Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 09.06.2017

Private Altersvorsorge Mit kleinen Beträgen zur großen Rente

Jüngere sparen zu wenig für die Rente. Dabei können gerade Berufsstarter mit kleinen Beträgen viel bewirken. Wie baut man verlustfrei ein Vermögen auf?
Private Altersvorsorge Mit kleinen Beträgen zur großen Rente

Schon während der Ausbildung mit der Altersvorsorge loszulegen lohnt sich.

Jeder Vierte in Deutschland glaubt, nicht genügend Geld für die private Altersvorsorge übrig zu haben. Knapp die Hälfte legt nichts für den Ruhestand beiseite, das sind Ergebnisse einer Kundenbefragung durch die Internetbank Comdirect. Ein ernüchterndes Ergebnis, zumal abzusehen ist, dass die gesetzliche Rente allein im Alter nicht genügen wird. „Hier muss jeder Einzelne handeln, um später gut finanziell aufgestellt zu sein“, sagt Kirsten Albers, Leiterin Banking bei Comdirect.

Der ermittelte, durchschnittliche Sparbetrag von 112 Euro pro Monat fällt ebenfalls bescheiden aus. In Kombination mit extrem niedrig verzinsten Geldanlagen wie Sparbuch oder Tagesgeld, geht der Kapitalaufbau nur schleppend voran. „Für den langfristigen Vermögensaufbau sind diese Anlagen nur bedingt geeignet“, bemängelt Albers. Die erzielbaren Renditen sind einfach zu gering. Der Ertrag vieler verzinster Geldanlagen liegt unterhalb der Inflationsrate, was zu Vermögensverlusten führt. Langfristig büßen deutsche Haushalte bis zu 14.000 Euro ein, so Berechnungen von Comdirect.

Altersvorsorge früh starten

Erfolgreiche Altersvorsorge zeichnet sich durch zwei Merkmale aus: ein möglichst früher Sparbeginn und ein geeignetes Anlageprodukt. Junge Sparer können über einen langen Zeitraum den Zinseszins für sich arbeiten lassen und so den Kapitalaufbau ordentlich in Schwung bringen. Ältere müssen, um auf das gleiche Sparergebnis zu kommen, deutlich mehr pro Monat investieren. In Sachen Rendite unterscheiden sich die Sparprodukte teils erheblich. Für risikoscheue Sparer empfehlen sich verzinste Anlagen wie klassische Privatrenten oder Riester-Renten. Diese besitzen zwar nur begrenzte Renditeaussichten, dafür ist der Ertrag weitgehend berechenbar. Risikobewusste Sparer können mit chancenreichen, fondsbasierten Zusatzrenten die Zeit für sich arbeiten lassen.

Anhand der nachfolgenden Anlagebeispiele sehen Sie, wie viel eine heute 30-Jährige monatlich einzahlen muss, damit sie mit 65 eine Zusatzrente von etwa 500 Euro pro Monat erwarten kann.

Private Rentenversicherung

Die klassische Privatrente bietet derzeit eine garantierte jährliche Verzinsung von 0,9 Prozent. Hinzu kommen von den Gesellschaften ausgeschüttete Unternehmensüberschüsse. Unterm Strich sind zwei bis drei Prozent Rendite realistisch. Die Durchschnittsverzinsung aller Versicherungen für 2017 liegt laut Ratingagentur Assekurata bei 2,61 Prozent. Bei Top-Gesellschaften muss eine 30-Jährige monatlich 150 Euro einzahlen, um nach 35 Jahren rund 500 Euro Monatsrente zu erhalten. Wie unser Vergleich privater Rentenversicherungen zeigt, prognostiziert HDI 565 Euro eine anfängliche Monatsrente und Allianz 559 Euro.

Zum Vergleich: Mit einer fondsbasierten Privatrente ist deutlich mehr drin. So prognostizieren Condor, Basler, Axa und Hanse Merkur über 700 Euro im Monat.

Riester-Rente

Hohe staatliche Zuschüsse machen die Riester-Rente vor allem für Familien mit Kindern und Alleinerziehende interessant. Damit die volle Förderung in den Vertrag fließt, muss man vier Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens in den Vertrag einzahlen. Bei einem Jahresverdienst von 45.000 Euro entspricht dies einem Monatsbeitrag von 150 Euro inklusive staatlicher Förderung. Eine 30-Jährige, die 35 Jahre lang gleichviel einzahlt, erzielt mit klassischer Garantieverzinsung bei guten Gesellschaften ebenfalls 500 Euro Monatsrente, zum Beispiel bei Allianz (Tarif ARSKU2, 574 €) oder bei Volkswohlbund (Tarif AIR, 514 €).

Zum Vergleich: Mit einem fondsgebundenen Riester-Vertrag kann die Rentenprognose bis auf knapp 700 Euro steigen, zum Beispiel bei LV 1870.
Vergleich Riester-Rentenversicherung
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

Fondssparplan

Kostengünstig und rentabel sind reine Fondssparpläne ohne Versicherungsmantel. Sie beinhalten allerdings keine integrierten Rentenzahlungen, darum muss sich der Sparer selbst kümmern. Im Gegensatz zur fondsbasierten Riester-Rente sind die eingezahlten Beiträge auch nicht garantiert. Dafür dürfen Sparer langfristig mit einem deutlich höheren Anlageergebnis rechnen, welches mit einem klugen Auszahlplan kombiniert eine hohe Monatsrente verspricht. Sparpläne mit deutschen Aktienfonds erzielen laut Fondsverband BVI auf Sicht von 35 Jahren im Schnitt jährliche Renditen von 7,7 Prozent, darin sind Fondskosten und Ausgabeaufschläge bereits berücksichtigt. Legt man 35 Jahre lang 150 Euro monatlich an, erzielt man ein Ergebnis von 302.000 Euro. Abzüglich Abgeltungssteuer verbleibt ein Anlagebetrag für den Auszahlplan von rund 240.000 Euro. Wird dieses Geld 25 Jahre lang mit Kapitalverzehr zurückgezahlt, so kann man sich bei dreiprozentiger Rendite monatlich stolze 1.130 Euro auszahlen lassen!

Tipp: Der Geldsparen-Aktiendepot-Vergleich hilft Ihnen, die laufenden Kosten für einen Fondssparplan niedrig zu halten.
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de kümmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor tätig.

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