Von Wolfgang Thomas Walter und Sabina Hoerder, 15.12.2016

Weihnachtseinkäufe Sicher bezahlen im Internet

Einkaufen im Internet ist bequem. Vom Buch bis zur gebratenen Gans - es gibt kaum etwas, was es nicht online gibt. Wie Sie sicher bezahlen:
Weihnachtseinkäufe Sicher bezahlen im Internet

Weihnachtsgeschenke werden häufig vom Paketboten gebracht

Eine der wichtigsten Fragen beim Einkaufen im Internet ist: Wie bezahle ich sicher, schnell und zuverl√§ssig? Viele Online-H√§ndler stellen mehrere Zahlm√∂glichkeiten zur Wahl. Ein √úberblick √ľber g√§ngige Methoden und deren Vor- und Nachteile:

Rechnung

Besonders beliebt bei Kunden ist die Rechnung. Verst√§ndlich, ist es doch die transparenteste und kundenfreundlichste Zahlungsmethode – Kunden bekommen die Ware, k√∂nnen diese pr√ľfen und dann bezahlen. Das Problem: Nur die Minderheit der H√§ndler bietet mittlerweile noch diese Zahlungsmethode an. Zu gro√ü ist das Risiko von Zahlungsausf√§llen.

Kreditkarte

H√§ufig anzutreffen ist hingegen die Zahlung per Kreditkarte. Das geht schnell und ist bequem. Der K√§ufer gibt Kartentyp, Kreditkartennummer, G√ľltigkeit der Karte und Sicherheitsziffern ein – fertig. Nachteil: Das Geld ist weg. Eine Kreditkartenzahlung ist mit einer Barzahlung vergleichbar. Sollte die bestellte Ware nicht oder fehlerhaft ankommen, m√ľssen K√§ufer ihrem Geld m√∂glicherweise hinterherlaufen. Das Kreditkarteninstitut darf in einem solchen Fall kein Geld zur√ľckbuchen.

Lastschrift

Verbrauchersch√ľtzer raten daher zur Zahlung per Lastschrift. Vorteil: Bei Problemen mit der Lieferung oder etwaigen Reklamationen k√∂nnen Kunden notfalls das Geld von ihrer Bank zur√ľckbuchen lassen. Innerhalb von sechs Wochen ist dies m√∂glich.

Allerdings: Wer per Lastschrift oder Kreditkarte im Internet bezahlt, gibt Daten im Netz preis, etwa Kreditkartennummer, Pr√ľfziffern, Kreditinstitut und G√ľltigkeitsdauer der Karte. Sobald Sie Daten im Internet eingeben, sollten Sie darauf achten, dass diese verschl√ľsselt √ľbertragen werden. Das erkennen Sie am „s“ hinter dem „http“ sowie am geschlossenen Vorh√§ngeschloss vor der Internetadresse.

Tipp:
Pr√ľfen Sie regelm√§√üig die Abbuchungen auf Ihrem Kreditkarten-Konto.


Vorkasse

Wer den Rechnungsbetrag hingegen vorab an den Verk√§ufer √ľberweist, muss zwar keine Kontodaten im Internet angeben. Allerdings besteht hier keine M√∂glichkeit, das Geld zur√ľckbuchen zu lassen. Zudem wird der H√§ndler die Ware erst losschicken, wenn das Geld eingegangen ist.

Sofort√ľberweisung

Schneller kommt man an seine Bestellung beispielsweise per Sofort√ľberweisung.¬†Denn wie der Name verr√§t, erh√§lt der H√§ndler sofort die Nachricht, ob er mit dem Geld rechnen und die Ware in die Post geben kann. Der Kunde verwendet seine normalen Online-Banking-Zugangsdaten, gibt sie jedoch weder bei seiner Bank noch beim H√§ndler, sondern auf der Plattform der Sofort AG ein. Ein Benutzerkonto ist nicht n√∂tig. Der H√§ndler bekommt dann eine Nachricht, ob der Vorgang erfolgreich war. Die Online-Banking-Daten erh√§lt er nicht. Bei welcher Bank der Kunde ist, spielt keine Rolle. Das Unternehmen versichert, dass das Verfahren hohen Sicherheitsstandards entspricht. Einige H√§ndler bieten in Verbindung mit der Sofort√ľberweisung einen K√§uferschutz an. Sollte die Ware nicht geliefert werden, k√∂nnen Kunden ihr Geld zur√ľckerhalten.

