Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 25.06.2013

Ferienjobs Wann Steuern fÀllig werden

Wer glaubt, SchĂŒler und Studenten zahlen fĂŒr ihre Ferienjobs keine Abgaben, der irrt. Ab einem bestimmten Arbeitsumfang sind Steuern und KassenbeitrĂ€ge fĂ€llig.
Ferienjob

Viele SchĂŒler und Studenten nutzen die Ferien, um etwas Geld zu verdienen

Ob als Kellner, VerkĂ€ufer oder Haushaltshilfe – auch SchĂŒler und Studenten, die in den Ferien oder unterm Jahr nebenbei jobben, mĂŒssen ihren Arbeitslohn versteuern.

Dabei gibt es zwei Möglichkeiten, wie die Besteuerung erfolgt: pauschal oder individuell.

Individuelle Besteuerung

Die Lohnsteuerberechnung nach den individuellen VerhĂ€ltnissen des Arbeitnehmers funktioniert so: Der SchĂŒler oder Student gibt seinem Arbeitgeber – soweit vorhanden – die Lohnsteuerkarte bzw. die sogenannten "Elektronischen Lohnsteuerabzugs-Merkmale" (ELSTAM). Der Arbeitgeber berechnet dann die Lohnsteuer und fĂŒhrt den Betrag ans Finanzamt ab. Allerdings fĂ€llt hĂ€ufig keine Lohnsteuer an, da ein lediger Studierender (Steuerklasse I) erst ab einem Verdient von gut 900 Euro im Monat besteuert wird.

FĂŒhrt der Arbeitgeber Lohnsteuer ans Finanzamt ab, können SchĂŒler und Studenten diese am Jahresende im Rahmen der SteuererklĂ€rung zurĂŒckholen. „Meistens liegen nĂ€mlich die Einnahmen der zwei Monate unterhalb der fĂŒr das Jahr geltenden FreibetrĂ€ge“, erklĂ€rt Peter Kauth von Steuerrat24. Von den Einnahmen werden abgezogen der Arbeitnehmer-Pauschbetrag (1.000 Euro), der Sonderausgabenpauschbetrag (36 Euro), der Grundfreibetrag (8.130 Euro) sowie ggf. BeitrĂ€ge zur Kranken- und Pflegeversicherung. „Bis zu einem Jahresarbeitslohn von rund 11.000 Euro können Studenten somit die einbehaltenen Steuern in vollem Umfang zurĂŒckbekommen“, so Kauth.

Kurzfristige Ferienjobs

Handelt es sich beim Ferienjob um eine sogenannte kurzfristige BeschĂ€ftigung brauchen SchĂŒler und Studenten auch keine SozialversicherungsbeitrĂ€ge zu zahlen, die Verdiensthöhe spielt dabei keine Rolle. Eine kurzfristige BeschĂ€ftigung liegt vor, wenn die TĂ€tigkeit von vornherein auf eine Dauer von lĂ€ngstens zwei Monate oder 50 Arbeitstage im Jahr begrenzt ist.
 

Pauschale Besteuerung (Minijobs)

Alternativ kann der Arbeitgeber bei kurzfristigen oder geringfĂŒgigen BeschĂ€ftigungen die Lohnsteuer pauschal ermitteln. Die pauschale Steuer wird in diesem Fall vom Arbeitgeber getragen und der SchĂŒler bzw. Student hat nichts weiter zu veranlassen. Allerdings gelten bei diesen sogenannten Minijobbs finanzielle Höchstgrenzen. „Eine geringfĂŒgige BeschĂ€ftigung liegt vor, wenn der Arbeitslohn regelmĂ€ĂŸig höchstens 450 Euro im Monat betrĂ€gt“, erlĂ€utert der Steuerfachmann. Der Umfang der Arbeitszeit spielt dabei keine Rolle. FĂŒr den Minijobber ist der Arbeitslohn steuer- und sozialversicherungsfrei. Der Arbeitgeber entrichtet pauschale Abgaben.

20-Stunden-Grenze beachten

Etwas anderes gilt, wenn Studenten und SchĂŒler regelmĂ€ĂŸig wĂ€hrend des Jahres jobben. Liegt weder eine geringfĂŒgige (450 Euro) noch eine kurzfristige (2 Monate) BeschĂ€ftigung vor, spielt die Arbeitszeitgrenze von 20 Stunden pro Woche eine wichtige Rolle. Diese Grenze entscheidet darĂŒber, ob die BeschĂ€ftigung versicherungsfrei oder versicherungspflichtig ist. Bei unterschreiten der 20-Stunden-Grenze ist davon auszugehen, dass Zeit und Arbeitskraft der Studenten ĂŒberwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden, sie daher nicht als Arbeitnehmer anzusehen sind. In diesem Fall ist die BeschĂ€ftigung in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung abgabenfrei. Etwas anderes gilt in der Rentenversicherung, hier besteht Versicherungspflicht: Der Student und der Arbeitgeber mĂŒssen den Beitragssatz je zur HĂ€lfte tragen. Liegt die wöchentliche Arbeitszeit ĂŒber 20 Stunden, sind volle Sozialabgaben und anfallende Lohnsteuer fĂ€llig.

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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de kĂŒmmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor tĂ€tig.

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