Auch Freiberufler und Selbstständige haben Anspruch auf Elterngeld. Damit Sie kein Geld verschenken, sollten Sie die wichtigsten Fakten kennen.
Elterngeld Hilfen für Mütter und Väter

Auch Freiberufler und Selbstständige unterstützt Vater Staat

Die Rahmenbedingungen für Selbstständige sind beim Elterngeld auf den ersten Blick vergleichbar mit denen für Angestellte: Mütter und Väter erhalten maximal 14 Monate lang Elterngeld vom Staat, wenn sie im Bezugsraum nicht mehr als 30 Stunden in der Woche arbeiten. Die Höhe des Elterngeldes beträgt je nach Höhe des Einkommens zwischen 65 und 67 Prozent des Nettoeinkommens vor der Geburt. Haben Sie weniger als 1.000 Euro im Monat verdient, bekommen Sie außerdem einen Geringverdienerbonus.

Elterngeld für Selbstständige: Der Einkommensnachweis

Als Nachweis für das Einkommen von Selbstständigen und Freiberuflern gilt der letzte Steuerbescheid. Die Ausnahme: Mutter und/oder Vater, die den Antrag auf Elterngeld stellen, waren nicht das ganze Jahr selbstständig. Dann werden die letzten zwölf Monate vor der Geburt des Kindes als Bemessungszeitraum genommen. Sie waren bereits Ihr eigener Chef und Ihr Kind kommt im Frühjahr 2013 auf die Welt? Dann dient der Steuerbescheid für 2012 als Bemessungsgrundlage. Ist der noch nicht eingegangen, wird erst einmal der Steuerbescheid 2011 zur Bemessung heran gezogen. Allerdings wird das Elterngeldes danach nur vorläufig festgelegt und ausgezahlt. Der Steuerbescheid 2012 muss der Elterngeldstelle nachgereicht werden.

Sind die Einnahmen 2012 im Vergleich zu 2011 gestiegen oder gesunken, kann auch das Elterngeld nachträglich korrigiert werden. Im besten Fall bekommen Sie etwas mehr ausgezahlt, im blödesten Fall müssen Sie zurück zahlen! Es lohnt sich daher, wenn möglich z.B. Steuervorauszahlungsbescheide, Bilanzen oder Einnahmen-Überschuss-Rechnungen für 2012 der Elterngeldstelle mit einzureichen. Danach können die Beamten die zu erwartende Höhe des Elterngeldes genauer berechnen.

Wie hoch ist das Elterngeld für Selbstständige?

Selbstständige bekommen maximal 67 Prozent ihres vorherigen Gewinnes als Elterngeld ausgezahlt. Das heißt als Ausgangsgröße für die Bemessung der Elterngeldhöhe zählen nicht die eingegangenen Rechnungsgelder, sondern nur das, was nach Betriebsausgaben (z.B. Miete, Anschaffungen), Steuern und eventuell Pflichtbeiträgen für Sozialversicherungen (z.B. Beiträge zu berufsständischen Versorgungswerken, Künstlersozialkasse etc.) übrig bleibt. Bei der Berechnung des Gewinnes zählt das „Zufluss-Prinzip“, d.h. alle Gewinne, die in dem entscheidenden Zeitraum auf dem Konto landen. Wann das Geld erarbeitet wurde, ist Nebensache.

Ein (legaler) Weg, das Elterngeld für Selbstständige etwas zu erhöhen, ist daher dafür zu sorgen, dass der Gewinn im Bemessungszeitraum möglichst hoch ist. Kommt z.B. ein Kind im März auf die Welt, ist es für das Elterngeld deutlich günstiger, wenn zu erwartende Rechnungen noch im Dezember des Vorjahres ausgezahlt werden. Kostspielige Ausgaben wie z.B. einen neuer Computer, könnte man dagegen eher auf das Neue Jahr vertagen, denn vorher würde es nur den Gewinn drücken. Allerdings berücksichtigt die Elterngeldstelle maximal einen Gewinn von 2.700 Euro vor der Geburt, deswegen können auch Selbstständige wie Angestellte höchstens 1.800 Euro Elterngeld bekommen.

Wie wirken sich Einnahmen für Selbstständige beim Elterngeld aus?

Selbstständige dürfen auch in der Zeit, in der sie Elterngeld beziehen, 30 Stunden im Monat arbeiten und dazu verdienen. Allerdings muss das bei der Elterngeldstelle angeben werden. Andernfalls kann es Geldbußen geben. Gehen Rechnungsbeträge im Bezugszeitraum auf dem Konto ein, müssen Sie außerdem mit Abzügen rechnen. Als Faustregel gilt: Das Elterngeld beträgt 65 bis 67 Prozent der Differenz zwischen dem Durchschnittseinkommen vor der Geburt und während der Elterngeldzeit. Beispiel: Wenn Sie vor der Geburt rund 2.000 Euro verdient haben und in der Elterngeldzeit nicht arbeiten, bekommen Sie 65 Prozent von 2.000 Euro.

Machen Sie monatlich weiterhin auch während der Elterngeldzeit 1.000 Euro Gewinn, bekommen Sie nur 65 Prozent von 1.000 Euro. Ein ebenfalls legaler Trick, um hier etwas mehr herauszuschlagen: Legen Sie ohnehin geplante Ausgaben gezielt in die Elterngeldzeit. Denn diese Ausgaben gehen von Ihrem monatlichen Gewinn ab und schmälern unter dem Strich die Abzüge.

Beantragen Mutter und Vater Elterngeld, lohnt es sich auch, abzusprechen, ob „Rechnungs-Pausen“ sinnvoll sind. Ein Beispiel: Bei einem Paar ist die Mutter selbständig. Kommt das Kind im Juli auf die Welt, könnte die Mutter Juli bis Dezember Elterngeld beantragen, der Vater plant seine Vätermonate im Januar und Februar ein und die Mutter beantragt wiederum von März bis September Elterngeld. Stellt die Selbständige ihre Rechnungen nun so, dass die Beträge im Januar und Februar oder nach September eingehen, sind sie nach dem Zufluss-Prinzip für die Elterngeld-Berechnung nicht relevant und sie verhindert Abzüge.

Elterngeld für Selbstständige – die Ausnahmen

Sie gehören zu den Glücklichen, die trotz Selbständigkeit Mutterschaftsgeld von ihrer Krankenkasse beziehen? Dann verkürzt sich die Zeit, in der Sie Elterngeld beziehen werden, um ungefähr zwei Monate. Denn das Mutterschaftsgeld wird sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt bezahlt. Diese zwei Monate nach der Geburt müssen Sie beim Antrag auf Elterngeld zwar als Bezugsmonate angegeben, Elterngeld fließt jedoch gar nicht oder nur in sehr geringem Maße, weil beide Zuschüsse miteinander verrechnet werden.

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Kristina Junker mein Name ist Kristina Junker. Ich habe Journalistik studiert. Bei Geldsparen.de bin ich Ihre Spezialistin für Themen rund um Haushalt, Kinder und kreative Sparideen.

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