Geld, wer keine Steuererklärung abgibt, tut aber genau das

"Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ein Einspruch angebracht ist", erklärt Christina Georgiadis von der Vereinigten Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH) aus Neustadt an der Weinstraße. Schließlich müssten Hunderttausende Steuerprofis in Deutschland unzählige Vorschriften und sich ständig ändernde Gesetze überblicken – da seien Fehler und Meinungsverschiedenheiten an der Tagesordnung.
 
Gründe für falschen Steuerbescheid
Zwei Gründe sind hauptverantwortlich dafür, dass so viele Steuerbescheide falsch sind:

1. Abweichung von der Steuererklärung: Fehler im Steuerbescheid entstehen oft durch Zahlendreher, falsche Berechnungen oder übersehene Kosten. Darüber hinaus kann es bei der elektronischen Datenübermittlung zu Übertragungsfehlern kommen.

2. Abweichung durch andere Rechtsauffassung: Manchmal ist der Fiskus anderer Auffassung als der Steuerberater bzw. der Steuerzahler und erkennt aufgeführte Kosten nicht an. Häufig passiert dies bei Werbungskosten und außergewöhnlichen Belastungen – die wichtigsten Steuersparquellen bei Privatpersonen. Meistens legt der Finanzbeamte das Steuerrecht anders aus. Sind Sie anderer Meinung, sollten Sie Einspruch gegen die ablehnende Haltung des Finanzamts einlegen.

So widersprechen Sie dem falschen Steuerbescheid

Der Einspruch muss dies binnen eines Monats ab dem Ausstellungsdatum des Steuerbescheids erfolgen. Formale Vorgaben, wie der Einspruch gegen den Steuerbescheid auszusehen hat, gibt es nicht. Er bedarf lediglich der Schriftform, eine E-Mail oder ein Fax genügen. „Außerdem ist es möglich, dem Finanzbeamten per Telefon den Einspruch zu diktieren“, ergänzt Georgiadis. Eine Begründung könne später nachgereicht werden.


4-Wochen-Frist verpasst?

Wenn Sie nachweisen, dass Sie die Einspruchsfrist unverschuldet versäumt haben, etwa wegen einer schweren Krankheit, beantragen Sie "Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand (§110 Abgabenordnung)". Antrag und Einspruch gegen den Steuerbescheid müssen dann einen Monat nach "Wegfall des Hinderungsgrundes" beim Fiskus vorliegen. Bei reinen Flüchtigkeitsfehlern, so genannte offenbare Unrichtigkeiten, können Sie noch innerhalb von vier Jahren eine Berichtigung des Steuerbescheids beantragen. Das gleiche gilt, wenn nachträglich Tatsachen oder Beweismittel bekannt werden.
Geldsparen-Tipp: Lehnt der Fiskus Ihren Einspruch ab, können Sie innerhalb eines Monats nach Ablehnung vor dem Finanzgericht Klage einreichen.

Änderung statt Einspruch

Aber Vorsicht: Bei einem Einspruch gegen den Steuerbescheid wird das gesamte Verfahren neu aufgerollt. Hier drohen Nachteile, wenn die Finanzbeamten großzügig gewährte Posten wieder streichen. Dies müssen die Sachbearbeiter aber ankündigen. Sie können dann abwägen und den Einspruch wieder zurückziehen!
Alternative: Bei kleineren Berechnungsfehlern vermeiden Sie das Wort Einspruch und stellen stattdessen einen "Antrag auf Änderung des Steuerbescheids" (§172 (1) AO). Dann darf der Finanzbeamte nur die bemängelte Position prüfen.
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de kümmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor tätig.

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