Birgit M√ľller
Ein Beitrag von Birgit M√ľller, 08.07.2014

Rentenreform M√ľtter profitieren und langj√§hrige Beitragszahler

Durch die neuen Kindererziehungszeiten erhalten mehr M√ľtter Anspruch auf eine Rente. Zwei Jahre fr√ľher darf schon in Alterszeit, wer seine 45 Beitragsjahre zusammen hat.
Rentenreform M√ľtter profitieren und langj√§hrige Beitragszahler

Fr√ľhverrentungen aus gesundheitlichen Gr√ľnden soll k√ľnftig verhindert werden

Dieses Wahlversprechen wird ganz sch√∂n teuer:¬†160 Milliarden Euro soll es die Bundesregierung alleine bis 2030 kosten. Schon am 1. Juli ist es so weit, dann tritt die lang umstrittene Rentenreform in Kraft. Das Rentenpaket besteht aus einer verbesserten Rente f√ľr M√ľtter, der M√∂glichkeit f√ľr manche Jahrg√§nge abschlagsfrei mit 63 Jahren in Rente zu gehen, mehr Geld f√ľr Reha-Leistungen und einer Verbesserung der Erwerbsminderungsrente. Wir haben f√ľr Sie die wichtigsten Punkte zusammengestellt:¬†

Kindererziehungszeit z√§hlt k√ľnftig mehr

F√ľr Kinder, die vor 1992 geboren wurden, erhalten rund 9,45 Millionen Frauen k√ľnftig zwei Rentenpunkte, statt nur einen und somit mehr Geld. Ein Punkt erh√∂ht die Rente im Westen pro Monat um rund 28 Euro und im Osten um 25 Euro. M√ľtter von sp√§ter geborenen Kindern erhalten weiterhin drei Rentenpunkte. Wichtig: Hierbei handelt es sich immer um Bruttobetr√§ge. Es gehen also noch Beitr√§ge zur Kranken- und Pflegeversicherung plus die Steuer davon ab.

Mehr M√ľtter profitieren von der Reform

Voraussetzung f√ľr die gesetzliche Rente ist eine Mindestversicherungszeit von f√ľnf Jahren. Von der Reform profitieren k√ľnftig auch Frauen, die bisher gar nicht oder nicht lange genug gearbeitet haben. Denn wer mindestens drei vor 1992 geborene Kinder erzogen hat, erwirbt indes schon allein aus den Kindererziehungszeiten einen Rentenanspruch. Mit der Neuregelung k√∂nnen Frauen aber auch fehlende Versicherungsjahre durch freiwillige Beitr√§ge auff√ľllen, um eine monatliche Rente zu erhalten. Dann muss allerdings ein Rentenantrag gestellt werden, automatisch flie√üt kein Geld. Anders verh√§lt es sich f√ľr diejenigen, die jetzt schon Rente beziehen. Diese Rentner bekommten automatisch den Zuschlag.

"Rente mit 63" trifft nicht auf alle Jahrgänge zu

Seit 2012 k√∂nnen schon nach heutigem Recht besonders langj√§hrig Versicherte, die mindestens 45 Jahre in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert waren, mit 65 Jahren ohne Abschl√§ge in Rente gehen. Zuk√ľnftig sollen Versicherte nach 45 Jahren bereits mit 63 eine abschlagsfreie Rente erhalten k√∂nnen. Aus der "Rente mit 63" wird bis 2029 die Rente mit 65. Die neue Altersrente gilt ab 63 Jahren nur f√ľr Versicherte, die vor 1953 geboren wurden und deren Rente nach dem 1. Juli 2014 beginnt. Am besten gleich jetzt den Rentenantrag stellen. R√ľckwirkend Rente gibt es nur f√ľr maximal drei Monate Geld. Tats√§chlich profitieren von der Rente mit 63 nur 1,5 Jahrg√§nge - die zwischen Juli 1951 und Dezember 1952 Geborenen. Denn die Altersgrenze steigt f√ľr die abschlagsfreien Jahr stufenweise an: F√ľr die ab 1953 bis 1964 Geborenen steigt die Altersgrenze mit jedem Jahrgang um zwei Monate. F√ľr ab 1964 Geborene liegt sie somit schon bei 65 Jahren, um ohne Abschlag in Rente gehen zu k√∂nnen.

Zu diesen 45 Jahren z√§hlen alle Zeiten, in denen Beitr√§ge in die Rentenkasse gezahlt wurden, der Wehr- oder Zivildienst, Phasen, in denen bis zu zehn Jahre alte Kinder erzogen, Angeh√∂rige gepflegt, Kranken- oder Kurzarbeitergeld bezogen wurde. Auch Zeiten, in denen der Versicherte auf Arbeitslosengeld I (nicht Hartz IV oder Sozialhilfe) angewiesen war, werden ber√ľcksichtigt - nicht jedoch, wenn man dies in den letzten beiden Jahren vor Eintritt in die Rente bezogen hat. Einzige Ausnahme: Man verliert unverschuldet seinen Arbeitsplatz, zum Beispiel weil die Firma Pleite geht. Damit soll verhindert werden, das Personen im Alter von 61 Jahren sich vorzeitig vom Arbeitsleben verabschieden und die Zeit bis 63 mit Arbeitslosengeld √ľberbr√ľcken.
F√ľr Versicherte, die ab 1953 geboren sind, wird die Altersgrenze von 63 Jahren wie folgt angehoben:
 Jahrgang  ... Monate  - Jahr -  - Monate -
 1953  2  63  2
 1954  4  63  4
 1955  6  63  6
 1956  8  63  8
 1957  10  63  10
 1958  12  64  0
 1959  14  64  2
 1960  16  64  4
 1961  18  64  6
 1962  20  64  8
F√ľr die Jahrg√§nge ab 1964 betr√§gt die Altersgrenze f√ľr diese Rentenart dann 65 Jahre.

