Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 26.02.2015

Geldanlage bei Deflation So wappnen sich Sparer

Die Inflation ist bereits unter null, die Sparzinsen auch bald. Was bedeutet das f√ľr Sparverm√∂gen? Wohin mit meinem Geld bei Deflation?
Geldanlage bei Deflation So wappnen sich Sparer

Fallende Preise laden zum Shoppen ein

Hilfe, die Deflation kommt… Medien, Wirtschaftsforscher und Politik warnen unisono vor den Risiken fallender Verbraucherpreise. Denn r√ľckl√§ufige Preise f√ľhren zu geringerer Nachfrage und die wiederum zu Unternehmenssterben, Arbeitslosigkeit und sinkenden Steuereinnahmen. Wirtschaftliche Depression k√∂nnte die Folge sein.

Viele Experten halten ein solches Szenario jedoch f√ľr unwahrscheinlich. Zwar ist die Inflationsrate ins Minus gerutscht, doch das hat nach Ansicht von Asoka W√∂hrmann, Chief Investment Officer bei Deutscher Asset & Wealth Management (Deutsche Bank), zun√§chst positive Effekte: "Der Preisr√ľckgang sollte die Weltwirtschaft erst einmal befl√ľgeln". Schlie√ülich werden fallende Preise die Konsumausgaben der Verbraucher anregen. Auch Wolfgang Juds von der Credo Verm√∂gensmanagement aus N√ľrnberg sieht keine Gefahr: "Ich sehe keinen Preisverfall, sondern lediglich eine fehlende Inflation." Das liege vor allem am Ausfall des Hauptpreistreibers der letzten Jahre, dem schwachen √Ėlpreis. Zudem bremsen die Sparma√ünahmen vieler europ√§ischer L√§nder die Inflation.
Heizälpreise
Die Europäische Zentralbank versucht mit einer ausgesprochen lockeren Geldpolitik gegen Deflationstendenzen und das geringe Wirtschaftswachstum anzukämpfen. Zu den Verlierern dieses Kampfes gehören die Sparer. Tagesgeld und Festgeld wirft kaum noch Zinsen ab und Vermögensaufbau mit Sparplänen erachten viele Anleger als wenig attraktiv. Wohin also mit dem Ersparten? Welche Geldanlage empfiehlt sich bei Deflation und Nullzins?
 

Deflation steigert Geldwert

Bevor man sich √ľber hom√∂opathische Sparzinsen √§rgert, sollten Sie sich vor Augen f√ľhren, dass Deflation durchaus positive Seiten hat. Sinkende Preise bedeuten n√§mlich im Gegenzug nichts anderes als das der Wert des Geldes steigt. Sie k√∂nnen heute f√ľr das gleiche Geld mehr kaufen als noch vor Wochen oder Monaten. Folge: Der reale Wert des eigenen Verm√∂gens steigt. Das gilt selbst dann, wenn Sparkonten wie Tagesgeld oder Festgeld keine Zinsen mehr abwerfen. F√ľr Zinssparer ist Deflation per se also nicht nichts Schlechtes.
 

Attraktives Tagesgeld und Festgeld

Als aktiver Anleger können Sie allerdings mehr herausholen als nur Deflationsgewinne. Legen Sie Ihr Erspartes einfach als gut verzinstes Tagesgeld oder Festgeld an. Dann winken neben Deflationsgewinnen zusätzlich Zinsgewinne. Aktuell empfiehlt sich zum Beispiel das Tagesgeld der Sberbank zu 1,3 Prozent Zinsen oder das Tagesgeld der ING-Diba zu 1,25 Prozent. Tagesgeld ist allerdings variabel verzinst. Möchten Sie sich eine längere Zinsgarantie sichern, empfiehlt sich entweder Tagesgeld mit Zinsgarantie oder Festgeld. Die Consorsbank sichert Neukunden immerhin 1 Jahr lang 1,2 Prozent Zinsen auf ihr Tagesgeld zu. Suchen Sie längere Zinssicherheit ist das zweijährige Festgeld der tschechischen J&T Bank mit 2,0 Prozent Zinsen erste Wahl. Die Alior-Bank zahlt bei gleicher Laufzeit 1,8 Prozent Zinsen.
 