Tipp:
Ist Ihnen der K√§uferschutz wichtig, sollten Sie genau darauf achten, ob er f√ľr Ihren Einkauf tats√§chlich gilt. Widerrufen k√∂nnen Sie eine Sofort√ľberweisung nicht.

Paypal

Mittlerweile Standard beim Einkauf im Internet sind spezielle Bezahldienste wie Paypal. Zwar m√ľssen sich Kunden beim jeweiligen Online-Bezahldienst erst registrieren, geben aber ihre Bankdaten nur einmal im Internet preis – und nicht in jedem x-beliebigen Online-Shop. Alle k√ľnftigen Geldtransaktionen beim Online-Shopping regelt dann der jeweilige Dienst. Die √úberweisungsvorg√§nge sind elektronisch verschl√ľsselt und werden im Lastschriftverfahren abgewickelt oder √ľber das Kreditkartenkonto. Ein weiteres Plus: Paypal bietet einen K√§uferschutz, falls die bestellte Ware nicht ankommt oder nicht der Beschreibung entspricht.

Doch Vorsicht: Auch hier gibt es Ausnahmen. So sind beispielsweise Autos, Gutscheine und individuell gefertigte Produkte vom Paypal-Käuferschutz ausgenommen.

Giropay

Auch Banken und Sparkassen haben mit Giropay einen gemeinsamen Bezahldienst ins Leben gerufen. Giropay funktioniert √§hnlich wie die Sofort√ľberweisung, wurde jedoch von der Kreditwirtschaft selbst entwickelt. K√§ufer geben ihre sensiblen Bank-Daten direkt in ihrem vertrauten Online-Banking ein. Nutzen k√∂nnen es beispielsweise Kunden der Sparkassen, Volksbanken Raiffeisenbanken, PSD Banken, der DKB, Postbank und Comdirect.

W√§hrend des Bezahlvorgangs werden Kunden direkt auf das Online-Banking ihrer Bank weitergeleitet. Dort melden sie sich wie gewohnt an und sehen gleich das vorausgef√ľllte √úberweisungsformular. Ist die TAN eingegeben, erh√§lt der H√§ndler direkt eine Best√§tigung und kann die Eink√§ufe versenden. Kosten fallen f√ľr Giropay nicht an. Einen K√§uferschutz gibt es nicht. Der Zahlungsauftrag kann nicht widerrufen werden.

Ebenfalls von Banken und Sparkassen gegr√ľndet wurde das Bezahlsystem Paydirekt. Kunden der teilnehmenden Banken k√∂nnen sich in ihrem Online-Banking kostenlos hierf√ľr anmelden und bezahlen dann per Benutzername und Passwort. Paydirekt bietet einen K√§uferschutz an.

Nachnahme

Geld gegen Ware – das klingt fair. Klingelt der Paketbote an der T√ľr, √ľberreichen Sie ihm den Rechnungsbetrag und erhalten im Gegenzug Ihr Paket. F√ľr eine Nachnahme-Sendung fallen allerdings Kosten an, f√ľr die man weniger Sicherheit erh√§lt, als viele meinen. Denn was in dem Paket drin ist und ob die Ware h√§lt, was der H√§ndler versprochen hat, kann der Kunde an der Haust√ľr noch nicht beurteilen.

Gut zu wissen: Kunden haben keinen Anspruch auf ein bestimmtes Zahlverfahren. Auch d√ľrfen H√§ndler f√ľr bestimmte Zahlarten in einem gewissen Rahmen Geb√ľhren verlangen - beispielsweise f√ľr die Kreditkartenzahlung. Die Verbraucherzentralen weisen jedoch darauf hin, dass es auch immer eine g√§ngige kostenlose Zahlm√∂glichkeit geben muss.


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