Von Eva Kr├╝ger, 12.05.2015

Faktencheck Studium oder duale Ausbildung?

Junge Menschen wollen an die Uni, in vielen Ausbildungsberufen dagegen fehlen Lehrlinge. Dabei sind Studenten nicht unbedingt im Vorteil. Ein Faktencheck.
Faktencheck Studium oder duale Ausbildung?

Wer sich f├╝r ein duales Studium entscheidet, verdient bis zu 1.000 Euro gegen Ende der Ausbidlung

Ausbildungsdauer

Was die durchschnittliche Dauer der Ausbildung angeht, ist der Unterschied zwischen Azubis und Studenten gro├č. Zwar ist f├╝r ein Studium mit Bachelor-Abschluss eine Regelstudienzeit von nur drei Jahren vorgesehen. Allerdings wird die oft ├╝berschritten. Und: Die meisten Arbeitgeber legen Wert auf einen Master-Titel, was mit einem Magister oder Diplom vergleichbar ist. Das verl├Ąngert das Studium um mindestens zwei weitere Jahre.

Eine duale Ausbildung, die die Lehre in Betrieb und Berufsschule kombiniert, dauert zwischen zwei Jahren (z. B. Verk├Ąufer/-in) und drei bis dreieinhalb Jahren (z.B. Einzelhandelskaufmann/ -kauffrau oder Fachinformatiker/-in). Das sogenannte duale Studium, also akademische und betriebliche Ausbildung, kann da nicht mithalten: Bis zum Bachelor ist eine Studienzeit von acht bis neun Semestern (vier bis viereinhalb Jahren) vorgesehen.

Am Alter der Absolventen zeigen sich die Unterschiede: Azubis sind laut statistischem Bundesamt im Schnitt 22 Jahre alt, wenn sie ihre duale Ausbildung abschlie├čen. Wollen sie sp├Ąter ihren Meister machen, was vor allem in Handwerksberufen sinnvoll ist, kommen mindestens drei bis zw├Âlf Monate dazu (bei Meisterschule in Vollzeit).

Zum Vergleich: Uni-Absolventen sind nach einem ingenieurswissenschaftlichen Studium im Schnitt 27,6 Jahre alt, in vielen anderen F├Ąchern, zum Beispiel Jura, sind es um die 30 Jahre.
Geldsparen.de-Tipp: Die Berufsunf├Ąhigkeitsversicherung ist eine der wichtigsten Absicherungen f├╝r das Berufsleben. Der Bund der Versicherten r├Ąt dazu, die Police in jungen Jahren, am besten in der Ausbildung, abzuschlie├čen. Denn wer fr├╝hzeitig einsteigt, zahlt deutlich niedrigere Beitr├Ąge. Anbieter sind zum Beispiel die Asstel, die Cosmos direkt, die Hannoversche oder die Hanse Merkur.

Kosten

Wer sich f├╝r ein Studium entscheidet und nicht mehr bei den Eltern wohnt, hat generell einen Unterhaltsanspruch von 670 € pro Monat. Das gilt als Mindestbedarf eines Studenten. Tats├Ąchlich d├╝rften bei den meisten die Kosten mit Miete, Ern├Ąhrung, B├╝chern etc. ein paar hundert Euro h├Âher liegen.

Diejenigen, die eine duale Ausbildung oder ein duales Studium absolvieren, sind durch ihr regelm├Ą├čiges Gehalt im Vorteil. Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbunds hatten im Ausbildungsjahr 2013/2014 rund 50 Prozent der Azubis ein Monatsgehalt von 500 bis 750 €. Gegen Ende der Ausbildung werden zum Teil ├╝ber 1000 € gezahlt. Bei einem dualen Studium ist es ├Ąhnlich.
 
Geldsparen.de-Tipp: Sp├Ątestens mit dem Start von Ausbildung oder Studium ist ein eigenes Girokonto n├Âtig. Zwischen den Banken gibt es allerdings enorme Unterschiede, u. a. bei den Geb├╝hren und Dispozinsen. Der Geldsparen Girokonten-Vergleich lohnt sich.

Zukunft und Jobchancen


Wer sein Studium oder die duale Ausbildung erfolgreich beendet, muss den Einstieg in den Beruf schaffen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Azubis ├╝bernommen werden, ist gro├č: Rund 67 Prozent der Absolventen haben laut Institut f├╝r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung im Jahr 2013 einen Anschlussvertrag bekommen. 2000 waren es nur 58 Prozent.

Die meisten, die ihr Hochschulzeugnis in der Hand halten, m├╝ssen sich dagegen bewerben und oft in Praktika bew├Ąhren, bevor es mit einer Anstellung klappt. Aber auch wenn der Jobeinstieg nach einem klassischen Studium m├╝hsam sein kann, sind die Chancen am Arbeitsmarkt auf lange Sicht gut: Die Arbeitslosenquote von Akademikern liegt derzeit bei zwei bis drei Prozent. Zum Vergleich: Wer eine berufliche Ausbildung absolviert hat, liegt bei rund f├╝nf Prozent.

Einkommen

Wer ein Studium hinter sich hat, ist hier im Vorteil: Im Schnitt verdienen Akademiker deutlich besser als Absolventen einer dualen Ausbildung. Das Institut f├╝r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat errechnet, dass Erwerbst├Ątige mit Uni-Abschluss im Lauf ihres Lebens durchschnittlich 2.320.000 € erwirtschaften. Nach dem Studium an einer Fachhochschule sind es 2.002.000 €. Absolventen einer Berufsausbildung dagegen k├Ânnen nur mit 1.325.000 € rechnen. Wer vor der Ausbildung das Abitur gemacht hat, bringt es auf 1.561.000 €.
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Leserkommentare

 

12.05.2015 16:24 Uhr
Josef Strahl: Schlechte, - ungenaue Kenntniss
Warum schlabbern Sie bei der Ausbildung im dualem System? Normalerweise benötigt ein Lehrling drei Jahre bis zur Gesellenprüfung. Danach sollten fünf Jahre nachgewiesen werden, befor sich der Kandidat bei der Kammer zur Meisterprüfung anmelden kann. Vorher aber müssen in Theorie und Praxis- Lehrgänge in Abendschule oder ein Jahr in Tagesschule besucht werden. Bei Tischer- Meisterprüfung dauert der praktische Teil immer etwa 3 bis 4 Wochen. Danach erfolgt die Prüfung in den Räumen der Kammer über Buchführung und Theorie.Die Durchfallquote ist sehr hoch! Das in kurzfassung mfG. j.str.


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