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 Kfz-Steuer:


Kat rein, Steuern runter

Für mehr als 16 Millionen Autofahrer hat sich dieses Jahr die Kfz-Steuer erhöht. Knapp 40 Prozent mehr müssen alle Besitzer eines Benziners zahlen, der nur die Schadstoffnorm Euro 1 erfüllt – statt 10,84 Euro pro angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum sind jetzt 15,14 Euro fällig. Bei 1,8 Liter Hubraum sind das rund 272 Euro Steuern statt bislang 195 Euro.

Dieselfahrer kommen, prozentual gesehen, glimpflicher weg: Für Diesel der Stufe Euro 1 steigt die Steuer um rund 20 Prozent von 23,06 auf 27,36 Euro pro 100 Kubikzentimeter. 684 Euro Kraftfahrzeugsteuer muss zum Beispiel der Besitzer eines acht Jahre alten Mitsubishi Pajero 2500 D bezahlen, und auch der Besitzer eines alten Golf Diesel wird mit knapp 520 Euro kräftig zur Kasse gebeten. Noch teurer wird es für Fahrzeuge, die es nicht in die Schadstoffgruppe Euro 1 geschafft haben – hier klettern die Steuersätze auf bis zu 21,07 Euro für Benziner und 33,29 Euro für Diesel (siehe auch Tabelle unten).

Sie wissen nicht, zu welcher Schadstoffgruppe Ihr Auto gehört? Die letzten beiden Ziffern der Schlüsselnummer 1 im Fahrzeugschein verraten die Schadstoffstufe.

Die Steuersätze der Schadstoffgruppen:
Emmissions-
gruppe

Schlüssel-
nummer im Fahrzeugschein

Antriebsart Steuersatz*
bis 31.12.04 seit
1.1.05
Euro 3 und 4 30-33, 36-48 Otto-Motor 6,75 € 6,75 €
D3 und 4 53-70 Diesel-Motor 15,44 € 15,44 €

Euro 2

25-27, 35, 49-52, 71 Otto-Motor
Diesel-Motor
7,36 €
16,05 €
7,36 €
16,05 €
Euro 1
und vergleichbare
01, 02, 03, 04, 09, 11-14, 16, 18, 21, 22, 28, 29, 34, 77 Otto-Motor
Diesel-Motor
10,84 €
23,06 €
15,14 €
27,36 €
* je angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum
Quelle: Bundesfinanzministerium, Angaben ohne Gewähr

Das Ziel der noch unter Finanzminister Theo Waigel beschlossenen Erhöhung ist klar: Das Fahren der "alten Stinker" soll finanziell unattraktiv und damit der Umstieg auf sauberere Autos beschleunigt werden. Alternative für viele Besitzer alter Schätzchen: Die Nachrüstung eines Kats, um in die günstigeren Schadstoffnormen Euro 2 oder 3 zu rutschen, für die sich an den Steuersätzen nichts ändert.

Die Kosten für die technische Aufrüstung amortisieren sich in den meisten Fällen nach eineinhalb bis zwei Jahren. Kann das Auto länger genutzt werden, spart der Besitzer richtig Geld – und bei einem eventuellen Verkauf darf er auf einen höheren Preis hoffen.

Die Nachrüst-Möglichkeiten

Es gibt mehrere Möglichkeiten, sein Fahrzeug von Euro 1 auf Euro 2 oder gar Euro 3 zu hieven und damit die Kfz-Steuer praktisch zu halbieren. Für Benziner gibt es sogenannte Kaltlaufregler, die vor allem in der Startphase die Abgaswerte drastisch reduzieren. Ausrüster Twin-Tec bietet solche Systeme für rund 250 Fahrzeugmodelle an; mit ihnen ist eine Einstufung in Euro 2 möglich, bei etlichen Modellen von Audi, BMW, Opel, Seat und VW aber auch in die Stufe D3, die steuerlich wie Euro 3 behandelt wird. Die Kosten für eine solche Umrüstung liegen bei rund 200 Euro inklusive der Gebühren für die Änderungen in den Fahrzeugpapieren, können aber je nach Fahrzeugmodell und Werkstatt differieren.

Alternative ist der Austausch des geregelten Kats, was sich vor allem bei einem sowieso anstehenden Ersatz anbietet. Auspuffhersteller Eberspächer etwa hat diese Kats vor allem für BMW, Mercedes und Opel im Programm. Solche Katalysatoren kosten nach Auskunft des Auto Club Europa zwischen 150 und 230 Euro inklusive Einbau. Für Besitzer von VW-Modellen mit 1,8-Liter-Motor (Golf, Vento, Passat) bietet sich auch der Austausch des Hosenrohrs an; in dieses erste Auspuffelement ist ein Vorkat integriert, der die Abgase auf Euro-3-Niveau senkt. Kostenpunkt: rund 250 Euro inklusive Einbau.

Für einen Passat mit Euro 1 werden pro Jahr 272 Euro Steuern fällig; mit Euro 3 sind es nur noch 121 Euro. Damit spart der Besitzer des Autos 151 Euro Steuern im Jahr, hat also nach zwei Jahren nicht nur seine Kosten für die Umrüstung eingespielt, sondern auch schon die erste Tankfüllung gut gemacht. Und, nicht zu vergessen: Der Wagen wird auch für eventuelle Gebrauchtwagenkäufer interessanter.

Diesel-Kats sind teurer

Für Dieselbesitzer liegen die Aufwendungen für den Einbau eines Oxi-Kats deutlich höher, wegen der höheren Steuerersparnis rentiert sich die Investition aber genauso schnell. So bietet Mitsubishi für seine Diesel Oxidationskatalysatoren für 498 Euro plus Einbau an. Daneben offeriert der japanische Hersteller auch Nachrüstsets für seine Modelle mit Ottomotor. Die Upgrade-Katalysatoren werden dem Hersteller zufolge im Austausch gegen die bisherigen Kats angeboten und kosten 298 Euro ohne Montage und die Kosten für Abgasuntersuchung und Änderung der Fahrzeugpapiere.

Generell empfiehlt es sich, den Einbau in der Fachwerkstatt erledigen zu lassen. Mit den entsprechenden Bescheinigungen über die bestandene Abgasuntersuchung erfolgt anschließend in der Zulassungsstelle die Änderung der Fahrzeugpapiere, das Finanzamt korrigiert danach den Steuerbescheid; wurde die Kfz-Steuer bereits überwiesen, erhält der Autobesitzer eine Rückerstattung.

Nachrüster / Zubehörlieferanten:

Information des Finanzministeriums:

Klaus Justen, 27.1.2005

Foto: Eberspächer (1)
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