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 Freemail-Dienste


Große Auswahl ganz ohne Qual

Gut vierzig Millionen Deutsche nutzen das Internet. Die beliebteste Anwendung ist die elektronische Post. Dazu braucht man einen Computer mit Zugang zum Internet und eine E-Mail-Adresse mit einem virtuellen Postfach. Diesen Service bieten so genannte Freemail-Dienste kostenlos an. Die meisten finanzieren sich durch Werbung in den E-Mails oder auf der Internetseite, von der aus man seine elektronische Post erledigt. Allerdings sind die Unterschiede von Anbieter zu Anbieter sehr groß, etwa was den zur Verfügung gestellten Speicherplatz angeht. Zumal viele Dienste ihre Angebote immer weiter aufstocken.


Viele Freemail-Dienste bieten den „Unified Messaging Service“ (UMS), er ermöglicht das Empfangen und Versenden von anderen Medien wie SMS und Fax. Auch Anrufe können entgegengenommen und

 
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als Ton-Datei an eine Mail angehängt weitergeleitet werden. Einige Dienste ermöglichen es, die E-Mails mit einem externen Programm wie z.B. Outlook Express von Microsoft abzurufen. So spart man sich das Aufrufen der Internet-Seite, ein Mausklick genügt und die Briefe werden aus dem Postfach geholt.

Ein Filter, der unerwünschte Werbe-E-Mails (Spam) abfängt und in ein gesondertes Verzeichnis schiebt, ist inzwischen bei fast allen Anbietern Standard. Allerdings unterscheiden sich die Methoden, nach denen ein Brief als Spam klassifiziert wird. Manche lassen mehr durch, manche weniger. Man sollte jedoch immer wissen, was im Spam-Ordner gelandet ist. Es kommt zwar äußerst selten vor, aber es kann passieren, dass der Filter persönliche E-Mails als Werbemüll aussortiert.

Nach diesen Kriterien sollten Sie einen Anbieter auswählen:
  ·  Wie viel Speicherplatz hat das Postfach?
  · 
Wie groß dürfen Datei-Anhänge sein?
  ·  Wie lange werden die E-Mails gespeichert?
  ·  Gibt es Virenschutz und Spam-Filter?
  ·  Welche Übertragungsarten (Protokolle) können genutzt werden, um 
     die E-Mails über externe Programme wie Outlook Express abzurufen?
  ·  Wie viele verschiedene E-Mail-Adressen lassen sich einrichten?
  ·  Welche UMS-Funktionen werden angeboten?
  ·  Können eingehende E-Mails automatisch an andere Adressen
     weitergeleitet werden?

Acht Anbieter im Überblick
Leistungen: AOL Arcor Freenet GMX
Speicherplatz: 
(in MB)
2.000  50 Mail, 
50 Homepage,
1.400 Fotos
20 Mail, 
30 Daten
1.000
Größe Datei
anhänge:
(in MB)
15 35 60 (Ver-
sand)
20 (Empfang)
20
Speicherdauer: unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Sicheres Login: Ja Ja Ja Ja
Virenschutz: Ja Ja Ja Nein
Spam-Filter: Ja Ja Ja Ja 
Protokolle: SMTP, IMAP POP3 SMTP
IMAP
POP3 SMTP IMAP POP3 SMTP
E-Mail-Adressen: 1 15 11 5
SMS: Nein 3 pro Monat gratis, danach ab 9 Cent pro SMS 3 pro Monat gratis 9 Cent pro SMS
Fax: Nein 5 pro Monat gratis, danach ab 5 Cent pro Fax 3 pro Monat gratis Nein
Anrufbeantw.: Nein Ja Ja Nein
Weiterleitung: Nein Ja Ja Ja
Leistungen: Hotmail Lycos Web.de Yahoo
Speicherplatz: 
(in MB)
250 300 12 1.000
Größe Datei-
anhänge:
(in MB)
10 10 4 10
Speicherdauer: 30 Tage 
ab jeder Nutzung 
unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Sicheres Login: Ja Ja Ja Ja
Virenschutz: Ja Ja Ja Ja
SpamFilter: Ja Ja Ja Ja
Protokolle: Keine HTTP-
Server
POP3 SMTP IMAP POP3 (mit Anmeldung bei Yahoo Direkt)
E-Mail-Adressen: 1 1 1 1
SMS: optio-
nal
ab 7,5 Cent pro SMS ab 15 Cent pro SMS keine
Fax: Nein Nein 30-80 Cent pro Seite Nein
Anrufbeantw.: Nein Nein Nein Nein
Weiterleitung: Nein Nein Ja Ja

