Fritz Himmel
Ein Beitrag von Fritz Himmel, 21.11.2016

Erbschaftsteuer 2016 Beim Schenken Steuern sparen

Kluge Erblasser bremsen den Fiskus schon zu Lebzeiten aus und sichern so mehr Vermögen für die Familie. Dabei zählt jedes Jahr - handeln Sie am besten noch 2016.
Ein Geldgeschenk zu Weihnachten kann später viel Erbschaftsteuer sparen

Ein Geldgeschenk zu Weihnachten kann später viel Erbschaftsteuer sparen

Eine wichtigste Strategie für 2016 lautet: Rechtzeitig die hohen persönlichen Freibeträge beim Schenken nutzen. So dürfen Ehegatten und eingetragene Lebenspartner alle zehn Jahre 500.000 Euro steuerfrei erhalten, Kinder 400.000 Euro und Enkel 200.000 Euro.

Gut zu wissen
: Kindern stehen dabei die Freibeträge jeweils von Mutter und Vater zu, also insgesamt 800.000 Euro!

Oft ist es vorteilhafter, über einen Umweg zu schenken als eine Direktschenkung, wenn sich so die Freibeträge steuerlich cleverer nutzen lassen.

Drei Beispielfälle veranschaulichen das:

Schenken - Fall 1: Vater A will seinem Sohn 750.000 Euro aus seinem Privatvermögen in bar schenken

Würde er ihm das Geld auf einen Schlag übertragen, müsste der Sohn abzüglich seines Freibetrages noch für 350.000 Euro Schenkungssteuer zahlen, also 52.500 Euro.

Strategie:
A schenkt zunächst einen Teil der Barschaft steuerfrei seiner Ehefrau, die das Vermögen dann nach Ablauf einer „Schamfrist“ unter Nutzung ihres Freibetrages ebenfalls an den Sohn weitergibt. So erhält der Sprössling die geplante Summe innerhalb der Freibeträge, ohne dass Steuern anfallen.

Schenken - Fall 2: Herr B will seiner Schwiegertochter 250.000 Euro schenken

Auf direktem Wege wäre lediglich ein Freibetrag von 20.000 Euro steuerfrei möglich. Strategie: Hier führt der Umweg über seinen verheirateten Sohn. Im ersten Übergang - Elternteil auf eigenes Kind - wird der Freibetrag von 400.000 Euro genutzt. Beim zweiten Übergang - vom Sohn auf seine Ehepartnerin - läge der Freibetrag dann sogar bei 500.000 Euro. Bei direkter Übergabe der 250.000 Euro an die Schwiegertochter wären 46.000 Euro Steuern fällig, über den Umweg nichts.

Schenken - Fall 3: Dieses Steuersparmodell lässt sich sogar in erweiterter Form optimal für Immobilien anwenden

Die Schenkung des selbstbewohnten Familienheims an Ehegatten ist unabhängig vom Wert immer steuerfrei. „Diese Steuerbefreiung besteht immer zusätzlich zu dem persönlichen Freibetrag“, sagt Agnes Fischl, Fachanwältin für Erbrecht und Steuerberaterin der Kanzlei Convocat in München. „Auch die zehnjährige Wohnpflicht, wie beim Vererben eines selbstgenutzten Eigenheims, gibt es hier nicht.“ Kinder können in diesem Fall die Steuerbefreiung jedoch nur beim Erwerb von Todes wegen in Anspruch nehmen. Vater C möchte nun seinem Sohn die derzeit eigengenutzte Villa mit einem Verkehrs- und Steuerwert von 1,5 Millionen Euro überschreiben. Abzüglich des Freibetrags von 400.000 Euro müsste der Sohn demnach noch 1,1 Millionen zu 19 Prozent versteuern, also 209.000 Euro Steuern zahlen. Strategie: C überträgt die Hälfte der Immobilie steuerfrei an seine Ehefrau. Anschließend schenken beide zu gleichen Teilen die Villa an den Sohn. Dieser strategische Umweg erspart der Familie 104.000 Euro, also fast die Hälfte der üblichen Schenkungssteuer.

Erbschaftssteuer-Rechner

Ob und wie viel Erben zahlen müssen

Schenken richtig gestalten

Auch wenn es nicht illegal ist, sollten Sie es nicht übertreiben. Ist es zu offensichtlich, dass durch solche „Kettenschenkungen“ nur Steuern gespart werden sollen, unterstellt das Finanzamt dies schon mal als Umgehungsversuch. In diesem Fall wird die Schenkung nur an den Endempfänger besteuert, der steueroptimierte Vorgang über die Mittelsperson bleibt dann unberücksichtigt. Steuerexpertin Fischl empfiehlt Ihnen daher, dass die Mittelsperson die Geldzuwendung nicht sofort weiterleitet, sondern einige Monate vergehen lässt und es keinerlei Verpflichtungserklärung für eine Weiterleitung gibt. Gut ist auch, eine Zinsperiode abzuwarten und selbst die Zinsen für sich zu vereinnahmen. Ein Jahreswechsel bietet sich da gut an.

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