Von Brigitte Watermann, 23.07.2014

Gefahr V-Pay Wo Sie mit Ihrer Girocard im Urlaub kein Geld bekommen

In manchen LĂ€ndern kann man mit Geldkarten, die das V-Pay-Logo tragen, kein Geld abheben. Darauf sollten Familien achten, damit der Urlaub kein Reinfall wird.
Gefahr V-Pay Wo Sie mit Ihrer Girocard im Urlaub kein Geld bekommen

In LÀndern wie Mexiko könnte Ihre Geldkarte am Automaten streiken

Je lĂ€nger und ausgefallener die Familienreise wird, desto vielfĂ€ltiger sollten die Geldkarten im Portemonnaie sein. In Europa reicht es zwar, die Girocard (frĂŒher EC-Karte) der Hausbank mitzunehmen. Wird auf eigene Faust in ein ausgefalleneres Reiseziel geflogen, sollten Familien mindestens eine Kreditkarte dabeihaben. Denn manche Karten sind mit einem Sicherheitssystem ausgestattet, dass Auszahlungen in manchem Ausland unmöglich macht. 
Der Kreditkartenanbieter Mastercard hat das "Maestro"-System, der Konkurrent Visa das "V-Pay". Beide Systeme ermöglichen im Ausland das bargeldlose Bezahlen mit Pin und Karte in GeschÀften und Restaurants sowie Geldabheben. Deutsche Karteninhaber können V-Pay aktuell bei 8,5 Millionen HÀndlern und an 395.000 Geldautomaten in Europa nutzen.

Bankkarten, auf denen das V-Pay-Logo zu sehen ist, funktionieren aber nur innerhalb der EU und einigen anderen europĂ€ischen LĂ€ndern wie der Schweiz sowie Anrainerstaaten wie Island, Norwegen, San Marino, Serbien, der TĂŒrkei und in dem Vatikanstaat. „V-Pay-Karteninhaber, die Andorra, Bosnien Herzegowina, Gibraltar, Israel, Kroatien, Liechtenstein, Monaco und Montenegro besuchen wollen, sollten sich vor Reisebeginn mit ihrer kartenausgebenden Bank in Verbindung setzen und vergewissern, ob ihre V-Pay-Karte in diesen LĂ€ndern eingesetzt werden kann“, rĂ€t V-Pay-Sprecher Matthias Adel.

In diesen LĂ€ndern funktioniert die V-Pay-Karte nicht

Geht die Reise dagegen ins außereuropĂ€ische Ausland, etwa in die USA, Thailand, Brasilien, Mexiko, Marokko oder Tunesien, funktioniert die V-Pay-Karte nicht – man kann sie getrost daheim lassen. Viele Kunden stehen daher oft verblĂŒfft vor dem Geldautomaten und sind enttĂ€uscht, dass sie kein Geld bekommen.

Alle Kreditkarten im Check

Hier finden Sie Kreditkarten mit und ohne V-Pay-Logo
 
Hintergrund: V-Pay verzichtet auf den sicherheitsanfĂ€lligen Magnetstreifen und arbeitet mit einer EMV-Chiptechnologie. Die AbkĂŒrzung EMV steht fĂŒr die drei großen Kartenorganisationen Europay, Mastercard und Visa. Innerhalb des europĂ€ischen Zahlungsverkehrsraums SEPA werden bereits seit Anfang 2011 alle Kartentransaktionen ausschließlich ĂŒber die EMV-Technologie abgewickelt, in vielen anderen LĂ€ndern ist das noch nicht der Fall.

Bankkarten, die mit dem Magnetstreifen auf der RĂŒckseite funktionieren, sind anfĂ€lliger fĂŒr das sogenannte Skimming: Kriminelle kopieren zum Beispiel ĂŒber AufsĂ€tze an Geldautomaten den Inhalt des Magnetstreifens, spĂ€hen mit Mini-Kameras dann die Geheimzahl der Kunden aus – und ĂŒberspielen die Daten flugs an ihre Komplizen. Dann lassen sich damit im außereuropĂ€ischen Ausland unter UmstĂ€nden GeldbetrĂ€ge vom Konto abheben. „Mit V-Pay kann das nicht passieren“, bekrĂ€ftigt Adel.

