Von Horst Biallo und Fritz Himmel, 19.04.2006

Kirchensteuer Nicht mehr zahlen als nötig

Keine Frage: Die meiste Kirchensteuer spart derjenige, der gar keine Kirchensteuer zahlt. Wer den Austritt aus der Kirche seiner Gemeinde mitteilt, zahlt eine Verwaltungsgebühr und fortan keinen Obolus mehr an die katholische, evangelische oder eine sonstige Kirche.
Die Mehrheit der Deutschen hält die Erhebung von Kirchensteuern jedoch für sinnvoll, weil der Großteil der eingesammelten Gelder für soziale Zwecke aufgewendet wird. Werden diese wegen Geldmangels eingestellt, muss der Staat - und damit die Bürger - in Form anderer Steuern dafür aufkommen.

Wer Kirchensteuern zahlt, sollte jedoch nicht nur wissen, dass man die Kirchensteuer als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen kann und auf diese Weise einen Teil vom Staat zurück bekommt. Gut verdienende Steuerzahler können ganz legal ihre Kirchensteuer verringern.

Das ist in allen Bundesländern möglich - bis auf Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. Der Trick: Man stellt einen formlosen Antrag beim zuständigen Bistum als Katholik oder bei der evangelischen Landeskirche. Und fortan wird die Steuer ab einer gewissen Einkommenshöhe gekappt.

Beispiel: Wer als Lediger in Berlin, Brandenburg, Bremen oder Hamburg 300.000 Euro zu versteuerndes Einkommen hat, zahlt nur drei Prozent vom Einkommen, das sind 9.000 Euro. Wer auf die Kappung verzichtet, kommt hingegen auf 10.488 Euro an Kirchensteuern. Immerhin 1.488 Euro gespart.

Ab welchem Betrag sich in welchem Bundesland die Kirchensteuer kappen lässt, sehen Sie hier:
 
 Bundesland
 
 Kirchensteuer Jahreseinkommen,
ab dem sich eine Kappung lohnt
  in Prozent der Einkommensteuer
 
in Prozent des zu versteuernden Einkommens Ledige
 
Verheirate
 
Baden-Württemberg 8
 
3,5
 
208.000
 
416.000
 
Berlin 9 3,0 65.100 130.200
Brandenburg 9 3,0 65.100 130.200
Bremen 9 3,0 65.100 130.200
Hamburg 9 3,0 65.100 130.200
Hessen 9 4,0 244.000 488.000
Niedersachsen 9 3,5 102.800 205.600
Nordrhein-Westfalen 9
 
4,0
 
244.000
 
488.000
 
Rheinland-Pfalz 9 4,0 244.000 488.000
Saarland 9 4,0 244.000 488.000
Sachsen 9 3,5 102.800 205.600
Sachsen-Anhalt 9
 
3,5
 
102.800
 
205.600
 
Schleswig-Holstein 9
 
3,5
 
65.100
 
130.200
 
Thüringen 9 3,5 102.800 205.600


 

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Leserkommentare

 

25.10.2011 22:57 Uhr
Peter Schmitz: nur 3,99 % für Soziale Dienste
Verteilung der Kirchensteuer 2008 in Prozent Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) Weltkirche und Mission 48,55 % Medien 10,90 % Allgemeine Verwaltung 10,32 % Besondere Seelsorge 8,95 % Finanzen, Versorgung, Rücklagen 7,28 % Allgemeine Seelsorge 5,77 % Schule, Wissenschaft und Kunst 4,24 % Soziale Dienste 3,99 % Quelle: katholisch.de

25.10.2011 22:49 Uhr
Peter Schmitz: Kirchensteuer
Die Kirchensteuer ist nur wenig gemeinnützig weil der Großteil der eingesammelten Gelder für soziale Zwecke aufgewendet wird? NEIN, denn höchstens 10 Prozent kommen gemeinnützigen Zwecken zu! Nachzulesen u.a. beim Kirchenexperten Carsten Frerk.


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