Von Michael Schreiber, 12.01.2014

Steuern sparen Hobby bei der Steuererklärung angeben

Hobbys verursachen teils hohe Kosten. Wie man den Fiskus daran beteiligen kann und auf welche Fallstricke Familien bei der Steuererklärung achten müssen, erfahren Sie hier.
Steuern sparen Hobby bei der Steuererklärung angeben

Hobbyfotografen können ihre Leidenschaft danke Steuererklärung absetzen

Kunsthandwerk, Reiseschriftstellerin oder Pferdezucht – alles schöne Beschäftigungen, wären da nicht die unliebsamen Kosten. Damit kann bald Schluss sein, denn unter bestimmten Bedingungen sponsert Sie Vater Staat, wenn Sie die Kosten entsprechend in der Steuererklärung angeben.

Voraussetzung:
Man hat Einnahmen, mit denen sich das unrentable Hobby steuersparend verrechnen lässt. Allerdings sollten sich betroffene Familien auf kritischere Fragen der Finanzbehörde einstellen, als das in der Vergangenheit der Fall war.

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Steuererklärung - Wichtig für das Finanzamt

Drücken die Finanzbeamten dem Sparmodell erst den Stempel der Liebhaberei auf, so der offizielle Begriff, sind sämtliche Steuerersparnisse gestrichen – bereits gewährte Vorteile müssen zurückgezahlt werden. Wer es dagegen schafft, den Fiskus davon zu überzeugen, dass er mit seiner Tätigkeit unter dem Strich Profit erzielen will, hat gewonnen. Für Familien gilt es, den Finanzbeamten davon zu überzeugen, dass ihre Aktivität langfristig Geld in die Kasse anspielt (Gewinnerzielungsabsicht).

Das erhöht Ihre Chancen bei der Steuererklärung

Unternehmer können bei dieser Prüfung Pluspunkte verbuchen, wenn sie ihre Gewinnchancen mit fundierten Expertisen, Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Marktuntersuchungen untermauern oder auf entstandene Verluste konsequent mit einer neuen Marktstrategie reagieren. Von Vorteil ist es durchaus, wenn das entsprechende Familienmitglied eine professionelle Ausbildung in der Tasche hat, etwa als Fotograf oder Kunsthandwerker.

Steuererklärung - Vorsicht vor Liebhaberei

Nur ein schmaler Grat trennen An- und Aberkennung beim Finanzamt. Permanente Verluste oder offenkundige private Motive, etwa Familienmitglieder zu begünstigen oder ein kostspieliges Hobby zu finanzieren, sind für das Finanzamt wichtige Kriterien. Die Beamten erkennen die Verluste in den ersten Jahren meist nur vorläufig an und warten erst einmal ab. Wie lang die Geduld des Finanzamtes währt, hängt vom Einzelfall ab. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, dass jedem Unternehmer eine Anlaufphase von mindestens fünf Jahren zugebilligt werden muss.

Sind auch danach keine Gewinne in Aussicht, werden die Beamten zunehmend ungemütlicher. Sie fordern ein schlüssiges Betriebskonzept, um die Verluste einzudämmen und auf absehbare Zeit in die schwarzen Zahlen zu kommen.

Ob Kunstgalerie, Einzelhandel, Spezialitätenrestaurant oder Weingut – für die Finanzbeamten ist wichtig, dass der Betrieb professionell geführt wird. Gute Karten haben deshalb Steuerzahler, die auf andauernde rote Zahlen mit geeigneten Gegenmaßnahmen reagieren, etwa mit Sondertilgungen auf Kredite.
 
Achtung bei der Steuererklärung

Wie viel Verluste sind bei der Steuererklärung erlaubt und wie können Sie sich im Notfall wehren, wenn der Fiskus diese streichen will? Kommt der Finanzbeamte zu dem Schluss, dass das Steuersparmodell nur Liebhaberei sei, ist es mit der steuerlichen Ersparnis vorbei und bereits gewährte Vorteile müssen zurückbezahlt werden.

Hier können Sie aktuelle Urteile nachlesen

Ein Künstler wie van Gogh, der zu Lebzeiten kein einziges Bild verkaufte, wäre für deutsche Finanzbeamte und Richter wohl „Liebhaber“ im steuerlichen Sinne gewesen.
  • Ein Pferdehandel kann von Anfang an als Liebhaberei zu behandeln sein, wenn der Betrieb nach der Art der Bewirtschaftung überhaupt nicht in der Lage war, nachhaltige Gewinne abzuwerfen. (FG Niedersachsen, Urteil vom 18.4.2013 – 11 K 138/12)
  • Verluste, die ein Hobby-Autor wegen der Veröffentlichung eines Buches mit Kurzgeschichten erzielt, sind steuerlich nicht anzuerkennen. (FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 14.8.2013, Az. 2 K 1409/12)
  • Wer als Maler, Bildhauer oder Fotograf eine künstlerische Ausbildung nachweist, an Ausstellungen teilnimmt oder ein eigenes Atelier betreibt, kann auch nach einer elfjährigen Verlustphase Gewinnerzielungsabsicht haben. (BFH-Urteil vom 6.3.2003, XI R 46/01)
  • Ein Verlust bringendes Weingut ist steuerlich unerheblich, wenn es primär aus Passion oder familiärer Tradition betrieben wird. (BFH-Urteil vom 14.7.2003, IV B 81/01)
     

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