Von Eva Maria Buscher, 18.10.2016

Erbrecht Streit ums Testament vermeiden

Viele bringen ihren letzten Willen erst zu Papier, wenn sie schon älter als 70 sind. Das kann das Testament angreifbar machen.
Erbrecht Streit ums Testament vermeiden

Wer sein Testament nicht mehr selbst handschriftlich verfassen kann, kann seinen letzten Willen einem Notar mündlich erklären

Wenn es Streit ums Erbe gibt, zieht der sich oft über Jahre hin. In Familien kann er für schlimme Zerwürfnisse sorgen – ganz egal, ob es um Pflicht- oder Erbteil geht, den Wert von Opas Münzsammlung oder die Frage, ob das Elternhaus verkauft oder doch lieber vermietet werden soll.

Wenn unzufriedene Erben das Testament anfechten

Dann ist alles andere als sicher, ob der letzte Wille des Erblassers tatsächlich Wirkung entfaltet. Viele Erbstreitigkeiten landen vor Gericht. „Unzufriedene Verwandte machen ihre Einwendungen meist schon bei der Testamentseröffnung geltend“, erklärt Rechtsanwältin Sandra Ruppin. „Mit einer Anfechtung können sie dann zum Beispiel die Testierfähigkeit in Frage stellen.“

Die Anwältin hat im Auftrag der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ein Buch über Rechtsfragen in Zusammenhang mit der Demenz geschrieben. Wichtiges Kapitel: Das Erbrecht. Denn Erben oder Enterbte können das Testament leichter anfechten, wenn der Erblasser schon älter war, als er den letzten Willen geschrieben hat, und es Anzeichen für Demenz gab. Allerdings müssen die Kläger die Testierunfähigkeit dann auch beweisen. Das dauert und erfordert normalerweise viele Zeugen – vom behandelnden Arzt oder Pfleger bis zu engen Freunden und Verwandten.

Wer Demenz hat, ist nicht unbedingt geschäftsunfähig

Wer eine Krankheit wie Demenz hat, verliert nicht gleich seine Geschäfts- oder Testierfähigkeit. Wichtig für die Wirksamkeit des Testaments ist, dass der Erblasser den Inhalt und die Bedeutung seiner Willenserklärung voll und ganz begreift. Da Alzheimer und ähnliche Erkrankungen meist langsam und schleichend verlaufen, können viele Patienten noch Jahre nach der Diagnose wirksam Testamente schreiben oder auch ändern.

So schützen Sie ihr Testament

Sind Sie schon älter und befürchten, dass es später einmal Streit um Ihr Testament geben könnte? Dann sollten Sie Ihren letzten Willen gut absichern.

Fachärztliches Attest: Ein ärztliches Gutachten ist sinnvoll, wenn der Verdacht besteht, dass die geistige Leistungsfähigkeit durch höheres Alter bzw. Krankheit eingeschränkt ist. Bei Verdacht auf Demenz gibt es spezielle Tests, um diese festzustellen. Die Untersuchungen bieten vor allem Neurologen und Psychiater an. Kosten von 250 Euro aufwärts sind üblich. Die Krankenkassen kommen für ein solches Gutachten generell nicht auf.

Beurkundung beim Notar:
Lassen Sie Ihr Testament notariell beurkunden, können Sie einem späteren Streit um die Echtheit des Schriftstücks vorbeugen. Der Notar stellt die Identität fest und nimmt das Testament in Verwahrung. Wer sein Testament nicht mehr selbst und handschriftlich verfassen kann, hat die Möglichkeit, seinen Willen vor dem Notar mündlich zu erklären oder ihm eine zum Beispiel am Computer geschriebene Erklärung zu übergeben.

Der Notar muss auch die Testierfähigkeit feststellen. Allerdings hat das nicht die gleiche Beweiskraft wie ein fachärztliches Attest. Rechtsanwältin Sandra Ruppin: „Die Beurkundung gilt nur als Indiz für die Testierfähigkeit. Der Notar kann nicht in einem relativ kurzen Gespräch den Geisteszustand seines Gegenübers überprüfen. Dafür ist er nicht ausgebildet.“

Wie viel Sie für eine notarielle Beurkundung zahlen müssen, hängt von den finanziellen Werten ab, um die es geht. Wer zum Beispiel Vermögenswerte in Höhe von 10.000 Euro vererben will, muss mit einer Gebühr von 160 Euro rechnen. Ab 50.000 Euro sind es 300, ab 100.000 Euro 470 Euro Gebühr.

Amtliche Verwahrung: Kostengünstiger ist es, wenn Sie Ihr Testament beim Amtsgericht in Verwahrung geben. Dafür müssen Sie einmalig eine Pauschale von 75 Euro zahlen. Dazu kommen 18 Euro für einen Eintrag ins „Zentrale Testamentsregister“. Dieses Register gibt es seit 2012. Eine Abfrage erfolgt automatisch nach jedem Sterbefall. Auch Testamente, die ein Notar beurkundet hat, landen in dem Register.

Die amtliche Verwahrung soll vor allem garantieren, dass die Willenserklärung im Nachlassverfahren beachtet wird. Wer dagegen sein Testament zu Hause aufbewahrt, läuft Gefahr, dass es nicht rechtzeitig gefunden wird. Oder dass unzufriedene Erben es einfach verschwinden lassen...

Geldsparen-Tipp: Einige Versicherer bieten Rechtsschutzversicherungen mit Erbrechtsschutz an. Die sehen meist anwaltliche Beratung, Kostenübernahme für Mediation (außergerichtliche Vermittlung im Streitfall) und die gerichtliche Auseinandersetzung vor. Da Erbrechtsstreitigkeiten oft teuer sind, gelten für die Übernahme von Anwalts- und Gerichtskosten Obergrenzen (je nach Versicherer bis zu 10.000 Euro). Mit dem Geldsparen-Vergleich Rechtsschutzversicherung können Sie Tarife vergleichen und einen passenden Schutz finden:

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