Erwerbsminderungsrente bringt netto 40 Euro mehr

Die sogenannte Zurechnungszeit wird um zwei Jahre angehoben. Das wirkt sich so aus, als ob ein Betroffener bis zur Vollendung des 62. Lebensjahres in die Rente eingezahlt h√§tte. Nach Berechnung der Rentenkasse bringt das ein Plus von monatlich netto 40 Euro mehr. Ende 2012 bezogen etwa 1,68 Millionen Personen in Deutschland eine Rente wegen verminderter Erwerbsf√§higkeit. Von der Neuregelung profitiert aber nur, wer ab dem 1. Juli 2014 in Erwerbsminderungsrente geht: Im Schnitt liegt diese Rente bei knapp √ľber 600 Euro f√ľr Personen, die krankheitsbedingt oder wegen eines Unfalls nicht mehr oder nur noch eingeschr√§nkt arbeiten k√∂nnen.

Mehr Geld f√ľr Reha-Ma√ünahmen notwendig

Vor allem chronische sowie psychische Erkrankungen oder Burn-Out-F√§lle h√§ufen sich und f√ľhren dazu, dass Menschen in Fr√ľhrente gehen. Dem steuert die gesetzliche Rentenversicherung entgegen, in dem sie f√ľr Ma√ünahmen, wie zum Beispiel Kuraufenthalte, zahlt. Das kostet. Denn die Zahl der Betroffenen wird sich k√ľnftig erh√∂hen: Probleme bereiten die geburtenstarken Jahrg√§nge. Sie erreichen das reha-intensive Alter schon ab dem 45. Geburtstag. Um diese Kosten abzufedern wird noch in diesem Jahr das Reha-Budget um 100 Millionen Euro erh√∂ht, bis 2017 sogar auf 233 Millionen Euro im¬†Jahr. Danach wird das Geld wieder schrittweise gekappt, bis die Baby-Boomer ihre Rente beziehen.¬†¬†

Fakt ist:¬†Fr√ľhzeitig privat vorsorgen und Geld vom Einkommen f√ľr die Altersrente sparen, wird immer wichtiger. In jungen Jahren eignet sich daf√ľr zum Beispiel ein Fondssparplan. Wer schon im fortgeschrittenen Alter ist, sollte sein Erspartes nicht auf einem unrentablen Sparbuch parken, sondern es auf ein gut verzinstes Festgeldkonto packen.
Gesamten Vergleich anzeigenFestgeld Betrag: 10.000 €, Laufzeit: 36 Monate
  Anbieter Zinssatz
Zinsertrag
 
1.
1,25%
379,70
2.
1,20%
 364,34
3.
1,05%
 318,32
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

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Birgit Müller mein Name ist Birgit Müller. Als Bankkauffrau und Betriebswirtin schreibe ich f√ľr Sie auf Geldsparen.de √ľber aktuelle Themen aus der Finanzbranche, berichte √ľber neue Banken am Markt oder f√ľhre Hintergrundgespr√§che zu brisanten Themen. Folgen Sie uns auf Facebook oder Google + um keine Neuigkeiten mehr zu verpassen oder abonnieren Sie unseren Newsletter.

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Leserkommentare

 

09.09.2014 10:09 Uhr
Martin Hark: Frühzeitig privat vorsorgen!
Die Art der Altersvorsorge, so wie wir diese derzeit kennen, wird sich in der Zukunft sehr stark verändern. Die Prioritäten werden sich weg vom staatlichen System hin zur privaten Vorsorge verschieben. Die Hauptproblematik liegt hierbei in der demographischen Entwicklung. Aufgrund des in den meisten europäischen Ländern vorherrschenden wird es zukünftig nicht mehr möglich sein, dass aktuelle staatliche Alterssystem aufrecht zu erhalten. Mit starken Kürzungen ist hierbei zu rechnen. Die private Altersvorsorge, welche grundsätzlich auf ein kapitalbasierendes System aufbaut, wird immer wichtiger werden. Je nach Risikotyp kann und sollte man unterschiedlich privat für das Alter vorsorgen. So kann je nach Typ ein Aktieninvestment, eine Versicherung, Edelmetalle oder bloß ein Sparbuch, dass ideale Vorsorgeprodukt sein. In Wirklichkeit ist nur eines wichtig, nämlich dass man bereits in jungen Zeiten an die Altersvorsorge denkt!


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