Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 25.06.2015

Steigende Bauzinsen Anschlussfinanzierung - jetzt oder später?

Die Zinswende beim Baugeld ist in vollem Gange. Die Konditionen klettern stramm nach oben. Was hei√üt das f√ľr die Anschlussfinanzierung?
Steigende Bauzinsen Anschlussfinanzierung - jetzt oder später?

Sicherheit oder Risiko? Steigen die Bauzinsen, sollte man sich jetzt den niedrigen Satz sichern

Zehnj√§hrige Standarddarlehen kosten heute ein halbes Prozent mehr als vor zwei Monaten. Eine Baufinanzierung √ľber 250.000 Euro verteuerte sich deshalb um rund 100 Euro im Monat. Eigent√ľmer mit auslaufender Erstfinanzierung stehen vor der Frage, schnell handeln und mittels Forward-Darlehen die noch g√ľnstigen Konditionen sichern? Oder besser Warten bis zum Ende der Zinsbindung und auf sinkende Zinsen hoffen?

Anschlussfinanzierung: Warten bedeutet Unsicherheit

Gehen Sie die Anschlussfinanzierung z√ľgig an, k√∂nnen Sie die im langj√§hrigen Vergleich nach wie vor sehr g√ľnstigen Konditionen weiterhin festschreiben. Das sichert eine preiswerte Anschlussfinanzierung und erm√∂glicht eine z√ľgige Tilgung. Allerdings sind bei einer Vorlaufzeit von mehreren Jahren Forward-Aufschl√§ge f√§llig. Warten Sie hingegen bis die Erstfinanzierung endet, besteht die Unsicherheit, dass sie nicht wissen, wo die Zinsen dann stehen. In ein oder zwei Jahren k√∂nnen sie deutlich h√∂her liegen als heute, aber auch niedriger. Der Vorteil besteht lediglich darin, dass Sie bei sp√§terem Abschluss der Anschlussfinanzierung keine Forward-Aufschl√§ge zahlen. Um einsch√§tzen zu k√∂nnen, welche Entscheidung die bessere ist, sollten Sie einige Beispielszenarien durchrechnen.
Szenario 1: Bleiben die Zinsen gleich oder sinken sie wieder, ist der Fall klar. Das Abwarten bis zum Zinsbindungsende ist die bessere Wahl, denn Sie zahlen dann keine Forward-Aufschl√§ge f√ľr die Anschlussfinanzierung.

Szenario 2:
Steigen die Zinsen jedoch, √§ndert sich das Bild. Angenommen, die Konditionen klettern um einen Prozentpunkt pro Jahr. Ein zehnj√§hriges Standarddarlehen kostet nach zw√∂lf Monaten nicht mehr 1,75 Prozent Zinsen wie heute, sondern 2,75 Prozent. F√ľr eine f√§llige Anschlussfinanzierung √ľber 100.000 Euro m√ľssten Sie dann monatlich 312,50 Euro zahlen. Schlie√üen Sie hingegen bereits jetzt die Anschlussfinanzierung ab, sichern Sie sich den aktuellen Zins von 1,75 Prozent. Zuz√ľglich 0,12 Prozent Forward-Aufschlag kostet Sie die Anschlussfinanzierung nur 1,87 Prozent Zinsen, die Monatsrate bel√§uft sich auf 239 Euro – 73 Euro weniger bei abwartender Haltung.

• Hintergrund: Da viele Kreditinstitute f√ľr die ersten sechs Monate auf Bereitstellungszinsen verzichten, beinhaltet die Rechnung nur Forward-Aufschl√§ge von 0,2 Prozent √ľber sechs Monate. Zu diesen Banken z√§hlen zum Beispiel ING-Diba, Comdirect und Sparda Bank M√ľnchen.

Szenario 3: Endet die Erstfinanzierung erst in 24 Monaten, kann es sein, dass Baufinanzierungen bereits zwei Prozent teurer sind als heute. Bringen Sie die Anschlussfinanzierung erst im Juni 2017 unter Dach und Fach, zahlen Sie also bereits 3,75 Prozent Sollzins, die Monatsrate steigt auf knapp 396 Euro – ein schlechtes Gesch√§ft. Besser ist es, bereits jetzt ein Forward-Darlehen zu 1,75 Prozent abzuschlie√üen und daf√ľr 0,36 Prozent Forward-Aufschlag in Kauf zu nehmen. Die Anschlussfinanzierung kostet dann nur 2,11 Prozent Zinsen, die Kreditrate betr√§gt rund 259 Euro – eine Ersparnis von 137 Euro!

Geldsparen-Tipp: Manche Kreditinstitute verzichten bis zu zwölf Monate auf Forward-Aufschläge, das verringert den Zinsaufschlag. Zu diesen Banken zählen zum Beispiel die Santander Bank, 1822 direkt und die PSD Bank Rhein-Ruhr. Die Allianz Versicherung verzichtet bei Neubauten bis zu zehn Monate auf Bereitstellungszinsen.
 
Fazit
Sollte der Zinstrend weiter nach oben zeigen, sind schnellentschlossene Eigent√ľmer klar im Vorteil. Die vergleichsweise geringen Forward-Aufschl√§ge verursachen nur minimale Mehrkosten bringen aber im Gegenzug deutliche Finanzierungssicherheit. Auf ein erneutes Absacken der Bauzinsen Richtung alter Tiefstst√§nde sollten Eigent√ľmer nicht hoffen, denn wesentliche Indikatoren wie Konjunktur, Inflationsrate und √Ėlpreis tendieren nach oben, auch der Leitzins d√ľrfte √ľber kurz oder lang nachziehen. Eine abwartende Haltung empfiehlt sich nur, wenn Sie glauben, dass die Zinsen nicht weiter steigen.
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de k√ľmmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor t√§tig.

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