Mindestens eine Kreditkarte muss ins GepÀck

Das hohe Maß an Sicherheit geht mit einem deutlich eingeschrĂ€nkten Aktionsradius der Karte einher. Bei Reisen ins außereuropĂ€ische Ausland ist es daher zwingend ratsam, mindestens eine Kreditkarte, eventuell auch alternative Zahlungsmittel wie Reiseschecks dabei zu haben – und sich den PIN der Kreditkarte gut zu merken, damit man mit ihr im Notfall Geld abheben kann.

Was die Kreditkarte so wertvoll macht

Mit einer Kreditkarte können Verbraucher im In- und Ausland in Restaurants oder im Handel bezahlen, außerdem mit der dazugehörigen Pin am Automaten Geld ziehen. Das verfĂŒgte Geld wird in aller Regel nicht sofort dem Girokonto belastet, sondern zumeist einmal monatlich auf einen Schlag. Kreditkarten - anders als Girocards – sind allerdings oft nicht umsonst, sondern kosten eine JahresgebĂŒhr. Gerade im außereuropĂ€ischen Ausland ist es allerdings nahezu unerlĂ€sslich, eine Kreditkarte dabei zu haben. Wer etwa in den USA einen Mietwagen nehmen möchte, hat ohne Kreditkarte keine Chance.
 

Die Kosten fĂŒr den Karteneinsatz variieren


Wer eine Girocard oder Kreditkarte auf Reisen nutzt, muss damit rechnen, fĂŒr den Karteneinsatz GebĂŒhren zu zahlen. Dabei kommt es darauf an, ob die Karte innerhalb oder außerhalb der Eurozone verwendet wird und ob sie zum Geldabheben oder Bezahlen genutzt wird. In den EurolĂ€ndern ist der Einkauf mit der Girocard kostenlos, andernorts kostet es meist ein Prozent vom Umsatz, mindestens etwa einen Euro, hat Finanztest ermittelt. Das Abheben mit der Girocard im Ausland kostet ebenfalls ein Prozent von der abgehobenen Summe, mindestens 3,50 Euro, manchmal auch mehr.

Mit der Kreditkarte einzukaufen, ist in der Eurozone ebenfalls ohne ZusatzgebĂŒhren möglich, außerhalb wird laut Finanztest ein Auslandseinsatzentgelt von ein bis zwei Prozent vom Umsatz verlangt. Geld am Automaten ziehen mit der Kreditkarte ist dagegen womöglich deutlich teurer: In EurolĂ€ndern kann das zwei bis vier Prozent mindestens jedoch fĂŒnf bis 7,50 Euro kosten. In den anderen LĂ€ndern kommt noch die GebĂŒhr fĂŒr den Auslandseinsatz hinzu.

Diese Banken verzichten bei ihrer Kreditkarte auf AuslandsgebĂŒhren

Es gibt allerdings einige Direktbanken, die auf GebĂŒhren fĂŒr den Bargeldbezug im Ausland und die AuslandseinsatzgebĂŒhr verzichten: Die DKB und die Comdirect weltweit, die ING-Diba und die Volkswagenbank direkt immerhin in den EurolĂ€ndern. Kunden dieser Banken heben ihr Bares daher lieber mit der Kreditkarte ab. Nach Meinung von Finanztest ist auch die Sparcard der Postbank eine gute Wahl beim Geldabheben. Sie ermöglicht es Reisenden, zehnmal jĂ€hrlich kostenlos an 1,9 Millionen Automaten im Ausland Geld zu ziehen.

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Leserkommentare

 

05.03.2016 13:21 Uhr
Setzer Andreas: Korrektur
Bei meiner letzten Brasilienreise Jan 2016 konnte ich am Flughafen und einem weiteren Geldautomaten in einem Einkaufszentrum auch mit V-Pay abheben


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