Annette J├Ąger
Ein Beitrag von Annette J├Ąger, 02.12.2016

Versicherungen Wenn Antrag und Versicherungsschein nicht ├╝bereinstimmen

Was im Versicherungsschein steht, gilt - auch wenn im Antrag etwas anderes vereinbart war. Erfahren Sie, was das f├╝r Sie bedeutet.
Versicherungen Wenn Antrag und Versicherungsschein nicht ├╝bereinstimmen

Vor dem Abheften eines neuen Versicherungsscheins sollte man ihn genau durchlesen

Den Antrag f├╝r eine Versicherung f├╝llt der Kunde meist gemeinsam mit dem Versicherungsvermittler oder -makler aus. Neben Angaben zur Person, wird auch der gew├╝nschte Tarif festgelegt und der Beitrag. Wenig sp├Ąter erh├Ąlt der Antragsteller dann einen Versicherungsschein ausgestellt, die Police. Wer jetzt das Dokument stillschweigend abheftet, erkl├Ąrt sich mit allem einverstanden, was darinsteht. Das ist leichtsinnig.

Versicherungsschein Änderungen sind deutlich zu markieren

Denn leider deckt sich der Inhalt des Versicherungsscheins nicht immer mit dem des Antrags. Der Versicherer pr├╝ft n├Ąmlich den Antrag und stellt zum Beispiel fest, dass er angesichts Ihrer langj├Ąhrigen R├╝ckenleiden einen Risikozuschlag bei der Berufsunf├Ąhigkeitsversicherung verlangen muss. Oder er schlie├čt R├╝ckenleiden komplett aus dem Vertrag aus. Diese ├änderungen schreibt er in die Police. Das kann zur Folge haben, dass Sie l├╝ckenhaft versichert sind.

Der Versicherer muss solche Änderungen in der Police deutlich markieren und so den Versicherungsnehmer darauf aufmerksam machen. So ist es im Paragraf 5 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) geregelt.

Wenn Sie stillschweigen, stimmen Sie zu

Aber die wenigsten Kunden lesen das Dokument nochmal durch, wenn sie es per Post erhalten. Dabei haben Sie einen Monat lang Zeit, zu widersprechen und vom Antrag zur├╝ckzutreten. Ein solcher Widerspruch muss schriftlich erfolgen. Das hei├čt aber auch: Wer gar nichts macht, stimmt zu.

Dass diese Regelung ihre unausweichliche G├╝ltigkeit hat, hat j├╝ngst der Bundesgerichtshof best├Ątigt. In einem Urteil (IV ZR 431/14 22.6.2016) bekam eine Versicherungsnehmerin recht, die auf den Inhalt der Police pochte. In ihrem Antrag auf eine Berufsunf├Ąhigkeitsversicherung war eine Bedingung zu ihrem Nachteil formuliert, die sich dann im Versicherungsschein nicht wiederfand. Die Versicherungsnehmerin hatte Gl├╝ck: Der Versicherer muss nun das leisten, was in der Police steht. Doch nicht immer geht es f├╝r den Versicherungsnehmer so gl├╝cklich aus.

Mein Tipp: Lesen Sie genau, was im Versicherungsschein steht. Bei Abweichungen zum Antrag nachfragen. Oder aber auch vom Vertrag zur├╝cktreten und es bei einem anderen Versicherer zu besseren Konditionen erneut versuchen.
Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung
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Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe ├╝ber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin t├Ątig.

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