Thomas Brummer
Ein Beitrag von Thomas Brummer, 21.01.2015

Sparen 2015 kommt die Zinswende

Experten rechnen noch in diesem Jahr mit einer Verdopplung der Zinsen für Bundesanleihen. Den Grund sehen sie in den USA. Bringt das auch was für Festgeld-Sparer?
Sparen 2015 kommt die Zinswende

Die Zinswende steht bevor, sind sich Experten sicher

Der 22. Januar 2015 hatte es wahrlich in sich. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat beschlossen, für monatlich 60 Milliarden Euro Staatsanleihen und sonstige auf Euro lautende Wertpapiere zu kaufen. Das Programm wird im März starten und bis mindestens September 2016 laufen. Damit liegt die Größenordnung bei mehr als einer Billion - also 1.000 Milliarden - Euro. Zum Vergleich: Hierzulande nahmen Bund und Länder im vergangenen Jahr etwa 640 Milliarden Euro an Steuern ein. Aus Deutschland erheben sich mahnende Stimmen. Kritiker fürchten, dass ein solches Programm Krisenstaaten verleitet, mehr Schulden in Form von Staatsanleihen zu machen. Im Wesentlichen verfolgt die Notenbank damit zwei Ziele. Zum einen möchte sie die Inflationsrate befeuern – das Ziel ist eine Rate von knapp unter zwei Prozent. Zum anderen will man den gebeutelten Staaten in Südeuropa wirtschaftlich unter die Arme greifen. Die Theorie geht so: Der massive Ankauf von Anleihen drückt das Zinsniveau, die Geldmenge und damit auch die Inflationsrate würde ansteigen. Die EZB möchte eine Deflation unbedingt vermeiden. In der Zinspolitik ist es jedoch mindestens genauso wichtig, was in den USA geschieht, und da sieht es ganz anders aus.

Bundesanleihe steht vor Zinsverdopplung

Heute wirft die zehnjährige Bundesanleihe einen Zins von 0,5 Prozent ab. Am Jahresende soll immerhin ein Zins von 1,1 Prozent stehen, so die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen. Zahlreiche Banken rechnen mit einem ähnlichen Anstieg. „Wir sehen schon im Juni eine Zinswende in den USA, was wiederum auch zu einer Bewegung in Deutschland führen sollte“, sagt Ulf Krauss von der Landesbank Hessen-Thüringen. Im Sog der Amerikaner werde auch die europäische Wirtschaft an Fahrt gewinnen. Wer sich nun den Kauf einer Bundesanleihe überlegt, sollte jedoch im Auge behalten, dass steigende Zinsen zu sinkenden Anleihekursen führen. Denn Investoren trennen sich dann häufig von ihren alten Anleihen, da neue einen höheren Zins bieten.

Was ist mit Festgeld?

„Für Tages- oder Festgeld dürfte sich wenig tun. Bei Geldanlagen mit kürzeren Laufzeiten ist der Kurs der EZB entscheidender“, sagt Krauss. Allerdings müsse man trotz des geplanten Anleihekaufprogramms auch nicht mehr mit dramatischen Rückgängen der Zinsen rechnen, denn das Vorhaben der EZB sei im jetzigen Zinsniveau bereits eingepreist. Mit anderen Worten: Das EZB-Vorhaben ist bereits berücksichtigt.

Fonds, Tagesgeld, Festgeld – das gilt es zu tun

Begrenzen Sie Ihr Risiko. Wer Teile seines Geldes in Aktien oder Aktienfonds gesteckt hat, kennt das Auf und Ab an der Börse. Hier empfiehlt es sich, ein sogenanntes Stop-Loss-Limit zu platzieren. Hierzu ein Beispiel: Sie haben vor einigen Jahren eine Aktie zu 70 Euro erworben. Da es in den vergangen Jahren an der Börse sehr gut lief, notiert Ihre Aktie heute bei 100 Euro. Obwohl Sie einen konservativen Titel ausgewählt haben, unterliegt der Kurs gewissen Schwankungen. Sie setzen nun den Stop-Kurs rund zehn Prozent unterhalb des aktuellen Kurses, also bei 90 Euro. Sollte es an der Börse wieder turbulenter werden, haben Sie diese 90 Euro je Anteil sicher. Zieht Ihre Aktie weiter an, bleiben Sie dabei. Vergessen Sie nur nicht, den Stop-Loss von Zeit zu Zeit nachzuziehen. Optional bieten viele Banken, wie die ING-Diba, auch dynamische Limits an, die automatisch mitwandern. Bei spekulativeren Aktien oder Aktienfonds sollte man den Puffer etwas größer ansetzen. Wenn es dadurch zu einer Verkaufsorder kommt, sollten Sie das Geld auf einem gutverzinsten Tagesgeld parken. Aussichtsreich im Rennen sind derzeit die Tagesgeld-Angebote von Sberbank, ING-Diba und Consorsbank. Wem das Treiben am Börsenparkett ohnehin zu heiß ist, ist mit einem attraktiven Festgeld-Konto besser beraten. Mit Festgeld erhalten Sie fixe Zinsen. Bei der Alior Bank können sich Festgeld-Sparer bei einjähriger Laufzeit über stattliche 1,6 Prozent Zinsen freuen. Unter den deutschen Anbietern im Geldsparen-Festgeld-Vergleich ist die Creditplus Bank mit 1,2 Prozent bei den führenden Banken. Autofans bekommen bei der Renault Bank direkt mit 1,25 Prozent noch etwas mehr.

Tipp: Werfen Sie einen regelmäßigen Blick auf die Geldsparen-Rechner Festgeld und Tagesgeld. Die Unterschiede sind enorm.
Gesamten Vergleich anzeigenFestgeld Betrag: 10.000 €, Laufzeit: 36 Monate
  Anbieter Zinssatz
Zinsertrag
 
1.
1,25%
379,70
2.
1,20%
 364,34
3.
1,05%
 318,32
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
Jetzt zum Geldsparen Newsletter anmelden!

Liebe Leserinnen und Leser,

Thomas Brummer mein Name ist Thomas Brummer. Ich studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei der LV 1871 und der Hypovereinsbank tätig. Im Anschluss schrieb ich für das Anlegermagazin Der Aktionär.

Suchen Sie ein bestimmtes Thema?

Artikel Suchen

Oder schreiben Sie mir einfach, wenn Sie eine Frage haben.

Mail

Ich freue mich auf eine Mail von Ihnen

» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben

Name*

Email*

Überschrift*

Kommentar

Ziffernfolge
hier eingeben:
neu laden


*Pflichtfelder

 

Foto: Colourbox.de ID:5709

Der Geldsparen-Newsletter

Schon abonniert?

Unser Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit aktuellen Themen zu:

Geld
Geld
  Gesundheit
Vorsorge
Wohnen
Wohnen
  Beruf
Beruf/Ausbildung
Internet & Telefon
Internet & Telefon
  Unterwegs
Unterwegs

Anrede

Vorname

Nachname

eMail*

Newsletter (wöchentlich)

Spartipp des Tages (täglich)

Ich erkläre mich mit der Nutzung meiner Daten
    laut Nutzungsbedingungen einverstanden.

 

*Pflichtfelder

 
Bereich: Geld Pagename: zinswende(5709)