Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 14.01.2015

Verluste festlegen, Risiko begrenzen So gewinnen Sie an der Börse

An der Börse ist kĂŒhler Kopf gefragt. Wichtig ist, das Verlustrisiko im Vorfeld klar zu definieren.
Verluste festlegen, Risiko begrenzen So gewinnen Sie an der Börse

Wer Geld an der Börse investiert, sollte sich regelmĂ€ĂŸig ĂŒber die Unternehmensentwicklung informieren

An der Börse geht es stĂ€ndig auf und ab, dauerhafte Gewinne sind unrealistisch. Wichtig ist, dass Privatanleger bei Kurskorrekturen die Nerven behalten und sich nicht ĂŒberstĂŒrzt von ihren Aktien oder Fonds trennen. Denn dadurch werden Kursverluste hĂ€ufig zementiert. Bei planvollem Vorgehen sind Börsenverluste durchaus berechenbar. Die ING-DiBa empfiehlt ihren Anlegern ein aktives Money Management, das minimiere Börsenhandeln aus dem Affekt heraus. „Wer die GrĂ¶ĂŸe seiner einzelnen Depotpositionen gut plant und das damit verbundene Risiko klar definiert, der schont seine Nerven“, schreiben die Anlageexperten.
So grenzen Sie Risiken an der Börse ein
In vier Schritten können Sie ermitteln, wie viel Geld Sie risikolos an der Börse investieren können, ohne dass das eigene Vermögen insgesamt gefÀhrdet wird:

1. Anlagekapital festlegen: Zuerst bestimmen Sie das fĂŒr Börseninvestments insgesamt zur VerfĂŒgung stehende Kapital. BerĂŒcksichtigen aber nur den Teil des Vermögens, auf den Sie in absehbare Zeit nicht zurĂŒckgreifen mĂŒssen.

2. Gesamtrisiko definieren: Im zweiten Schritt beziffern Sie den Anteil Ihres Börsenkapitals, den Sie höchstens zu verlieren bereit ist. Das Gesamtrisiko hĂ€ngt von Ihrer Risikobereitschaft ab. Dabei sollte Ihnen bewusst sein, dass sich kleinere Verluste leichter ausgleichen lassen als grĂ¶ĂŸere.

Verlieren Sie beispielsweise zehn Prozent des Anlagekapitals an der Börse, so ist ein Gewinn von 11,11 Prozent nötig, um den Verlust wieder auszugleichen. Bei einem Minus von 30 Prozent ist bereits einen Kursgewinn von 43 Prozent zum Verlustausgleich nötig, bei einem Minus von 50 Prozent gar von 100 Prozent. Die Börsenexperten der ING-Diba warnen vor allem unerfahrene Anleger vor ĂŒberstĂŒrztem Handeln, um Kursverluste auszugleichen. HĂ€ufig wĂŒrden hohe Risiken eingegangen und damit die Gefahr erhöht, noch grĂ¶ĂŸere Verluste zu erleiden.

3. Einzelrisiko ermitteln: Im dritten Schritt bestimmen Sie den Betrag, den Sie maximal in eine Position investieren dĂŒrfen. Dazu mĂŒssen Sie zunĂ€chst das mit der Position verbundene Risiko bestimmen, also den Betrag, den Sie im ungĂŒnstigsten Fall höchstens zu verlieren bereit ist.

Die Experten der ING-Diba machen folgende Faustformel auf: Entspricht das Risiko pro Börseninvestment 1,0 Prozent vom Gesamtkapital, dann können zehn Transaktionen im Minus enden und der Verlust des Börsenkapitals bleibt trotzdem auf zehn Prozent beschrÀnkt. Erhöht man das Risiko pro Position auf 2,0 Prozent, schrumpft das Gesamtkapital im Ernstfall bereits um 20 Prozent usw. Da es an der Börse zu lÀngeren Verlustserien kommen kann, sollten Sie das Risiko pro Position nicht zu hoch ansetzen. Andernfalls kann das Börsenkapital schnell verloren sein.

4. Anzahl Wertpapiere festlegen: Ist das Risiko pro Position bestimmt, so ermitteln Sie im vierten Schritt die Anzahl der Wertpapiere, die Sie maximal kaufen können. Teilen Sie dazu das ermittelte Positionsrisiko durch die Differenz zwischen dem potentiellen Kaufkurs und dem Stoppkurs. Dabei gilt: Je grĂ¶ĂŸer die Differenz zwischen dem geplanten Kaufkurs und dem Stoppkurs, desto geringer die Anzahl der Wertpapiere und folglich die Höhe des Kapitaleinsatzes. Damit sichern Sie auch bei einem geringen Stoppkurs, dass das maximale Risiko pro Position nicht ĂŒberschritten wird.

Die ING-Diba zeigt an einem Beispiel wie das geht: Angenommen Sie möchten 50.000 Euro an der Börse investieren, zehn Prozent davon sollen maximal verloren gehen können. Das Gesamtrisiko betrĂ€gt folglich auf 5.000 Euro. FĂŒr das Risiko pro Position setzen Sie 1,0 Prozent des Börsenkapitals an, d.h. eine Position darf höchstens 500 Euro verlieren. Erwerben Sie nun eine Aktie zu 80 Euro und legen den automatischen Stoppkurs bei 64 Euro fest, fahren Sie beim Auslösen des Stopps ein Verlust von höchstens 16 Euro ein. Teilen Sie das Risiko pro Position (500 Euro) durch das Verlustrisiko (16 Euro) dĂŒrfen Sie – abgerundet – maximal 31 Aktien erwerben. Der Anlageverlust bliebe dadurch auf 496 Euro beschrĂ€nkt (31 x 16 = 496).
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de kĂŒmmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor tĂ€tig.

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