Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 11.10.2015

KapitalertrĂ€ge Fleißarbeit trotz Abgeltungsteuer

Eigentlich sollte sich nach EinfĂŒhrung der Abgeltungsteuer die SteuererklĂ€rung fĂŒr KapitalertrĂ€ge weitgehend erĂŒbrigen. Doch viele Anleger mĂŒssen weiterhin die Anlage KAP ausfĂŒllen. Was Sie dazu wissen mĂŒssen:
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Die SteuererklÀrung ist lÀstig, kann aber auch digital via Elster abgegeben werden

Seit Beginn der Abgeltungsteuer 2009 ĂŒberweisen die Finanzinstitute 25 Prozent der vereinnahmten Zins- und Kursgewinne sowie Dividenden und FondsausschĂŒttungen (plus SolidaritĂ€tszuschlag und Kirchensteuer) automatisch an das Finanzamt. Theoretisch soll damit die Steuerschuld abgegolten sein und der Steuerpflichtige kann auf die Abgabe der „Anlage KAP – EinkĂŒnfte aus Kapitalvermögen“ bei der SteuererklĂ€rung verzichten. Hat der Bankkunde seinem Geldhaus einen Freistellungsauftrag erteilt, so berĂŒcksichtigt dieses zudem die jĂ€hrlichen SparerpauschbetrĂ€ge von 801 Euro fĂŒr Ledige oder 1.602 Euro fĂŒr Ehegatten.
Doch die Abgeltungsteuer hat TĂŒcken, die zum Teil sehr hinterhĂ€ltig sind. Steuerexperten raten deshalb, nicht auf die Abgabe der Anlage KAP zu verzichten. Wer keine KapitalertrĂ€ge geltend macht, kann Geld verschenken oder unbeabsichtigt zum SteuersĂŒnder werden – zum Beispiel dann, wenn die Bank nichts davon weiß, dass man auslĂ€ndische KapitalertrĂ€ge vereinnahmt hat.
Tipp 1: ErklÀrungspflicht bei auslÀndischen Konten

Die Abgabe der Anlage KAP ist Pflicht, wenn man KapitalertrĂ€ge auf auslĂ€ndischen Konten vereinnahmt. In diesem Fall fĂŒhrt die Bank nicht von sich aus Abgeltungsteuer ans Finanzamt ab. Der Steuerpflichtige muss die ErtrĂ€ge in seiner SteuererklĂ€rung angeben. Ein hĂ€ufig auftretender Fall hierfĂŒr sind thesaurierende Fonds, die von einer auslĂ€ndischen Fondsgesellschaft aufgelegt wurden. Die ErtrĂ€ge daraus muss man selbst gegenĂŒber dem Finanzamt erklĂ€ren und die fĂ€llige Abgeltungsteuer gegebenenfalls nachzahlen.

Tipp 2: Steuerbonus durch GĂŒnstigerprĂŒfung


Liegt der persönliche Steuersatz unter 25 Prozent, kann sich das AusfĂŒllen der Steuerformulare lohnen. Denn in diesem Fall sinkt auch der Steuersatz fĂŒr die Abgeltungsteuer. Wer KapitalertrĂ€ge ĂŒber dem Sparerpauschbetrag von 801 Euro erwartet (Verheiratete das Doppelte), der sollte eine GĂŒnstigerprĂŒfung beim Finanzamt beantragen. Dazu benötigt man die Jahressteuerbescheinigung von der Bank. Liegt die individuelle Steuerbelastung unter der von der Bank einbehaltenen Abgeltungsteuer, erstattet das Finanzamt die Differenz. Als Faustregel gilt eine Einkommensgrenze von 15.500/31.000 Euro (Single/Ehepaare) pro Jahr.

Tipp 3: Zu niedriger Freistellungsauftrag


Die ErklĂ€rung der KapitalertrĂ€ge ist sinnvoll, wenn man bei einer Bank keinen oder einen zu geringen Freistellungsauftrag erteilt hat. Dann fĂŒhrt das Institut automatisch zu viele Steuern ans Finanzamt ab. Diese kann man ĂŒber die SteuererklĂ€rung zurĂŒckholen.

Tipp 4: Verschiedene Depots

Die SteuererklĂ€rung lohnt sich fĂŒr all jene, die angefallene Verluste und Gewinne innerhalb verschiedener Bankdepots miteinander verrechnen wollen. Dazu benötigt man die Verlustbescheinigung der Bank, die mit der SteuererklĂ€rung beim Finanzamt eingereicht wird. Die Finanzbeamten berechnen die Abgeltungssteuerlast dann nachtrĂ€glich neu und erstatten zu viel gezahlte Steuern.

Tipp 5: Bankspesen


Zwar können Anleger keine Werbungskosten fĂŒr ihre Geldanlagen mehr geltend machen, doch angefallene Bankspesen beim An- und Verkauf von Wertpapieren sind wie bisher von den Gewinnen abziehbar. Die Kosten werden in der „Anlage SO“ geltend gemacht.
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de kĂŒmmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor tĂ€tig.

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Leserkommentare

 

17.10.2015 13:39 Uhr
Jens-H. Schulz: Bankspesen?
Die Bankspesen werden m.E. nach bereits bei der Ermittlung eines Veräußerungsgewinnes/verlustes berücksichtigt. Warum muss dies nochmal in der Anlage SO angegeben werden und wo?


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