Oliver Mest
Ein Beitrag von Oliver Mest, 09.04.2014

Berechnung Elterngeld Fragen und Antworten

Das Elterngeld hilft vielen Familien – aber oft sind die Rahmenbedingungen unklar. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zur Berechnung des Elterngelds.
Elterngeld Fakten für Eltern

Für die Berechnung des Elterngeldes zählt das gesamte Einkommen in den letzten zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes

Berechnung Elterngeld: Wie viel Elterngeld gibt es?

Berechnung Elterngeld: Das Elterngeld beträgt 67 Prozent des wegfallenden Nettolohns, höchstens 1.800 Euro, mindestens jedoch 300 Euro. Keinen Elterngeldanspruch haben lediglich Top-Verdiener ab 250.000 Euro zu versteuerndem Einkommen. Wer weniger als 1.000 Euro verdient, erhält mehr Elterngeld: Für je 2 Euro, um die Ihr Einkommen unter der Grenze von 1.000 Euro liegt, erhöht sich der Prozentsatz von 67 Prozent um 0,1 Prozentpunkte – auf bis zu 100 Prozent. Bei einem Einkommen von 1.220 Euro und mehr sinkt der Prozentsatz auf 65 Prozent, sodass maximal 2.770 Euro Einkommen bei der Berechnung des Elterngeldes berücksichtigt werden.


Wie lange gibt es Elterngeld?

Das Elterngeld wird vom Tag der Geburt des Kindes an monatlich gewährt – und zwar für das erste Lebensjahr. Der Zeitraum kann sich um zwei weitere Monate verlängern, wenn auch der andere Elternteil die Betreuung übernimmt oder Sie alleinerziehend für Ihr Kind in der Pflicht sind.

Berechnung Elterngeld: Auf welcher Einkommensbasis?

Berechnung Elterngeld: Grundlage für das Elterngeld ist ein fiktiv berechnetes Nettoeinkommen. Dabei handelt es sich um ein mit Pauschalen für Steuern und Sozialabgaben bereinigtes Bruttogehalt. Steuermindernde Werbungskosten über den Pauschbetrag von 1.000 Euro hinaus und Behindertenpauschbeträge fließen in die Berechnung des Einkommens für das Elterngeld nicht mehr mit ein.

 

Kann ich mit einem Nebenjob meinen Elterngeldanspruch erhöhen?

Grundsätzlich ja! Für die Berechnung des Elterngeldes zählt das gesamte Einkommen in den letzten zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes. Dazu gehören auch Einkünfte aus weiteren Tätigkeiten wie einem Minijob oder einer Selbstständigkeit.
 

Was bringt ein Wechsel der Steuerklasse für den Elterngeldanspruch?

Richtig gemacht, kann er das Elterngeld deutlich erhöhen, wenn Sie von der Steuerklasse IV zum Beispiel in die Steuerklasse III wechseln. Voraussetzung für die Anerkennung einer günstigeren Steuerklasse mit höherem Nettoeinkommen ist aber, dass die entsprechende Steuerklasse in der Mehrzahl der zwölf Monate vor der Geburt gewählt worden ist – also in mindestens sieben von zwölf Monaten.

Tipp: Um diese knappe Frist nicht zu versäumen, sollten Eltern mit einem Kinderwunsch die Steuerklasse frühzeitig wechseln – dadurch zu viel einbehaltene Steuern bekommen Sie über die Steuererklärung zurückgezahlt, das höhere Elterngeld dürfen sie aber behalten.

Ist das Elterngeld steuerfrei?

Das Elterngeld ist grundsätzlich steuerfrei, wird aber dennoch indirekt besteuert. Der Hintergrund: Elterngeld wird in den Progressionsvorbehalt einbezogen und erhöht damit den Steuersatz auf das restliche Einkommen im Jahr des Elterngeldbezuges. Dafür wird der Steuersatz berechnet, den Sie zahlen müssten, wenn das Elterngeld tatsächlich steuerpflichtig wäre. Und dieser höhere Steuersatz wird dann auf Ihr tatsächliches Einkommen ohne Elterngeld angewendet.

