Thomas Brummer
Ein Beitrag von Thomas Brummer, 05.08.2016

Interview Pflegeimmobilie als Geldanlage

Für klassische Sparprodukte der Banken gibt es kaum noch Zinsen. Patrick Holze, Experte von marktplatzpflegeimmobilie.de, klärt die wichtigsten Fragen zur Pflegeimmobilie als Anlage.
Interview Pflegeimmobilie als Geldanlage

Patrick Holze, Experte des Portals marktplatz-pflegeimmobilie.de

Das Ersparte blind der Hausbank anvertrauen, das ist längst keine gute Idee mehr. Ein Vergleich von Tagesgeld oder auch Festgeld ist mehr denn je nötig, um überhaupt noch respektable Zinsen zu ergattern. Wenn es jedoch darum geht, wirklich ergiebige Erträge zu erwirtschaften, wird in aller Regel auf die Aktie verwiesen. Allerdings geht dieser Tipp meist ins Leere, denn die Mehrzahl der Deutschen meidet immer noch das Börsenparkett. Eine attraktive Alternative könnte die Pflegeimmobilie sein. Dabei haben auch Privatpersonen die Möglichkeit, direkt und ohne einen Fonds am Markt für Pflegeimmobilien zu agieren. Patrick Holze, Experte des unabhängigen Portals marktplatzpflegeimmobilie.de, klärt die wichtigsten Fragen.

Geldsparen.de: Für wen lohnt sich das Investment?

Holze: Der Aufbau von Vermögen für das Alter betrifft jeden. Doch es ist immer schwieriger, Geld anzulegen und mit ausreichender Rendite für das Alter vorzusorgen. Immobilien gelten als wertstabile Anlage, die Sicherheit, Inflationsschutz und Steuervorteile bietet. Das bedeutet, dass Immobilieninvestments für viele Personen interessant sind. Wer jedoch die gekaufte Eigentumswohnung vermieten möchte, steht vor administrativen Schwierigkeiten. Als Vermieter trägt man die Verantwortung für eventuelle Instandhaltungsmaßnahmen, muss regelmäßig Mietzahlungen überprüfen, bei Leerstand auf Geld verzichten und neue Mieter suchen. Vielen ist dieser Aufwand zu groß. Bei einer Investition in Pflegeimmobilien übernimmt der Betreiber des Pflegeheims diese Aufgaben – der Käufer genießt lediglich Mieteinnahmen und Rendite sowie das bevorzugte Belegungsrecht. Wer also die finanziellen Vorteile einer Immobilie mit geringem Aufwand nutzen möchte, sollte sich Pflegeimmobilien genauer ansehen.

Geldsparen.de: Wie hoch ist die Rendite?

Holze: Käufer von Pflegeimmobilien erhalten Kalkulationssicherheit: Die Rendite liegt derzeit je nach Objekt zwischen 3,9 bis 5,5 Prozent und wird langfristig in einem Mietvertrag festgesetzt. Diese Sicherheit erhält der Käufer beim Erwerb einer Eigentumswohnung nicht. Wechselnde oder zahlungsunfähige Mieter verhindern die genaue Planung und mindern die Altersvorsorge. Der wichtige Faktor Lage, der den Wert eines Objekts stark beeinflusst, ist für unerfahrene Vermieter zudem schwer einzuschätzen. Es gibt viele Faktoren, die die Einnahmen eines Immobilieninvestments beeinflussen, die der Vermieter selbst nur unzureichend steuern kann. Bei Pflegeimmobilien gestaltet sich das anders.

Geldsparen.de: Was ist das bevorzugte Belegungsrecht?

Holze: Im Gegensatz zu einem Investment in Pflegeimmobilien durch einen Fonds erhalten Anleger zusätzlich zu Rendite und Mietzahlungen ein sogenanntes bevorzugtes Belegungsrecht für sich und nahe Angehörige. Wer in eine Pflegeimmobilie investiert, genießt in zweifacher Hinsicht eine Altersvorsorge. Zum einen erhält er Einnahmen, zum anderen verkürzt er die Wartezeit auf einen Pflegeheimplatz, wenn dieser notwendig ist. Angesichts des demografischen Wandels und einer immer schwierigeren Pflegesituation, lohnt es sich, diesen Aspekt in puncto Altersvorsorge zu beachten.

Geldsparen.de: Was sind die Risiken?

Holze: Wie bei jedem Investment gibt es Punkte, die vorab zu beachten sind, um die Risiken der Investition so gering wie möglich zu halten. So sollten Käufer vorab, vergleichbar zu einem herkömmlichen Immobilieninvestment, die Lage des Objekts prüfen, um so eine Wertsteigerung des Objekts zu ermöglichen. Auch der Betreiber und die Einrichtung selbst sollten Käufer vorab prüfen. Betreiber müssen betriebswirtschaftlich handeln. Ein deutschlandweit agierender, renommierter Betreiber sollte immer einer höheren Rendite vorgezogen werden. Gewissenhafte Betreiber erkennen Käufer beispielsweise an der Personalplanung, der betriebswirtschaftlichen Führung und dem Leistungsangebot der Einrichtung.

Geldsparen.de: Worum müssen sich Privatanleger kümmern?

Holze: Wer eine Pflegeimmobilie erwerben will, kann dies in sechs Schritten erledigen. Zunächst nehmen künftige Immobilienbesitzer zu einem Makler Kontakt auf. Auf Portalen wie marktplatz-pflegeimmobilie.de sehen sich Interessenten verschiedene Angebote an und werden dann vermittelt. Auf dem Vergleichsportal kann der Kunde Beispielrechnungen für jedes Objekt durchführen. Dort stehen verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten bereit, um sie miteinander zu vergleichen und zu kalkulieren. Danach kann er eine Immobilie reservieren. Der nächste Schritt führt zum Notar. Da das Pflegeappartement wie eine herkömmliche Immobilie behandelt wird, fallen hier Gebühren an. Danach erfolgt der Grundbucheintrag, der wie bei einem „normalen“ Immobilienkauf anfällt. Ist dieser Schritt vollendet, wird der Kaufpreis überwiesen und der Investor ist Besitzer eines Pflegeappartements.

Geldsparen.de: Herr Holze, vielen Dank für das Gespräch.

 

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Thomas Brummer mein Name ist Thomas Brummer. Ich studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei der LV 1871 und der Hypovereinsbank tätig. Im Anschluss schrieb ich für das Anlegermagazin Der Aktionär.

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Leserkommentare

 

06.08.2016 13:34 Uhr
Gans: Pflegeimmobilie
Ist die Rendite Brutto oder Netto? Es gibt Städte, wo ein Überhang an Pflegeimmobilien besteht und die nur zu 80% belegt sind. Was ist bei Leerstand, müssen die Verwaltungskosten auch bezahlt werden?


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