Aktien und Fonds profitieren von Dividenden

Auch Wertpapiere sind bei Deflation eine Option. "Aktien werden durch die Dividende kurzfristig sehr interessant", unterstreicht Stephan Witt, Kapitalmarktstratege der Berliner Finum Private Finance AG. Die hohe Nachfrage nach Dividendentiteln puscht die Kurse. Sollte es allerdings zu anhaltender Deflation und nachfolgend zu Wirtschaftsabschwung kommen, sind Aktien und Aktienfonds mit Vorsicht zu genie√üen. Fallende Nachfrage dr√ľckt die Unternehmensgewinne und in der Folge die Aktienkurse. Langfristig orientierte Anleger sollten sich daher "auf Gesellschaften fokussieren, die ihren Gewinn haupts√§chlich in Regionen mit geringer Deflation erwirtschaften", so Witt. Hier d√ľrften vor allem Emerging Markets in Asien interessant sein.
 

Anleihen in Rentenfonds verbuchen Kursgewinne

Auch Anleihen geh√∂ren nach Ansicht von Stephan Witt zu den Deflationsgewinnern. "Da √§ltere Wertpapiere h√∂here Zinsen bieten als neu emittierte, steigen die Kurse dieser Anleihen", unterstreicht der Finanzexperte. Da zudem der Nennwert der Papiere √ľber die Laufzeit fix bleibe und das Geld bei Deflation immer wertvoller werde, steige auch der reale Wert der Anleihe. Aber Achtung: Verfolgen Sie die Entwicklung der Zinsen. Denn sollten diese wider Erwarten steigen, verlieren Anleihen an Wert. Da Einzelanleihen stets ein h√∂heres Risiko beinhalten als ein ganzes Portfolio solcher Papiere, empfiehlt sich die Geldanlage in Rentenfonds.

Licht und Schatten bei Gold und Immobilien

Eher schlechte Karten bei Deflation haben Immobilien: "Da Geld bei Deflation wertvoller wird, Immobilien aber auf der Stelle treten, ist es f√ľr Anleger interessanter, eher auf Geldwerte zu setzen", so Witt. Zwar erzielen Hauseigent√ľmer Mieteinnahmen, aber auch diese entwerten sich bei Deflation, sodass der Gewinn schmilzt. Immobilien seien vor allem ein Inflationsschutz, bei Deflation aber nicht erste Wahl. Besser sieht es hingegen bei Gold aus. Das Edelmetall ist zwar ein Sachwert, also nicht unbedingt ein Deflationsgewinner. Da aber die gro√üe Schw√§che des Goldes, seine Zinslosigkeit, sich in deflation√§ren Zeiten fast egalisiert, weil es eh kaum Zinsen auf Sparguthaben gibt, k√∂nnen Sparer zur Verm√∂gensdiversifizierung kleine Investments t√§tigen.

 
Fazit
Als Anleger fahren Sie bei Deflation mit einer Mixtur aus Tages- und Festgeld sowie Aktien- und Rentenfonds gut. Auch der Kauf von Edelmetallen wie Gold kann sich lohnen und das Verm√∂gen insgesamt stabilisieren. In guter Lage und beliebten Wohnorten ist zudem die Investition in die eigene Immobilie empfehlenswert, schlie√ülich profitieren Sie nach Schuldentilgung von Mietfreiheit und geringen Wohnkosten im Alter. Dies gilt besonders vor dem Hintergrund, dass die Kreditzinsen extrem g√ľnstig sind und die Kosten der Baufinanzierung somit sehr preiswert.
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de k√ľmmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor t√§tig.

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