Oliver Mest
Ein Beitrag von Oliver Mest, 21.02.2017

Gesundheitsfragen Lügen Sie besser nicht!

Bei der Suche nach passendem Versicherungsschutz steckt der Teufel oft im Detail – oder besser gesagt: im Antragsformular. Vorsicht bei den Gesundheitsfragen.
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Wer bei den Gesundheitsfragen einer Berufsunfähigkeitsversicherung lügt, wird zwar keine lange Nase, aber Ärger mit dem Versicherer bekommen.

1. Falschangaben bei den Gesundheitsfragen oft unwissentlich

Viele Versicherungen sehen Gesundheitsfragen vor, die man nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet – und trotzdem macht man oft Falschangaben. Der Grund dafür liegt in den Unterlagen der Krankenversicherungen. In die werden Versicherer immer Einsicht nehmen, wenn Sie zum Beispiel Leistungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung haben wollen. Was der Arzt dort notiert, passt aber nicht immer unbedingt zu dem, was er Ihnen als Diagnose nennt: So kann aus einer einfachen Erkältung im Krankenblatt schon einmal ein Asthma Bronchiale werden, was Sie dann nicht angeben können, weil Sie gar nichts davon wissen. Die Folge kann ein massiver Streit mit der Versicherung um den Bestand des Vertrages sein.
Tipp: Bevor Sie die Gesundheitsfragen beantworten, fordern Sie immer eine Übersicht bei der kassenärztlichen Vereinigung an, aus der Ihre Krankengeschichte der letzten Jahre hervorgeht. Mit einer solchen Übersicht haben Sie es schwarz auf weiß, welche Diagnose der Arzt tatsächlich gestellt hat. Die für Sie zuständige kassenärztliche Vereinigung finden Sie bei Google mit dem Suchbegriff „kassenärztliche Vereinigung + Bundesland“.
Am sinnvollsten ist es meist, wenn Sie die Antragsformulare mit einem Vermittler oder Versicherungsberater durchgehen – und dabei gilt: Je komplexer der Versicherungsschutz, umso mehr Beratung tut Not. Die Beratung zeigt, wo die Fallen im Formular sind, wo bestimmte Angaben sich besonders auswirken und welche Fragen entscheidend sind.

Tipp: Lesen Sie hier, welche zehn Fehlannahmen bei der Berufsunfähigkeitsversicherung teuer werden können.

2. Gesundheitsfragen beziehen sich auf einen begrenzten Zeitraum

Egal, ob Sie Gesundheitsfragen, Fragen zu Auslandsaufenthalten oder zu abgelehnten Voranträgen beantworten müssen: Die Fragen werden immer zeitlich begrenzt – aber nicht jeder Versicherer fragt den gleichen Zeitraum ab. Ein Beispiel: Manche wollen wissen, welche Medikamente Sie in den letzten zwölf Monaten genommen haben, während andere Versicherungen einen Zeitraum von fünf Jahren abfragen. Haben Sie vor drei Jahren Medikamente genommen, sollten Sie einen Versicherer bevorzugen, der nur die letzten zwölf Monate rückwirkend abfragt. Denn bei dem müssen Sie keine Angaben zu Ihren eingenommenen Medikamenten machen.
Tipp: Helfen können Ihnen Beratungen durch Versicherungsberater, die Zugriff auf die Versicherungsbedingungen aller Versicherer am Markt haben.  Einen unabhängigen Versicherungsberater finden Sie unter www.bvvb.de.

3. Medizinische Unterlagen genau lesen

Oft fordern Versicherer medizinische Unterlagen − wie zum Beispiel Entlassungsberichte aus dem Krankenhaus − an, wenn diese einen Antrag stellen. Achten Sie genau darauf, was in diesen Berichten steht. Nicht selten vermerken die Ärzte dort beispielsweise Vorerkrankungen, die gar nicht mehr im abgefragten Zeitraum liegen. Die Versicherer erfahren so etwas über den Gesundheitszustand, was gar nicht offenbart werden müsste – das aber in aller Regel trotzdem in die Risikoeinschätzung einfließt.

Tipp: Lesen sie hier, wie viel eine Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich kostet. Unser Vergleich von Berufsunfähigkeitsversicherungen hilft Ihnen dabei, eine passende Police zu finden:
Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung
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