 

Kommentar zu den Anbietern:

1. AOL
AOL, der Speicherriese: 2 Gigabyte Platz räumt dieser Anbieter seinen Nutzern ein. Ansonsten ist AOL Freemail aber eher mager ausgestattet. Auf Zusatzfunktionen wie SMS- oder Faxversand etwa muss man verzichten. Der Zugang zum Mailprogramm erfolgt über einen Button links oben auf der AOL-Startseite. Mit einem zweiten Klick startet man Webmail. Allerdings muss man bei manchen Rechner-Browser-Kombinationen auf eine ältere, webbasierte Version des Mail-Programms zurückgreifen. Das betrifft vor allem Nutzer des Netscape Navigator.

2. Arcor (PIA Basic)
Bei Arcor kann man sich innerhalb von fünf Minuten für den PIA (Persönlicher Internet Assistent) registrieren. Einfach auf den entsprechenden Link (Startseite / Registrieren) klicken, gewünschte E-Mail-Adresse, Passwort und einige Daten wie Name, Geburtsdatum und Adresse angeben, schon kann es losgehen. Ein rundes Auswahlmenü hilft bei der Navigation zu den einzelnen Diensten (Netpass, Organizer, Messaging, Adressbuch, Geburtstage, Notizblock). Die Menüs sind relativ übersichtlich und leicht verständlich. Das Postfach ist mit 50 Megabyte gut ausgestattet, platzraubende Bilder können in dem 1.400 MB  großen Fotoalbum archiviert werden; zudem stehen 50 MB auf der eigenen Homepage zur Verfügung. Arcor ist ein gutes Angebot mit reichlich Zusatzfunktionen.

3. Freenet (E-Mail Office Basic)
Ein Klick auf „E-Mail Office“ führt zur Anmeldung. Neben den persönlichen Daten muss man auch noch mindestens eines der zur Auswahl stehenden Themengebiete auswählen. Das Anfangs-Menü ist etwas unübersichtlich geraten. 
Das Limit für Dateianhänge von 60 Megabyte ist sehr groß. Von der Vielfalt der Funktionen bietet Freenet fast genauso viel Auswahl wie Arcor (Kalender, Adressbuch, E-Mails per Telefon vorlesen lassen etc.).
Als einer von wenigen bietet Freenet die Möglichkeit, E-Mails mit einem externen Programm per IMAP zu managen. Damit kann zum Beispiel ein größeres Büro mit jedem Rechner die ankommenden E-Mails sichten, ohne dass diese im eigentlichen Postfach gelöscht werden (im Gegensatz zu POP3). Andere Rechner können später die gleiche E-Mail noch einmal abfragen.

4. GMX (Freemail)
Die Anmeldung bei GMX ist im Vergleich zu den anderen relativ langwierig. Dies ist nicht unbedingt als Nachteil zu werten, denn es wird auf die richtige Wahl des Passworts eingegangen. Entspricht dieses nicht den Sicherheits-Kriterien, bekommt man einen Hinweis und kann ein neues eingeben. Am Ende warten noch Fragebögen und Werbeangebote. Dafür gibt es ein riesiges Postfach mit 1 Gigabyte Speicherplatz.
Nach dem Anmelden kommt man auf eine Übersichts-Seite, von der aus man alle Funktionen erreicht. Der Spam-Filter von GMX bietet viele Einstellmöglichkeiten und funktioniert gut. Bei POP3-Abruf der E-Mails auf ein externes E-Mail-Programm kann man sich automatisch einen Report schicken lassen, der die Absender und die Betreffzeile von E-Mails anzeigt, die als Spam erkannt wurden.

