Kevin Schwarzinger
Ein Beitrag von Kevin Schwarzinger, 24.06.2016

EU-Referendum Was der Brexit für Sparer bedeutet

Nun ist es amtlich: Die Briten kehren der Europäischen Union den Rücken. Doch was bedeutet das für deutsche Sparer?
EU-Referendum Was der Brexit für Sparer bedeutet

Goodbye Britannia! Die EU und das Vereinigte Königreich gehen getrennte Wege.

Soll das Vereinigte Königreich Mitglied der Europäischen Union bleiben oder nicht? Diese Frage müssen 46 Millionen wahlberechtigte Briten am 23. Juni beantworten. Der Ausgang des Referendums könnte Einfluss auf die internationalen Handelsbeziehungen und das geopolitische Gewicht innerhalb der EU haben. Seit Monaten leisten sich beide Lager einen erbitterten Wahlkampf

Wie reagiert der Aktienmarkt?

Auf den Kapitalmärkten herrscht zwar eine gewisse Nervosität. Dass sich ein EU-Austritt des Königreiches nicht auf die Geschäfte der Unternehmen niederschlagen würde, glauben die wenigsten Experten.  Für die Bundesrepublik gehört Großbritannien samt Nordirland zu den größten Handelspartnern. Sollte es tatsächlich zum Brexit kommen, würde das Königreich erst nach einer Übergangsphase von zwei Jahren aus der Europäischen Staatengemeinschaft ausscheiden.

Dadurch würden die Briten also vorerst weitgehend ungestört Außenhandel betreiben können, jedoch bleiben Unsicherheiten, wie die gesetzlichen Regelungen danach aussehen werden. Die Volkswirte der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) rechnen dadurch mit einer Lähmung bei den Unternehmensinvestitionen. Selbst eine Rezession sei im Vereinigten Königreich dann nicht mehr auszuschließen. Diese Unsicherheit hatte bereits an der deutschen Börse Auswirkungen.

So rauschte jüngst der Dax binnen einer Woche von rund 10.300 auf etwa 9.500 Punkte. Was sagen jetzt Verbraucherschützer?

"Für den Aktienmarkt Prognosen abzugeben, ist noch schwieriger als für den Zinsmarkt. Am meisten werden aber britische Aktien betroffen sein und solche Unternehmen, die viele Im- und Exportgeschäfte mit Großbritannien betreiben. Davon sollten sich Verbraucher aber nicht verrückt machen lassen. Denn wir raten ohnehin von kurzfristigen Spekulationsgeschäften ab. Vielmehr sollten private Anleger langfristig denken. Um Risiken zu minimieren, bieten sich hier Fonds an oder sogenannte ETFs, die wesentlich günstiger sind", sagt Merten Larisch von der Verbraucherzentrale Bayern.

Was bedeutet ein Austritt für deutsche Sparer?

Selbst für den Fall, dass sich die Briten aus der EU verabschieden, wären die Folgen für die hiesigen Sparer überschaubar. "Direkt betroffen sind deutsche Sparer nicht. Allerdings gibt es natürlich eine indirekte Betroffenheit, wenn sich im Falle eines Brexits die Unsicherheit an den Märkten und in der Konjunktur festsetzt und somit die EZB gezwungen wird, den Leitzins noch länger als beabsichtigt niedrig zu halten. Oder im schlimmsten Falle von neuen Verwerfungen sogar noch weiter zu senken", sagt Carsten Brzeski, Chefsvolkswirt der ING-Diba.

Die britische Einlagensicherung "Financial Services Compensation Scheme" (FSCS) haftet aufgrund des sinkenden Wechselkurses schon jetzt für weniger als die von der EU geforderten 100.000 Euro je Sparer. Die gesicherten 75.000 Pfund Sterling entsprechen derzeit - wechselkursbedingt - nur etwa 96.000 Euro. Daher sollten Sparer aktuell weniger als 100.000 Euro auf britischen Konten anlegen – vor allem bei längeren Laufzeiten.

Wie wirkt sich ein möglicher "Brexit" auf Baukredite aus?

Auch hier können potentielle Immobilienkäufer erst einmal durchschnaufen. Denn die Bau-Zinsen werden nicht nur von den Kapitalmarktzinsen bestimmt, sondern auch vom Wettbewerb und bankinternen Überlegungen. "Wenn im Falle eines Brexits die Unsicherheit an den Märkte allerdings anhalten wird und auch die Kapitalmarktzinsen niedrig bleiben, verzögert ein möglicher Brexit starke Anstiege der Zinsen für Baukredite weiter hinaus", so Brzeski.

Mein Tipp: Mit Festgeld sichern Sie sich die heutigen Zinsen für einen zuvor festgelegten Zeitraum. Das heißt, selbst, wenn das Zinsniveau durch den Brexit weiter nachgeben würde, muss Ihnen die Bank den vereinbarten Zins auch in Zukunft zahlen. Wer an der Börse aktiv ist, sichert sich mit einem sogenannten Stopp-Loss-Limit ab. Damit werden Ihre Aktien bzw. Ihre Fonds automatisch verkauft, sobald eine selbstgewählte Untergrenze erreicht wird. Das begrenzt mögliche Verluste.
Gesamten Vergleich anzeigenFestgeld Betrag: 10.000 €, Laufzeit: 12 Monate
  Anbieter Zinssatz
Zinsertrag
 
1.
1,00%
100,00
2.
0,90%
90,00
3.
0,85%
85,00
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

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