Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 26.06.2017

Ferienjobs Wann Steuern fÀllig werden

Wer glaubt, SchĂŒler und Studenten zahlen fĂŒr ihre Ferienjobs keine Abgaben, der irrt. Ab einem bestimmten Arbeitsumfang sind Steuern und KassenbeitrĂ€ge fĂ€llig.
Ferienjob

Viele SchĂŒler und Studenten nutzen die Ferien, um etwas Geld zu verdienen

Ob als Kellner, VerkĂ€ufer oder Haushaltshilfe – auch SchĂŒler und Studenten, die in den Ferien oder unterm Jahr nebenbei jobben, mĂŒssen ihren Arbeitslohn versteuern.

Dabei gibt es zwei Möglichkeiten, wie die Besteuerung erfolgt: pauschal oder individuell.

Individuelle Besteuerung

Die Lohnsteuerberechnung nach den individuellen VerhĂ€ltnissen des Arbeitnehmers funktioniert so: Der SchĂŒler oder Student teilt dem Arbeitgeber seine Steueridentifikationsnummer und sein Geburtsdatum mit. Der Arbeitgeber kann dann beim Bundeszentralamt fĂŒr Steuern die Lohnsteuerabzugsmerkmale abrufen und fĂŒhrt den Betrag ans Finanzamt ab. Allerdings fĂ€llt hĂ€ufig keine Lohnsteuer an, da ein lediger Studierender (Steuerklasse I) erst ab einem Verdienst von mehr als 945 Euro im Monat besteuert wird.

FĂŒhrt der Arbeitgeber Lohnsteuer ans Finanzamt ab, können SchĂŒler und Studenten diese am Jahresende im Rahmen der SteuererklĂ€rung zurĂŒckholen. Von den Einnahmen werden abgezogen der Arbeitnehmer-Pauschbetrag (1.000 Euro), der Sonderausgabenpauschbetrag (36 Euro), der Grundfreibetrag (8.820 Euro) sowie ggf. BeitrĂ€ge zur Kranken- und Pflegeversicherung.

HĂ€ufig mĂŒssen SchĂŒler und Studenten aber von vornherein keine Steuern und Sozialabgaben zahlen, da fĂŒr kurzfristige Jobs und Minijobs Sonderregelungen gelten:

Keine Sozialabgaben bei kurzfristigen Jobs

Handelt es sich beim Ferienjob um eine sogenannte kurzfristige BeschĂ€ftigung brauchen SchĂŒler und Studenten keine SozialversicherungsbeitrĂ€ge zu zahlen, die Verdiensthöhe spielt dabei keine Rolle. Eine kurzfristige BeschĂ€ftigung liegt vor, wenn die TĂ€tigkeit von vornherein auf eine Dauer von lĂ€ngstens drei Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr begrenzt ist. Steuern fallen jedoch an - entweder pauschal in Höhe von 25 Prozent oder nach dem individuellen Steuersatz.
 

Minijobs

Minijobber dĂŒrfen bis zu 450 Euro im Monat beziehungsweise 5.400 Euro im Jahr verdienen. Vorteil: BeitrĂ€ge fĂŒr die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fallen fĂŒr den Arbeitnehmer nicht an. FĂŒr die Rentenversicherung zahlen Minijobber im gewerblichen Bereich allerdings einen Beitrag von 3,7 Prozent ihres Lohnes. Hiervon können sie sich zwar befreien lassen. Allerdings verzichten sie dann aber auf zahlreiche Leistungen der Rentenversicherung. Wer den Beitrag hingegen zahlt, erhĂ€lt beispielsweise die Riester-Förderung zur Altersvorsorge. Zudem wird der Minijob fĂŒr die spĂ€tere Rente berĂŒcksichtigt. Minijobs werden pauschal mit zwei Prozent besteuert, die in der Regel der Arbeitgeber zahlt. Alternativ ist eine individuelle Besteuerung möglich. 

20-Stunden-Grenze beachten

Etwas anderes gilt, wenn Studenten regelmĂ€ĂŸig wĂ€hrend des Jahres jobben. Liegt weder eine geringfĂŒgige (450 Euro) noch eine kurzfristige BeschĂ€ftigung vor, spielt die Arbeitszeitgrenze von 20 Stunden pro Woche eine wichtige Rolle. Diese Grenze entscheidet darĂŒber, ob die BeschĂ€ftigung versicherungsfrei oder versicherungspflichtig ist. Bei Unterschreiten der 20-Stunden-Grenze ist davon auszugehen, dass Zeit und Arbeitskraft der Studenten ĂŒberwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden, sie daher nicht als Arbeitnehmer anzusehen sind. In diesem Fall ist die BeschĂ€ftigung in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung abgabenfrei. Etwas anderes gilt in der Rentenversicherung, hier besteht Versicherungspflicht: Bei einem Verdienst von mehr als 850 Euro mĂŒssen sich Student und Arbeitgeber den Beitragssatz je zur HĂ€lfte tragen. In der sogenannten "Gleitzone" zwischen 450 und 850 Euro zahlen Arbeitnehmer einen geringeren Anteil. Liegt die wöchentliche Arbeitszeit ĂŒber 20 Stunden, sind volle Sozialabgaben und anfallende Lohnsteuer fĂ€llig.
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de kĂŒmmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor tĂ€tig.

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