Von Brigitte Watermann, 07.08.2017

Gefahr V-Pay Wo Sie mit Ihrer Girocard im Urlaub kein Geld bekommen

In manchen Ländern kann man mit Geldkarten, die das V-Pay-Logo tragen, kein Geld abheben. Worauf Reisende achten sollten.
Gefahr V-Pay Wo Sie mit Ihrer Girocard im Urlaub kein Geld bekommen

Spuckt der Geldautomat kein Geld aus, muss das nicht am Kontostand liegen. Auch die V-PAy-Technologie kann der Grund sein.

Je länger und ausgefallener die Familienreise wird, desto vielfältiger sollten die Geldkarten im Portemonnaie sein. In Europa reicht es zwar, die Girocard (früher EC-Karte) der Hausbank mitzunehmen. Wird auf eigene Faust in ein ausgefalleneres Reiseziel geflogen, sollten Familien mindestens eine Kreditkarte dabeihaben. Denn manche Karten sind mit einem Sicherheitssystem ausgestattet, das Auszahlungen in manchem Ausland unmöglich macht.  Mit einem Mix aus Bargeld und Bank- oder Kreditkarte sind Sie also unterwegs immer gut versorgt.

Tipp: Vor Reiseantritt sollten Sie bei Ihrer Bank nachfragen, ob Sie in Ihrem Urlaubsland ein Auslandslimit für Bargeldauszahlungen haben – aus Sicherheitsgründen kann das der Fall sein. Dann sollten Sie ihre Karte für die Dauer Ihres Auslandsaufenthaltes freischalten lassen.

Geld abheben und bezahlen können Sie mit einer Girocard mit Maestro-Logo oder einer Kreditkarte fast überall auf der Welt. Aufpassen sollten Bankkunden, die Girokarten mit V-Pay-Logo besitzen.

Maestro und V-Pay - was dahinter steckt

Der Kreditkartenanbieter Mastercard hat das "Maestro"-System, der Konkurrent Visa das "V-Pay". Beide Systeme ermöglichen im Ausland das bargeldlose Bezahlen mit Pin und Karte in Geschäften und Restaurants sowie Geldabheben.

"Als Faustregel gilt: Ihre V PAY Bankkarte können Sie nur in europäischen Ländern nutzen", heißt es auf der Website von Visa. Bankkarten, auf denen das V-Pay-Logo zu sehen ist, funktionieren daneben auch noch in Anrainerstaaten wie der Türkei, aber auch in Israel. Geht es woanders hin, sollte man daher aufpassen, lieber bei seiner Bank nochmals nachfragen – und sicherheitshalber auch eine Kreditkarte ins Portmonnaie stecken.

In diesen Ländern funktioniert die V-Pay-Karte nicht

Geht die Reise dagegen ins außereuropäische Ausland, etwa in die USA, Thailand, Brasilien, Mexiko, Marokko oder Tunesien, funktioniert die V-Pay-Karte nicht unbedingt, auch wenn es auf der Visa-Website heißt: "Mit V PAY kann in ganz Europa und oft auch weltweit im Handel bezahlt und Bargeld am Automaten abgehoben werden." Es kann daher vorkommen, dass Kunden verblüfft vor dem Geldautomaten stehen und enttäuscht sind, dass sie kein Geld bekommen.
    Karte Anbieter  
1.  
VisaCard
2.  
comdirect VISA-Karte
3.  
VISA Card
Datenstand: 16.08.2017
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
Hintergrund: V-Pay verzichtet auf den sicherheitsanfälligen Magnetstreifen und arbeitet mit einer EMV-Chiptechnologie. Die Abkürzung EMV steht für die drei großen Kartenorganisationen Europay, Mastercard und Visa. Innerhalb des europäischen Zahlungsverkehrsraums SEPA werden bereits seit Anfang 2011 alle Kartentransaktionen ausschließlich über die EMV-Technologie abgewickelt, in vielen anderen Ländern ist das noch nicht der Fall.

