Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 14.12.2014

Serie: Was ist eigentlich... ... ein Ausgabeaufschlag?

Nichts ist umsonst – auch nicht das Fondssparen. Wer Fondsanteile kauft, zahlt dafür meist eine Gebühr. Kann man den Ausgabeaufschlag vermeiden?
Serie: Was ist eigentlich... ... ein Ausgabeaufschlag?

Während Kapialmarktsparer nur wenig Zinsen einheimsen konnten, ließen Fondssparer die Korken knallen

Der Ausgabeaufschlag eines Fonds ist eine einmalige Gebühr, die beim Kauf von Fondsanteilen anfällt. Der Aufschlag deckt die Kosten für den Vertrieb des Fonds. Die Höhe des Ausgabeaufschlags ist unterschiedlich, sie variiert von Fondsart zu Fondsart sowie von Fonds zu Fonds. Der Ausgabeaufschlag wird nicht in Euro-Beträgen, sondern in Prozent angegeben, da sich die Fondspreise ständig ändern. Aktienfonds kosten in der Regel zwischen drei und sechs Prozent Ausgabeaufschlag, Rentenfonds zwei bis drei Prozent und offene Immobilienfonds fünf bis sechs Prozent. Wie viel Ausgabeaufschlag fällig wird, legt die jeweilige Kapitalanlagegesellschaft fest.

Berechnung des Ausgabeaufschlags

Zwei Ermittlungsverfahren sind am Markt üblich. Welche Berechnungsmethode die Fondsgesellschaft anwendet, erfährt man aus dem Fondsprospekt.
• Nettomethode: Üblicherweise wird der Ausgabeaufschlag mit der sogenannten Nettomethode ermittelt. Dabei wird ein bestimmter Prozentsatz auf den Rücknahmepreis berechnet. Die Formel dafür lautet: (Ausgabepreis x 100 durch Rücknahmepreis) - 100. Beispiel: Ein Fondsanteil kostet 50 Euro, der Rücknahmepreis beträgt 48 Euro. Multipliziert man 50 mit 100, so ergibt das 5.000. Teilt man diesen Betrag durch den Rücknahmepreis von 48 Euro, so erhält man die Zwischensumme 104,166. Zieht man davon 100 ab, entsteht ein Ausgabeaufschlag von 4,166 Prozent.

• Bruttomethode: Einige Fondsgesellschaften berechnen den Ausgabeaufschlag vom Ausgabepreis des Fonds. Den Unterschied verdeutlicht folgendes Beispiel: Sie kaufen Fondsanteile im Wert von 100 Euro mit fünf Prozent Ausgabeaufschlag. Nach der Nettomethode erhalten Sie Anteile im Wert von 95,24 Euro, der Rest ist die Gebühr. Rechnung: Fünf Prozent von 95,24 Euro sind 4,76 Euro, zusammen also 100 Euro. Bei der Bruttomethode zahlen Sie hingegen fünf Prozent von 100 Euro, also fünf Euro je Anteil. Sie erhalten in diesem Fall nur Fondsanteile im Gegenwert von 95 Euro ins Depot gebucht. Statt 4,76 Euro zahlen Sie also fünf Euro Ausgabeaufschlag.

Auswirkung des Ausgabeaufschlags

Wie stark der Ausgabeaufschlag die Rendite belastet, zeigt folgendes Rechenbeispiel: Angenommen Sie erwerben Fondsanteile mit fünf Prozent Ausgabeaufschlag, so verbleibt bei einer jährlichen Wertentwicklung von sieben Prozent nach fünf Jahren Haltedauer eine Nettorendite von 5,96 Prozent. Bleiben Sie zehn Jahre am Ball, vermindert sich der Kostenanteil und Sie erzielen eine Rendite von 6,48 Prozent. Bei zwanzigjähriger Haltedauer erreichen Sie bereits 6,74 Prozent. Hätte der Fonds hingegen nur 2,5 Prozent Ausgabeaufschlag gekostet, würden sich die jeweiligen Nettorenditen auf 6,47 Prozent, 6,74 Prozent und 6,87 Prozent erhöhen.

Rabatte auf den Ausgabeaufschlag

Da in der Fondsbranche ein harter Wettbewerb herrscht, bieten viele Fondsgesellschaften und Banken Rabatte auf den Ausgabeaufschlag. Die Rabattwelle hat nicht nur Direktbanken wie DAB Bank oder DKB Bank erfasst, auch viele Filialbanken bieten inzwischen hohe Preisnachlässe. Besonders renditebegünstigt sind Fonds ohne Ausgabeaufschlag. Fonds zum Nulltarif finden sich zum Beispiel bei Comdirect im Rahmen der sogenannten "Fonds-Diamanten", bei der Consorsbank (ehemals Cortal-Consors) im Rahmen der "Fondsstars" und bei der ING-Diba im Rahmen der "Spitzenfonds".
Geldsparen-Tipp: Achten Sie beim Fondskauf auf Rabatte beim Ausgabeaufschlag, die unser Fondskaufrechner ausweist. Daneben ist aber auch wichtig, welche Anlagestrategie der Fonds verfolgt, welche Ratingnoten er besitzt und wie lange er bereits am Markt ist.
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de kümmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor tätig.

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Leserkommentare

 

28.04.2015 12:23 Uhr
Manfred: Zusätzliche Ersparnisse beim Fondskauf
Laut Finanztest gibt es auch Fondsvermittler, die neben dem 100% Fondsrabatt ab einem bestimmten Anlagebetrag die Depotgebühr erlassen, ich bin beim Vermittler, der mir zusätzlich noch einen Großteil der Bestandsprovision als Kickbacks zurückzahlt.

22.12.2014 11:48 Uhr
ingrid: Fondsvermittler
Es gibt übrigens auch diverse Fonds-Vermittler, bei denen man in der Regel gar keine Ausgabeaufschläge zahlt.Die Depots, die genutzt werden sind in der Regel auch Comdirekt, Dab oder ebase. Nur über einen Vermittler und günstiger !


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