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 Benzin sparen:


Mehr Kilometer pro Tankfüllung

Wieder getankt und über die Preise geärgert? Wer einige Tipps beim Umgang mit dem Gaspedal beherzigt, kann den Verbrauch um 20 Prozent und mehr senken. Einige hundert Euro Ersparnis sind drin.

Wer unter fachkundiger Anleitung üben will, findet bei Autoherstellern, Automobil-Clubs und anderen Anbietern professionell vorbereitete so genannte Eco-Fahrertrainings, deren Kosten sich meist schon nach mehreren tausend Kilometern amortisiert haben. In Zusammenarbeit mit den Fahrschulen zum Beispiel bietet der Deutsche Verkehrssicherheitsrat die so genannte Spritsparstunde an (siehe Links unten). Ca. 60 Euro kostet der einstündige Kurs. Für Firmen gibt es auch Gruppenkurse; die werden zum Beispiel in Bayern von der Berufsgenossenschaft  bezuschusst. 


Gut investiertes Geld: Wer 18.000 Kilometer im Jahr fährt und neun Liter Normalbenzin auf 100 km verbraucht, gibt rund 2106 Euro für Sprit aus (bei einem Literpreis von 1,30 Euro). Sinkt der

 
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Verbrauch um nur sieben Prozent, bleiben schon 147 Euro pro Jahr mehr in der Geldbörse. Bei 20 Prozent und mehr darf man sich über rund 421 Euro Ersparnis freuen - Gegenwert eines Kurzurlaubs, oder schon die Kfz-Versicherung fürs nächste Jahr eingefahren.

Neun Tipps zum sparsamen Fahren:

1. Ohne Gas starten. Moderne Motorelektronik bringt den Motor mit wenig Sprit in Gang.

2. Mit viel Gas beschleunigen - dann ist die Drosselklappe weit geöffnet, und der Motor kann frei und sparsam atmen - und möglichst früh hochschalten. Wer schon unterhalb von 2000 Umdrehungen den höheren Gang einlegt und kräftig aufs Gaspedal tritt, spart am meisten. Wer den Motor mit wenig Gas auf hohe Touren bringt, feuert das Geld zum Auspuff hinaus.

3. Ist das Wunschtempo erreicht, dieses Tempo im höchstmöglichen Gang fahren. Nahezu alle Autos vertragen Tempo 50 im fünften Gang, oft auch an Steigungen. Erst wenn der Motor zu ruckeln beginnt, ist es Zeit zurückzuschalten.

4. Die Schubabschaltung nutzen. Einspritzer-Motoren kappen die Kraftstoffzufuhr, wenn man ganz vom Gas geht. Dann bremst der Motor den Wagen, ohne einen Tropfen zu verbrauchen. Wer auf eine rote Ampel zurollt und dabei zu früh auskuppelt, verbraucht dagegen soviel Sprit wie im Leerlauf.

5. Bei längeren Stopps den Motor abstellen. Eine Stunde Leerlauf kostet rund einen Liter. Auch bei kürzeren Stopps senkt das Abschalten des Motors den Verbrauch. Das erneute Starten (ohne Gas!) schadet der Technik nichts.

6. Vorausschauend und gleichmäßig fahren. Beim Bremsen vernichtet man die Energie, die man beim Beschleunigen investiert hat. Also: Nicht noch einmal überholen oder kräftig beschleunigen, wenn die rote Ampel oder die scharfe Kurve schon in Sicht ist. Gleiten statt hetzen: Die Devise stimmt und kostet kaum Zeit, spart aber Sprit und Nerven. Teilnehmer von Benzinspar-Fahrtrainings fahren eine Strecke einmal wie gewohnt und zum Schluss des Trainings im neuen sparsamen Stil. Und immer wieder stellen sie fest, dass 20 bis 40 Prozent Verbrauchsersparnis nur zwei bis drei Prozent längere Fahrzeit bedeuten. Wenn überhaupt.

7. Die Höchstgeschwindigkeit nicht nutzen. Den Effekt kennt jeder: Das Gaspedal bis zum Anschlag durchzutreten, bringt wenig - der Wagen fährt nur unwesentlich schneller, der Tank ist aber schnell leer.

8. Heckscheibenheizung, Sitzheizung, Zusatzscheinwerfer oder Klimaanlage nicht unnütz laufen lassen. Denn wenn die Lichtmaschine mehr Strom produzieren oder der Kompressor die Klimaanlage antreiben muss, hat der Motor mehr zu tun.

9. Auch im Winter den Motor nicht warmlaufen lassen. Im Leerlauf kommt er nur langsam auf Betriebstemperatur und verbraucht immens viel. Besser: Scheiben freikratzen, dann starten, unverzüglich losfahren und behutsam die Drehzahl steigern.

Auch im Auto steckt Spar-Potenzial:
  • Gewicht kostet Sprit. Daher keine unnützen Gegenstände im Auto transportieren.
  • Die Autohersteller investieren viel in die Formgebung des Autos, damit es dem Fahrtwind möglichst wenig Widerstand entgegensetzt. Wer den Dachgepäckträger über Wochen durch die Gegend fährt, verschenkt Sprit.
  • Regelmäßige Inspektionen sorgen dafür, dass die Technik so sparsam wie möglich arbeitet. Wer die Kosten scheut, sollte zumindest in den angegebenen Intervallen Zündkerzen und Luftfilter erneuern.
  • Richtiger Luftdruck ist wichtig. Sind die Reifen zu schwach aufgepumpt, erhöht sich ihr Rollwiderstand. Zwei oder drei Zehntel bar lassen die Reifen leichter abrollen und beeinträchtigen den Federungskomfort nicht über Gebühr.

Links zum Benzinsparen:

Neues Fahren - Eine Aktion des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) zusammen mit Berufsgenossenschaften, Fahrschulen und einigen Herstellern.

Spritsparrechner - Rechentool, mit dem man seine Ausgaben für Kraftstoff berechnen kann; und man kann ermitteln, wie hoch das Sparpotenzial in Euro liegt, wenn man den Gasfuß mit Gefühl bewegt.

Spritsparstunde - Hilft bei der Suche nach einer Fahrschule in der Nähe, die das einstündige Kompakt-Eco-Training für sparsames Fahren anbietet.

Fahrspartraining - Trainings für Gruppen, unter Regie von DVR und Berufsgenossenschaften.  

Ford Eco-Driving - Der Kölner Hersteller bietet in Zusammenarbeit mit dem DVR Eco-Trainings an, die über die lokalen Händler organisiert werden. Preis für einen einstündigen Kompaktkurs rund 60 Euro.

BMW-Economytraining - Bei BMW kostet der halbtägige Kurs 140 Euro. Geübt wird mit einem gestellten BMW Z4 3.0 Roadster.

Klaus Justen, 02.06.2006

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