Bankkarten, die mit dem Magnetstreifen auf der Rückseite funktionieren, sind anfälliger für das sogenannte Skimming: Kriminelle kopieren zum Beispiel über Aufsätze an Geldautomaten den Inhalt des Magnetstreifens, spähen mit Mini-Kameras dann die Geheimzahl der Kunden aus – und überspielen die Daten flugs an ihre Komplizen. Dann lassen sich damit im außereuropäischen Ausland unter Umständen Geldbeträge vom Konto abheben. „Seit der Produkteinführung von V PAY 2007 ist kein einziger Betrugsfall durch Skimming aufgetreten", heißt es nicht ohne Stolz bei Visa. Und noch einen Vorteil hat das System: "V PAY als Chip-basiertes Bezahlverfahren schließt den Missbrauch mit gefälschten Kartendubletten aus. Geldautomaten erkennen das Fehlen des Chips und akzeptieren die Dublette nicht mehr."

Mindestens eine Kreditkarte muss ins Gepäck

Das hohe Maß an Sicherheit geht aber mit einem eingeschränkten Aktionsradius der Karte einher. Bei Reisen ins außereuropäische Ausland ist es daher zwingend ratsam, mindestens eine Kreditkarte dabei zu haben – und sich den PIN der Kreditkarte gut zu merken, damit man mit ihr im Notfall Geld abheben kann.

Was die Kreditkarte so wertvoll macht

Mit einer Kreditkarte können Verbraucher im In- und Ausland in Restaurants oder im Handel bezahlen, außerdem mit der dazugehörigen Pin am Automaten Geld ziehen. Das verfügte Geld wird in aller Regel nicht sofort dem Girokonto belastet, sondern zumeist einmal monatlich auf einen Schlag. Kreditkarten - anders als Girocards – sind allerdings oft nicht umsonst, sondern kosten eine Jahresgebühr. Gerade im außereuropäischen Ausland ist es allerdings nahezu unerlässlich, eine Kreditkarte dabei zu haben. Wer etwa in den USA einen Mietwagen nehmen möchte, hat ohne Kreditkarte keine Chance.

Die Kosten für den Karteneinsatz variieren


Wer eine Girocard oder Kreditkarte auf Reisen nutzt, muss damit rechnen, für den Karteneinsatz Gebühren zu zahlen. Dabei kommt es darauf an, ob die Karte innerhalb oder außerhalb der Eurozone verwendet wird und ob sie zum Geldabheben oder Bezahlen genutzt wird. In den Euroländern ist der Einkauf mit der Girocard kostenlos, andernorts kostet es etwa ein Prozent vom Umsatz, das Abheben mit der Girocard im Ausland kostet ebenfalls meistens eine Gebühr.

Mit der Kreditkarte einzukaufen, ist in der Eurozone ebenfalls ohne Zusatzgebühren möglich, außerhalb wird ein Auslandseinsatzentgelt von ein bis zwei Prozent vom Umsatz verlangt. Geld am Automaten ziehen mit der Kreditkarte ist dagegen womöglich deutlich teurer: In Euroländern kann das zwei bis vier Prozent kosten. In den anderen Ländern kommt noch die Gebühr für den Auslandseinsatz hinzu.

Diese Banken verzichten bei ihrer Kreditkarte auf Auslandsgebühren

Es gibt allerdings einige Direktbanken, die auf Gebühren für den Bargeldbezug im Ausland verzichten: die ING-Diba und die Volkswagenbank immerhin in den Euroländern. Bei DKB und Comdirect können Kunden sogar weltweit kostenlos abheben - erhebt allerdings der Automatenbetreiber selbst eine Gebühr und zeigt diese am Automaten an, wird diese nicht erstattet. Auch die Sparcard der Postbank kann eine gute Wahl beim Geldabheben sein. "4 Auslandsabhebungen pro Konto und Jahr sind an über 2 Mio. Geldautomaten mit dem VISA-Plus Symbol entgeltfrei. Sollte ein lokaler Geldautomatenbetreiber gesonderte Gebühren für die Nutzung verlangen, wird Ihnen dies vorher angezeigt", so die Postbank. Für die schönste Zeit des Jahres können vier Abhebungen reichen, wer öfters verreist, braucht wohl zusätzlich ein anderes Zahlungsmittel. Früher hatte die Sparcard übrigens zehnmal pro Jahr kostenlos Auszahlungen an Automaten im Ausland ermöglicht.

Tipp: Lesen Sie hier, was geschehen kann, wenn im Ausland die Kreditkarte gehackt wird.
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Leserkommentare

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05.03.2016 13:21 Uhr
Setzer Andreas: Korrektur
Bei meiner letzten Brasilienreise Jan 2016 konnte ich am Flughafen und einem weiteren Geldautomaten in einem Einkaufszentrum auch mit V-Pay abheben


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