5. Hotmail
Hotmail ist der Freemail-Dienst von Microsoft. Die relativ umständliche Anmeldung erfolgt auf der Seite unter dem Punkt „Neues Konto erstellen“. Mit 250 Megabyte steht reichlich Speicher zur Verfügung. Ein Nachteil ist, dass keine Protokolle wie POP3 zur Abfrage mit externen Mailprogrammen unterstützt werden. Ausnahme: Mit Outlook Express ab Version 5.x kann man die E-Mails extern abfragen.
Plant man einen längeren Urlaub, tut man gut daran, auch in dieser Zeit die E-Mails zu sichten. Denn nutzt man das Konto mehr als 30 Tage nicht ein, wird es automatisch deaktiviert, und gespeicherte E-Mails und Adressbücher werden gelöscht. Dieser Nachteil und fehlende Zusatzfunktionen lassen Hotmail im Vergleich mit anderen Anbietern zurückfallen.

6. Lycos (Lycos Mail)
Unter dem Punkt „E-Mail“ im linken Navigationsmenü von Lycos findet die Anmeldung statt. Nach dem Einloggen kommt man auf die übersichtliche Startseite. Hier sieht man auf einen Blick, wie viele E-Mails sich im Posteingang und anderen Ordnern befinden und wie viel Platz im Postfach noch übrig ist. Dieses gehört mit 300 Megabyte Speicherplatz zu den größeren. Die unlimitierte Speicherzeit der Mails in Kombination mit dem großen Postfach erlaubt es, die Nachrichten einige Zeit im Postfach zu lassen. An zusätzlichen Funktionen bietet Lycos Adressbuch, Terminkalender, virtuelle Festplatte und E-Card-Versand. Lycos Mail bietet die wichtigsten Standardfunktionen, die man von einem Postfach erwartet.

7. Web.de (Freemail)
Nach der Anmeldung findet man sich im sehr übersichtlichen Hauptmenü wieder. Von hier kommt man schnell zu den meisten Funktionen wie E-Mail/SMS/Fax schreiben, Posteingang, Adressbuch, Kalender und den persönlichen Einstellungen. Der Drei-Wege-Spam-Filter von Web.de gilt als einer der Besten, man bekommt einen Großteil des Werbemülls gar nicht zu sehen. Neben Freenet.de ist Web.de der zweite Anbieter unserer Übersicht, der das IMAP-Protokoll beherrscht. Das Postfach ist mit 12 Megabyte relativ klein.

8. Yahoo (Yahoo Mail)
Auch Yahoo geht mit einem eigenen Freemail-Angebot ins Rennen. Leider bietet dieses nicht gerade viele Extras. Dafür erwartet einen nach einer schnellen Registrierung ein übersichtliches Menü. Wer nur E-Mails verschicken und empfangen will, findet die wichtigsten Grundfunktionen wie POP3-Abruf, Spam-Filter und unbegrenzte Speicherzeit der Nachrichten. Um POP3 zu nutzen muss man allerdings in seinen Einstellungen das Angebot für Werbemails annehmen. Immerhin bietet es mit 1.000 Megabyte sehr viel  Speicherplatz. Auf Funktionen wie SMS und Fax muss man verzichten.

Entscheidungs-Kriterien auf eine Blick

Kriterium:

Geeignete Anbieter:

Großes Postfach

AOL, GMX, Yahoo, Hotmail, Lycos

Unified Messaging (SMS, Fax etc.)

Arcor, Freenet

Mehrere Mail-Adressen

Arcor, GMX, Freenet

Lange Speicherzeit

AOL, Arcor, GMX, Freenet, Lycos, Web.de, Yahoo

Extra Datenspeicherplatz

Arcor, Freenet

Severin Fell, 17.08.2006


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