Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 28.11.2016

Geldanlage Typische Anlegerfehler vermeiden

B√∂rsensparen ist zwar nicht ohne Risiko, doch wer planvoll agiert und einen k√ľhlen Kopf bewahrt, dem winkt Erfolg. Wichtig ist es, typische Anlegerfehler zu vermeiden.
Geldanlage Typische Anlegerfehler vermeiden

Trotz Schwankungen an der Börse gilt die Regel: In der Ruhe liegt die Kraft

Bevor Sie sich an der B√∂rse engagieren, sollten Sie sich √ľber die Laufzeit der Geldanlage klar werden. B√∂rseninvestments sollten langfristig ausgerichtet sein, nur so k√∂nnen regelm√§√üig auftretende Kursschw√§chen ausgesessen und Gewinne eingefahren werden. Wichtig ist, dass die Geldanlage keinem Terminzwang unterliegt. Ben√∂tigen Sie das Kapital zum Zeitpunkt X und stehen die Kapitalm√§rkte dann gerade unter Druck, sind Verluste vorprogrammiert. Beobachten Sie Ihre Wertpapiere und realisieren Sie Gewinne, wenn die B√∂rsen auf Hochtouren laufen!

Geldsparen.de-Tipp
: Zur Sicherung von Gewinnen empfehlen sich schwankungsarme Rentenfonds oder offene Immobilien-fonds.

 

Investieren Sie nur freie Gelder

Kaufen Sie Aktien und Fonds nur mit dem Teil ihres Verm√∂gens, den Sie wirklich entbehren k√∂nnen. So sind Sie frei, um Kursr√ľckschl√§ge aussitzen oder gar Verluste verschmerzen zu k√∂nnen. Ist das Geld hingegen fest verplant, dann sind Aktien und Aktienfonds ungeeignet. Investoren unter Zeit- oder Gelddruck haben an der B√∂rse schlechte Karten.

Renditegier vermeiden

Tr√§umen Sie nicht vom schnellen Geld und versuchen Sie nicht mit dem Kauf hochspekulativer Einzelwerte Gewinne zu erzwingen. Das geht meist schief. Die Uni Frankfurt am Main durchleuchtete 5.000 Privat-Depots und stellte fest, dass Sparer mit Vorliebe f√ľr Zockerpapiere bis zu zehn Prozent weniger Rendite erzielen als der Gesamtmarkt. Meiden Sie Newcomer und Nischenpapiere, √ľber die es kaum Informationen gibt.

Geldsparen.de-Tipp: Investieren Sie ausgewogen in bekannte und bewährte Aktien und Fonds. Orientierung bieten dabei Musterdepots oder Anlagetools seriöser Banken. Hilfe bieten zum Beispiel der "Investmentfinder" von Deutscher Bank, der "Anlageplaner" von Consorsbank oder die "Bessere Geldanlage" von Comdirect.

Kaufe nur, was du verstehst

Der Put, also der Verkaufsoptionsschein auf die Aktie eines indischen Softwareentwicklers, ist kein "todsicherer Anlage-Tipp" – auch wenn Ihr Nachbar darauf besteht. Wenn Sie nicht verstehen, in was sie eigentlich investieren – und wie das Wertpapier funktioniert -, dann k√∂nnen Sie das damit verbundene Risiko auch nicht einsch√§tzen. Dann gibt’s nur eins: Finger weg!
Kapital breit streuen
Setzen Sie nicht alles auf ein Pferd! Das gilt auch, wenn Sie in einen Aktienfonds investieren. Der beinhaltet zwar bereits eine gewisse Streuung, weil er in viele unterschiedliche Aktien investiert, doch das garantiert noch keine ausgewogene Geldanlage. Wird zu einseitig in eine Wertpapierklasse oder eine Region investiert, b√ľ√üt man im Schnitt vier Prozent Rendite ein, das zeigt die Auswertung der Uni Frankfurt am Main. Im Hinblick auf Anlageklassen und L√§nderauswahl sollte man sein Depot breit aufstellen. Die ausgewogene Wertpapiermischung verstetigt Gewinne und verbessert die Renditechance. Allerdings ist eine breite Risiko-Streuung aufw√§ndig und teuer. "Um beispielsweise den Dax nachzubilden, m√ľssten Anleger 30 verschiedene Aktien in unterschiedlicher Gewichtung kaufen", gibt Alexander Baumgart von der ING-Diba zu bedenken.

Geldsparen.de-Tipp: Preiswerter ist die Geldanlage in Fonds. Hier empfehlen sich vor allem Indexfond. Mit sogenannten ETF kann man sich den Dax oder den US-amerikanischen Dow Jones f√ľr wenig Geld ins Depot legen. "Weil b√∂rsengehandelte ETF keinen Fondsmanager ben√∂tigen, kosten sie nur einen Bruchteil herk√∂mmlicher Fonds", so Baumgart. Lediglich Ordergeb√ľhren fallen an, daf√ľr entf√§llt bei ETFs der Ausgabeaufschlag.

