Max Gei├čler
Ein Beitrag von Max Gei├čler, 27.07.2015

Neues Gesetz Dispokredite bald billiger?

├ťberh├Âhte Dispozinsen stehen schon lange in der Kritik. Ein Gesetz soll helfen, die Dispokosten einzud├Ąmmen. Verbrauchersch├╝tzer halten wenig davon.
Neues Gesetz Dispokredite bald billiger?

H├Ąufig ist der Urlaub auf Pump finanziert - Postkarten sind hingegen g├╝nstig zu haben

Haben Sie sich auch schon ├╝ber hohe Dispozinsen ge├Ąrgert? Manche Bank kassiert bis zu 14 Prozent, obwohl sich die Kreditinstitute das Geld fast umsonst bei der Zentralbank leihen k├Ânnen. Die Bundesregierung will nun einschreiten und sagt Wucherzinsen den Kampf an. Der vorgelegte Gesetzentwurf sieht vor allem zwei Punkte vor:

1. Bessere Informationen f├╝r Verbraucher ├╝ber die H├Âhe der Dispozinsen. Dazu sollen Banken die Dispozinsen ihrer Girokonten k├╝nftig deutlich sichtbar im Internet ver├Âffentlichen.

2. Au├čerdem sollen Kunden billigere Kreditalternativen erhalten, falls sie ihren Dispokredit ein halbes Jahr lang zu mehr als 75 Prozent aussch├Âpfen. Im Idealfall soll die Bank schon nach drei Monaten aktiv werden, wenn der Bankkunde sein Girokonto um mehr als 50 Prozent des m├Âglichen Geldeingangs ├╝berzieht.
 

Dispokredit: Verbrauchersch├╝tzer kritisieren Gesetzentwurf

Der federf├╝hrende Justizminister Heiko Maas ist ├╝berzeugt: "Das neue Gesetz macht es Banken schwerer, unangemessen hohe Dispozinsen zu verlangen". Verbrauchersch├╝tzer sehen das ganz anders: "V├Âllig unzureichend und nicht praktikabel", kritisiert zum Beispiel ein Sprecher der Verbraucherzentrale Hamburg das neue Gesetz. Caren Lay von der Linken Bundestagsfraktion ist ├╝berzeugt, dass ohne "eine echte Deckelung der Dispozinsen" die Dispokosten nicht sinken werden. Die Sprecherin f├╝r Verbraucherpolitik von den Gr├╝nen; Nicole Maisch, nennt den Gesetzentwurf einen "halbherzigen Vorsto├č". Nur eine Deckelung der Zinsen und Beratungsangebote f├╝r ├╝berschuldete Bankkunden k├Ânnten das Problem l├Âsen.

Dispozinsen sind auf dem R├╝ckzug

Die Verbraucherzentralen setzen sich seit langem f├╝r eine Senkung der als ├╝berh├Âht geltenden Dispozinsen ein. Ihre Forderung tr├Ągt langsam Fr├╝chte: Viele Banken haben die Konditionen in den letzten Jahren zur├╝ckgenommen. Kundenfreundliche Institute wie DKB, DAB, ING-Diba und Consorsbank berechnen inzwischen weniger als acht Prozent Dispozinsen.

Zugleich haben viele Institute die noch h├Âheren ├ťberziehungszinsen abgeschafft. Solche geduldeten ├ťberziehungen fallen an, wenn Bankkunden ihren Dispokredit ├╝berziehen. Ohne Aufpreis f├╝r geduldete ├ťberziehungen kommen inzwischen Audi- und VW Bank, ING-Diba, sowie viele Sparkassen und Genossenschaftsbanken aus. Anders die Postbank: Sie hat zwar Anfang Juli die Zinsen f├╝r ihren Dispokredit von 11,73 auf 10,95 gesenkt, f├╝r geduldete ├ťberziehungen berechnet das Geldhaus aber weiterhin 14,95 Prozent Zinsen.
 

Gesetz soll Risiken bei der Baufinanzierung verringern

Der Gesetzentwurf des Justizministers m├Âchte zudem Risiken beim Abschluss von Immobilienkrediten eind├Ąmmen. So fordert das Papier mehr Informationen sowie eine strengere Pr├╝fung der Kreditw├╝rdigkeit, wenn Immobilienk├Ąufer einen Baukredit beantragen. Die Kopplung der Baufinanzierung mit anderen Finanzprodukten soll nur noch in Ausnahmef├Ąllen m├Âglich sein. Strengere Anforderungen schreibt der Gesetzentwurf auch f├╝r die Vermittler von Baukrediten vor.
 
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de k├╝mmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor t├Ątig.

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Leserkommentare

 

27.07.2015 16:33 Uhr
erasmus: Dispozinsen
Meine Bank verlangt einen Dispozinssatz von 10,5%. Zum Glück brauche ich keinen. Die Politik hat noch nie Gesetze zuwege gebracht, die für uns Bürger ohne Nachbesserung übernommen werden könnten. So wird das auch mit den Dispozinsen sein.Fast jedes dritte Gesetz landet vor dem BGH, weil die Regierung nicht in der Lage ist, Nägel mit Köpfen zu machen. Es sind immer nur Halbheiten die am Ende herauskommen.Das mag vielleicht auch daran liegen, dass viele Politiker in Aufsichtsräten sitzen und dadurch wirklich greifende Massnahmen nicht durchsetzen. Bei Lebensversicherungen ist das genauso. Da werden den Kunden bei Fälligkeit einige Tausend Euro für Verwaltungskosten von der Auszahlungssumme einbehalten. Wei sich diese Kosten zusammensetzen, müssen die Gesellschaften nicht erklräen. So bleibt der Willkür , Tür und Tor offen.


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