Birgit Müller
Ein Beitrag von Birgit Müller, 10.12.2015

Spenden Flüchtlingsspenden in der Steuererklärung

Horst Biallo sammelt Kleider, Schuhe und Decken für Flüchtlinge und spendet seit Jahren etliche tausend Euro. Spenden an Flüchtlinge genießen derzeit Steuer-Sonderstatus.
Spenden Flüchtlingsspenden in der Steuererklärung

Geldspenden sind ein beliebtes Weihnachtsgeschenk an die Allgemeinheit

Spenden für Flüchtlinge nachweisen: Das Finanzamt belohnt Geldspenden in der Steuererklärung und zeigt sich dabei derzeit besonders gnädig, wenn es um die Flüchtlingshilfe geht. So können zwar Spenden wie bisher als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgezogen werden, um das zu versteuernde Einkommen zu drücken. Für Geldspenden an die Flüchtlingshilfe gilt jedoch der "vereinfachte Zuwendungsnachweis". Das hat das Bundesfinanzministerium in einem Schreiben (Az.IVC4–S 2223/07/0015:015) bekanntgegeben und bedeutet: Um die Spenden in der Steuererklärung im Mantelbogen auf Seite 2, Zeilen 45 bis 56. einzutragen, genügt es grundsätzlich, wenn man eine Kopie des Kontoauszuges beifügt. Dieser kann ganz einfach aus dem Onlinebanking gezogen werden oder über Bareinzahlungsbelege des Kassenschalters bei der Bank oder Sparkasse belegt werden.
 

Sonderregelung für Flüchtlingsspenden

Vorerst im Zeitraum 1. August 2015 bis 31. Dezember 2016 gilt zudem keine Beitragsbeschränkung für Flüchtlingsspenden. "Ähnliche Regelungen gab es schon häufiger, wie zum Beispiel bei der Hochwasserkatastrophe 2013 oder des Erdbebens in Nepal", sagt Uwe Rauhöft, Geschäftsführer vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
 
Sonst gilt: Spenden sind bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte als Sonderausgaben absetzbar. "Wer mehr spendet, kann den übersteigenden Betrag in das nächste Jahr übertragen, also im Folgejahr in der Steuererklärung absetzen, bis die 20 Prozent wieder voll sind", sagt Rauhöft.

• Spenden über 200 Euro: Ansonsten gilt für Spenden über 200 Euro, dass sogar der Originalbeleg, die sogenannte "Zuwendungsbestätigung" beim Finanzamt samt Steuererklärung eingereicht werden muss. Diese sollte Ihnen die gemeinnützige Organisation automatisch per Post zukommen lassen. Ansonsten, fragen Sie explizit danach.

• Spenden unter 200 Euro: Spenden bis 200 Euro können Sie sonst hinge-gen ebenso leicht absetzen. Hier gilt ein "vereinfachter Nachweis" wie derzeit für die Flüchtlingsspenden. Als Nachweis dient zum Beispiel der von der Bank abgestempelte Einzahlungsbeleg, der Kontoauszug oder der PC-Ausdruck beim Online-Banking.

• Spenden bis 100 Euro: Für Spenden unter 100 Euro gibt es keine spezielle gesetzliche Regelung. Freilich sollte der Steuerzahler oder die Steuerzahlerin immer Belege als Nachweis einreichen. In manchen Bundesländern werden aber vom Finanzamt für Spenden unter 100 Euro, außerhalb der Sonderregelung für Flüchtlingsspenden, nicht einmal Belege eingefordert. Der Steuerzahler oder die Steuerzahlerin sollten versuchen die Anerkennung schriftlich nachzuweisen. Dafür kann es genügen, eine Auflistung der einzelnen Spenden und deren Empfänger in einem Dokument zu erstellen. Ob das Finanzamt dies jedoch anerkennt, ist nicht garantiert und bleibt in Ermessensache des jeweiligen Finanzamts.

• Grundsätzlich können auch Mitgliedsbeiträge und Aufnahmegebühren gemeinnütziger Organisationen als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Fördert der Verein oder die Organisation aber "freizeitnahe" gemeinnützige Zwecke, darf er keine Zuwendungsbestätigung ausstellen. Damit ist der Mitgliedsbeitrag auch nicht absetzbar. Aber was ist freizeitnah? Dazu gehören beispielsweise Sport-, und Gesangsvereine, Spielmannszüge, Kleingärtner, Tierzucht wie der Hasenzuchtverein und Karnevalsvereine. Jecken schauen also in die Röhre.

Geldsparen.de-Tipp: Prüfen Sie dafür, ob die Organisation, an die das Geld fließt, zu den steuerbegünstigten Sammlern gehört. Sonst muss man nachweisen, dass das Geld auch wirklich in die Flüchtlingshilfe geflossen ist.

 

Den Lohn spenden

Wer Arbeitnehmer ist und seinen Arbeitgeber bittet, einen Teil seines Bruttogehalts zugunsten der Flüchtlingshilfe zu spenden, muss darauf weder Lohnsteuer noch Sozialversicherung entrichten. "Das lohnt sich also für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen", sagt der Experte. Zusätzlich kann dieser Betrag aber nicht noch in der Steuererklärung zur Senkung des zu versteuernden Einkommens angegeben werden.
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