Ein Beispiel: Sie zahlen auf Ihr zu versteuerndes Familieneinkommen von 48.000 Euro insgesamt 7.908 Euro Steuern, also 16,48 Prozent. Bei 12.000 Euro Elterngeld im Jahr wären Sie bei 19,55 Prozent Steuersatz – und der wird dann auf die 48.000 Euro angewendet. Durch die 12.000 Euro Elterngeld steigt die Steuerlast also von 7.908 Euro auf 9.384 Euro.
 

Darf ich Elterngeld bekommen und arbeiten?

Ja, mit zwei Einschränkungen: Zum einen dürfen Sie nicht mehr als 30 Stunden in der Woche im Schnitt nebenbei arbeiten. Und zum anderen wird Ihr Elterngeldanspruch gekürzt durch einen Nebenjob: Sie haben dann nur Anspruch auf Elterngeld in Höhe von maximal 67 Prozent des wegfallenden Einkommens. Haben Sie also vor der Geburt 2.000 Euro anrechenbares Gehalt gehabt, nach der Geburt dann 1.000 Euro, erhalten Sie die 67 Prozent lediglich auf die 1.000 Euro Differenz und damit 670 Euro.
  Anbieter Ertrag pro Jahr
Sie sparen pro Jahr 
 
1.
+6,10 € 
87,75 gespart
2.
+5,34 € 
86,99 gespart
3.
+4,58 € 
86,23 gespart
Datenstand: 05.12.2016
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
Jetzt zum Geldsparen Newsletter anmelden!

Liebe Leserinnen und Leser,

Oliver Mest mein Name ist Oliver Mest. Auf geldsparen.de informiere ich Sie, was Familien bei Geldanlage und Versicherungen wissen müssen.

Suchen Sie ein bestimmtes Thema?

Artikel Suchen

Oder schreiben Sie mir einfach, wenn Sie eine Frage haben.

Mail

Ich freue mich auf eine Mail von Ihnen

» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.

03.07.2013 09:13 Uhr
Klaus Winter: Antwort zu Ihrer Frage
Anspruch auf Elterngeld haben Sie immer - und das sogar ganz ohne Einkommen, in diesem Fall gibt es das Mindestelterngeld von 300 Euro! Berechnet wird das Elterngeld immer auf Basis des Gehalts der letzten 12 Monate - dieses Durchschnittsgehalt wird als Grundlage für die Berechnung genommen, egal, ob es aus einer Ausbildungsvergütung resultierte oder wie jetzt aus einer Teilzeitvergütung.

02.07.2013 23:12 Uhr
Ummelmann: eltergeld nach der Ausbildung
Hallo, Ich hab da mal eine frage: und zwar möchte ich in etwa einem halben Jahr schwanger werden und habe meine Ausbildung letzte Woche erfolgreich abgeschlossen. Ich hatte eine Ausbildungsvergütung von etwa 700 Euro. Habe ich damit Anspruch in einem halben Jahr auf Elterngeld ? Oder muss ich erst ein volles Jahr arbeiten gehen? Ich bin auf 80 Stunden im Monat übernommen worden.


Kommentar schreiben

Name*

Email*

Überschrift*

Kommentar

Ziffernfolge
hier eingeben:
neu laden


*Pflichtfelder

 

Foto: Colourbox.de ID:3046

Der Geldsparen-Newsletter

Schon abonniert?

Unser Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit aktuellen Themen zu:

Geld
Geld
  Gesundheit
Vorsorge
Wohnen
Wohnen
  Beruf
Beruf/Ausbildung
Internet & Telefon
Internet & Telefon
  Unterwegs
Unterwegs

Anrede

Vorname

Nachname

eMail*

Newsletter (wöchentlich)

Spartipp des Tages (täglich)

Ich erkläre mich mit der Nutzung meiner Daten
    laut Nutzungsbedingungen einverstanden.

 

*Pflichtfelder

 
Bereich: Beruf & Ausbildung Pagename: elterngeld(3046)