Von Horst Peter Wickel, 20.12.2017

Schornsteinfeger Schwierige Suche nach einem günstigeren Kaminkehrer

Seit dem Ende des Schornsteinfeger-Monopols im Jahr 2013 können Hausbesitzer ihren Kaminkehrer frei aussuchen. Aber es ist schwierig, auf dem freien Markt einen Schornsteinfeger zu finden.
Schornsteinfeger Schwierige Suche nach einem günstigeren Kaminkehrer

Geldsparen durch einen neuen, günstigeren Kaminkehrer ist bislang kaum möglich.

Mehr Wettbewerb und niedrigere Preise für den Verbraucher hatten die Freunde der Liberalisierung des Marktes angekündigt. Aber bis heute haben sich diese Erwartungen kaum erfüllt. So wird Ihnen das Geldsparen bei der Suche nach einem neuen, günstigen Kaminkehrer weiterhin schwerfallen. Nach Einschätzung der Verbraucherschützer vom Bund der Energieverbraucher (BdEv) verweigert sich die Branche weiterhin dem Wettbewerb: „Kein Schornsteinfeger bietet praktisch im Bezirk eines anderen seine freien Arbeiten an. Dadurch findet der Verbraucher keinen, der diese Arbeiten durchführt, außer seinem eigenen Monopolisten, der in seinem Gebiet ohnehin die hoheitlichen Tätigkeiten ausführt."

Sparpotential durch freie Schornsteinfeger gering

Zumindest können Sie im Internet unter www.bdev.de/freieschofi kontrollieren, ob in Ihrem Wohnort überhaupt ein freier Kaminkehrer seine Dienste anbietet. Ob sich das lohnt. Ist allerdings eine andere Frage. Marktkenner kritisieren, dass bei einem Wechsel des Kaminkehrer nur einige Euro einzusparen sind.

„Hoheitliche Tätigkeiten“ darf nur der Bezirksschornsteinfeger durchführen

Zwar müssen sich die Schornsteinfeger beim einfachen Kehren, der Emissionsschutzmessung und der Abgaswegüberprüfung dem freien Wettbewerb stellen, aber die sogenannten hoheitlichen Tätigkeiten sind ihnen weiterhin exklusiv überlassen. Dazu gehören das Führen einer Liste aller Heizungen und die Prüfung, ob die vorgeschriebenen Kehrarbeiten von einer Fachkraft rechtzeitig durchgeführt wurden. Dazu kommen die Abnahme und Prüfung neuer Heizungsanlagen sowie zweimal in sieben Jahren eine sogenannte Feuerstättenschau.

Bundesweit gibt es rund 7.800 Kehrbezirke mit der gleichen Zahl von bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegern. Da sie in der Vergangenheit häufig in den Verdacht geraten waren, ihre quasi amtliche Funktion beim Verkauf und der Installation neuer Heizungsanlagen zu missbrauchen, wurden im neuen Gesetz zur Änderung des Schornsteinfeger-Handwerksgesetz vom Juli 2017 die Anforderungen an die Neutralität der Bezirksschornsteinfeger verschärft.

Funktionierender Wettbewerb könnte deutliche Ersparnisse bringen

Wenn tatsächlich Wettbewerb unter den Kaminkehrern herrschte, könnten Sie als Hausbesitzer Geld sparen. Der BdEv schätzt das Einsparpotenzial auf etwa 30 Prozent. Der nicht funktionierende Wettbewerb führe stattdessen zu überhöhten Preisen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamt ist die Schornsteinreinigung deutlich teurer geworden (Basiszahl 2000 =100, 2013= 104,6 und 2016= 108,6).

Mit welchen Kosten Sie für den Schornsteinfeger rechnen müssen

Die Schornsteinfegerkosten lassen sich grob überschlagen. Für die Ausstellung des Feuerstättenbescheids müssen Sie gemäß der festgelegten Arbeitswerte und unter Berücksichtigung landesspezifischer Kostenentwicklungen mit Gebühren zwischen 10 und 15 Euro rechnen. Maximal werden hier 30 Arbeitswerte berechnet und damit Kosten von höchstens 30 bis 45 Euro fällig.

Anfallende Kehr-, Überprüfungs- und Messarbeiten sind dagegen frei verhandelbar. Allerdings richten sich die Preise hier stark nach der Art der Heizungsanlage. Bei Öl- und Gasanlagen liegt die Preisspanne bei 40 bis 50 Euro pro Jahr. Raumluftunabhängige Öl- und Gaskessel schlagen mit Kosten zwischen 20 und 35 Euro zu Buche.

Differenzierter gestalten sich die Kostenstrukturen bei Holz-, Kohle-, und Pelletöfen. Bei einem täglich genutzten Kachel- oder Kaminofen müssen Sie mit Kosten von bis zu 75 Euro rechnen. Gelegentlich oder gar nicht genutzte Öfen hingegen kosten jährlich durchschnittlich um die 30 Euro. Ein Pelletofen und eine Pelletheizung ziehen Gebühren von bis zu 50 Euro nach sich.

Sie sind selbst verantwortlich

Nach den letzten gesetzlichen Änderungen wird der Bezirksschornsteinfeger nicht mehr selbstständig tätig, sondern Sie sind selbst verantwortlich dafür, dass Reinigungs- und Wartungsarbeiten fristgerecht durchgeführt werden. Andernfalls drohen Ihnen hohe Strafzahlungen.

Wie Sie die Kosten für den Kaminkehrer auf Mieter und Finanzamt umlegen

Für die Schornsteinfegergebühren werden Hauseigentümer zur Kasse gebeten. Als Vermieter können Sie die regelmäßig anfallenden Kosten als Nebenkosten auf den Mieter umlegen. Wenn Sie selbst in der Immobilie wohnen, können Sie sämtliche Ausgaben für den Schornsteinfeger als Handwerksleistung bei der Steuererklärung absetzen.

Jährlich können Sie 20 Prozent der Handwerkskosten absetzen, jedoch liegt hier der Maximalbetrag bei 1.200 Euro. Dabei werden lediglich die Arbeitskosten, nicht aber die Materialkosten berücksichtigt. Voraussetzung für die steuerliche Absetzbarkeit ist die Vorlage einer entsprechenden Rechnung. Also denken Sie daran, den Kaminkehrer nicht bar zu bezahlen, sondern nur gegen eine detaillierte Rechnung.
Tipp: Besser als beim Kaminkehrer funktioniert der Wettbewerb auf dem schon seit Längerem liberalisierten Strom- und Gas-Markt. Lesen Sie hier Tipps zum Stromanbieterwechsel.
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