Kaufen Sie limitiert

Aktien, Zertifikate oder Fonds werden mittels Orders an der B√∂rse gehandelt. Das h√∂rt sich simpel an, doch die T√ľcke steckt im Detail. Angenommen, sie m√∂chten Aktien von Bank A kaufen. Der aktuelle Kurs steht bei 20 Euro. Sie geben in die Ordermaske ihrer Bank den Kauf von 200 Aktien ein und klicken auf "Kaufen". Wenn Sie nun denken, dass die 200 Aktien 4.000 Euro kosten, dann d√ľrften Sie falsch liegen. Die Order wird als sogenannte Market-Order ausgef√ľhrt, das hei√üt, die Aktien werden zum aktuell verf√ľgbaren Preis gekauft. Diese Orderform nennt sich zwar "billigst", ist es aber nicht unbedingt. Da Aktienkurse schwanken, kann der Preis in der Zwischenzeit gestiegen sein. Kostet eine Aktie inzwischen 21,50 Euro, so zahlen Sie f√ľr die Papiere 4.300 Euro – 300 Euro mehr als geplant.

Mit einer Limit-Order w√§re das nicht passiert. H√§tten Sie ein Limit von 20,10 Euro in die Ordermaske eingegeben, w√§re die Aktie maximal zu diesem Preis gekauft worden. Liegt der Kurs aktuell dar√ľber, wartet der Computer oder Aktienh√§ndler ab, bis der Preis des Papiers wieder unter die Marke gefallen ist und kauft dann. Allerdings kann es passieren, dass sich die Aktie gerade im Aufwind befindet, dann wird aus dem Kauf so schnell nichts. In diesem Fall sollten Sie das Limit erweitern oder die Order auf "Ultimo" setzen. Bei "Ultimo" gilt der Kaufauftrag bis Monatsende. Dies verschafft Spielraum f√ľr m√∂gliche Kursr√ľckg√§nge, bei denen Sie die Aktie zum anvisierten Preis kaufen k√∂nnen.

Geldsparen.de-Tipp: Ein Spezialfall ist die sogenannte Stop-Buy-Order. Hier wird der Aktienkauf erst ausgel√∂st, wenn der Kurs des Wertpapiers auf ein vorher festgelegtes Limit steigt. Nach Erreichen der Marke wird die Order dann zum unlimitierten Auftrag, das hei√üt, der Fonds oder die Aktie wird zu jedem verf√ľgbaren Preis gekauft. Stop-Buy-Orders sind sinnvoll, wenn Sie warten m√∂chten, bis das Wertpapier eine wichtige, charttechnische Marke √ľberschritten hat und damit anzeigt, dass es mit dem Kurs weiter bergauf geht.
 

Ruhig Handeln


Liegen Wertpapiere in Ihrem Depot, sollen Sie k√ľhlen Kopf bewahren, auch wenn es an der B√∂rse hektisch zugeht. In der Regel folgt auf Kursverluste eine Gegenbewegung. Reagieren Sie nicht auf jede Kurs√§nderung – das wird teuer. Au√üerdem erwischt man fast nie den besten Aus- bzw. Einstiegszeitpunkt. Kaufen Sie Aktien und Fonds und lassen Sie diese zun√§chst laufen.

Geldsparen.de-Tipp: Korrigieren Sie einmal jährlich die Depotzusammensetzung. Zwischendurch greifen Sie bei einem Totalausfall ein.
 

Stopps zur Gewinnsicherung setzen


Verwenden Sie Stopps zur Absicherung vorhandener Gewinne. Stopps sind Verkaufsgrenzen unterhalber aktueller Kurse, bei deren Erreichen die Aktie automatisch verkauft wird. Solche Verkaufsschwellen sind sinnvoll bei pl√∂tzlichen Kurseinbr√ľchen, damit das Wertpapier nicht ins bodenlose rutscht und Sie s√§mtliche Gewinne wieder verlieren. Als Faustregel gilt: Bei schwerf√§lligen Substanzwerten setzen Sie den Stopp zw√∂lf bis 15 Prozent unter dem aktuellen Kurs, bei stark schwankenden Papieren 20 Prozent. Geben Sie keine glatten Betr√§ge ein, besser 50,12 statt 50 Euro – das erh√∂ht die Verkaufschance zum anvisierten Limit.

Geldsparen.de-Tipp: Verwenden Sie sogenannte Trailing-Stops, wie sie Comdirect und ING-Diba anbieten. Hier steigt das gewählte Verkaufslimit automatisch mit, wenn die Aktie nach oben klettert Рdas sichert höhere Gewinne.
 

Verluste nicht aussitzen


Halten Sie nicht zu lange an Verlustbringern fest. Ist ein Papier abgest√ľrzt, sollten Sie es verkaufen, denn bis es sich erholt und wieder auf den alten Stand kommt, k√∂nnen Jahre vergehen. Bedenken Sie, dass bei einem Kursverlust von 60 Prozent ein Gewinn von 150 Prozent n√∂tig ist, um das Minus auszugleichen. Bei 70 Prozent Minus sind satte 233 Prozent dazu erforderlich!

Geldsparen.de-Tipp: Betrachten Sie stets die Rendite des Gesamtdepots und nicht die einzelner Anlagen.
F√ľr eine renditestarke Anlage sollten nat√ľrlich auch die Kosten m√∂glichst gering sein. Mit unserem Depot-Vergleich finden Sie ein Depot mir niedrigen laufenden und Order-Kosten.
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Liebe Leserinnen und Leser,

Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de k√ľmmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor t√§tig.

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