Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 31.03.2017

Geldanlage Untätigkeit entwertet Sparvermögen

Die Deutschen sparen falsch. Ungeeignete Anlageformen wie das Sparbuch vernichten Vermögen. Anleger sollten umdenken und ihr Risiko erhöhen.
Geldanlage Untätigkeit entwertet Sparvermögen

Einfach nur abwarten, bis bessere Zinszeiten kommen? Das ist keine gute Anlagestrategie.

Rund drei Viertel der Deutschen (73 Prozent) legen nach dem jüngsten Anlagebarometer von Union Investment ihre Ersparnisse wider besseren Wissens aufs Sparbuch. Dabei zahlen Sparkassen und Banken praktisch keine Zinsen mehr. Die einzigen Lichtblicke am Markt sind derzeit die ABC Bank und die Merkur Bank, die wenigstens noch ein halbes Prozent spendieren.

Marktgerechte Rendite mit Top-Tagesgeld

Ähnliches Bild beim Tagesgeld: Lediglich jeder Fünfte stuft diese Anlage noch als attraktiv ein, trotzdem werde sie von doppelt so vielen Sparern (42 Prozent) nachgefragt, so die Union-Studie. Zwar zahlen Direktbanken wie Consorsbank, Advanzia, ING-Diba oder Renault Bank nach wie vor  Zinsen von bis zu einem Prozent. Doch die Masse der Tagesgeldkonten verzinst sich nur knapp oberhalb der Nullgrenze. Der Tagesgeld-Durchschnittszins liegt aktuell bei 0,2 Prozent – Tendenz fallend. Giovanni Gay, Geschäftsführer von Union Investment, sieht das Anlegerverhalten kritisch: „Die deutschen Sparer lassen große Chancen ungenutzt. Sie wollen zwar auf Nummer sicher gehen, doch indem sie ihr Erspartes der Inflation überlassen, erreichen sie genau das Gegenteil.“

Zinswende auch in Europa?

Gefragt nach dem Grund für die Bevorzugung traditioneller Sparformen, verweisen viele Anleger auf die Zinsentwicklung in den USA. Jeder Vierte interpretiert den jüngsten Zinsanstieg dort als Signal und erwartet auch hierzulande steigende Zinsen. Viele warten deshalb ab und belassen ihr Erspartes auf variabel verzinsten Sparbüchern oder Tagesgeld. „Anleger sollten sich von dem Zinsanstieg in den USA aber nicht täuschen lassen“, warnt Gay. „Hierzulande bleiben die Zinsen trotz Inflationsanstieg vorerst niedrig, damit verlieren Sparbücher unterm Strich an Wert.“ Eine zweiprozentige Teuerung führe über einen Zeitraum von zehn Jahren zu einem Kaufkraftverlust von 18 Prozent.

Festgeld beugt Entwertung vor

Vermögensverluste lassen sich nur mit renditestarken Anlageformen ausschließen. Sichere Renditen mit Inflationsausgleich bietet zum Beispiel Festgeld. Vorsichtige Sparer, die keine Risiken eingehen möchten, sichern sich mit Festgeld Zinsgarantie und Kapitalsicherheit – und das ohne Gebühren. Wer sich für drei Jahre bindet, der errreicht derzeit bis zu 1,15 Prozent Zinsen, etwa bei der Denizbank. Wer für vier Jahre anlegt, der erhält beim gleichen Geldhaus sogar 1,25 Prozent Zinsen. Allzu lange sollte man sich aber nicht festlegen, denn niemand weiß, wie sich die Zinslandschaft entwickelt. Optimistische Sparer, die schon in naher Zukunft mit einer Verbesserung der Renditen rechnen, können zweijähriges Festgeld der schwedischen Klarna Bank wählen, die aktuell 1,10 Prozent Zinsen gutschreibt.
 
Gesamten Vergleich anzeigenFestgeld Betrag: 100.000 €, Laufzeit: 48 Monate
  Anbieter Zinssatz
Zinsertrag
 
1.
1,25%
5.000,00
2.
1,20%
4.914,56
3.
1,16%
4.721,37
Datenstand: 15.12.2017
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

Fondssparplan sorgt für Renditeschub

Laut der Befragung halten es 43 Prozent der Anleger für sinnvoll, einen Teil ihres Geldes in höher rentierliche Anlageformen anzulegen. Die meisten davon vertrauen auf Fondssparpläne. Allerdings weiß nur jeder dritte Anleger, wie diese funktionieren. „Viele denken bei Sparplänen an starre Konzepte mit langen Laufzeiten“, kritisiert Gay. Doch das stimme nicht. Ein Fondssparplan ist grundsätzlich flexibel, es gibt weder vertraglich fixierte Laufzeiten, noch festgezurrte Sparraten oder Kündigungsfristen. Anleger können jederzeit Anteile kaufen, verkaufen oder ihre Sparrate ändern.

Wie sehr sich Fondssparpläne lohnen, zeigt die Statistik des unabhängigen Fondsverbandes BVI. Danach erzielten Sparpläne mit deutschen Aktienfonds in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt einen Wertzuwachs von 7,3 Prozent pro Jahr, auf Sicht von 15 Jahren sind es 7,1 Prozent. Fonds wie der DWS Deutschland, liefen sogar deutlich besser. Ähnlich hohe Renditen mit 7,0 bzw. 5,7 Prozent erreichen global anlegende Aktienfonds. Hier sticht zum Beispiel der Siemens Global Growth deutlich heraus. Wichtig ist allerdings, dass Sparer kontinuierlich einzahlen und langfristig am Ball bleiben. Für die kurzfristige Spekulation sind Fondssparpläne nicht geeignet. Und auf die richtige Fondswahl kommt es natürlich an.
Tipp: Nutzen Sie die Sparrechner auf Geldsparen.de, um ein günstiges Depot und renditestarke Zinsanlagen zu finden.
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de kümmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor tätig.

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