Fritz Himmel
Ein Beitrag von Fritz Himmel, 01.11.2016

Altersvorsorge So bringt Ihr Minijob was f√ľr die Rente

Millionen Frauen in Minijobs sind laut Prognosen von Altersarmut bedroht. Dabei k√∂nnen Sie auch bei geringf√ľgigen Besch√§ftigungen clever und einfach f√ľr die sp√§tere Rente vorsorgen.
Altersvorsorge: Vom Minijob zum Rentenschutz

Kellnerinnen arbeiten häufig in einem Minijob

Teilzeitarbeit macht Altersarmut! Sie sind weiblich und arbeiten in einem Minijob? Haben Sie schon einmal Ihre Rentensituation √ľberpr√ľft? Trends zeigen: Vor allem viele Frauen haben eine Rente noch unterhalb der Grundsicherung zu erwarten. Nach Angaben des Sozialverbands VdK haben Frauen durchschnittlich zehn Jahre weniger Versicherungszeiten aufzuweisen als M√§nner - meistens bedingt durch Erziehungszeiten, die Pflege von Angeh√∂rigen und Teilzeitjobs.

Auch per Minijob die Rente aufbessern

Millionen Frauen arbeiten bereits seit vielen Jahren in einem Minijob. Hier sollten Sie wissen: F√ľr einen geringen finanziellen Aufwand w√§re f√ľr Sie dabei ein deutliches "Mehr" an Versicherungsschutz drin. Wenn Sie beispielsweise noch einen alten vor 2013 abgeschlossenen Minijob-Vertrag haben, k√∂nnen Sie mit einer geringen freiwilligen Zuzahlung nicht nur Ihre gesetzliche Rente aufbessern, sondern sich gleichzeitig alle staatlichen F√∂rderungen f√ľr die Riester-Rente sichern.

Das funktioniert so: Der Arbeitgeber f√ľhrt beim Minijob im gewerblichen Bereich pauschal 15 Prozent f√ľr die Rentenversicherung ab. Diesen Beitrag stockt die Minijobberin freiwillig um weitere 3,7 Prozent auf, damit zusammen der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung von 18,7 Prozent (2016) erreicht wird. Bei 450 Euro im Monat macht dies 16,65 Euro aus, bei geringerem Verdienst entsprechend weniger. Der Arbeitgeber wird dadurch nicht belastet, er f√ľhrt nur alle Abgaben an die Minijob-Zentrale ab.
Diese kleine Investition bietet im Gegenzug viele Vorteile. Sie erwerben trotz Minijob:
  • vollwertige Pflichtbeitragszeiten in der Rentenversicherung
  • sowie Anspr√ľche u.a. auf Leistungen zur Rehabilitation, auf eine Erwerbsminderungsrente und auf die staatlich gef√∂rderte Riester-Rente plus aller gef√∂rderten Zulagen.
Dies kann gerade f√ľr viele Frauen sinnvoll sein, da viele auf Grund jahrelanger geringf√ľgiger Besch√§ftigungsverh√§ltnisse bisher kaum Rentenanspr√ľche erworben haben.

Welche Vorteile bietet Riester bei einem Minijob?

Haben Sie nur diesen Minijob, brauchen Sie beispielsweise lediglich 60 Euro j√§hrlich in einen Riester-Vertrag selbst zu investieren, um die j√§hrliche Grundzulage von 154 Euro zu erhalten. F√ľr jedes Kind gibt es zus√§tzlich noch mal 185 Euro, bzw. f√ľr ab 2008 Geborene sogar 300 Euro im Jahr oben drauf.

Ein einfaches Beispiel der staatlichen Riester-F√∂rderung 2016: Eine Frau mit einem f√ľnfj√§hrigen Kind bek√§me so vom Staat 454 Euro j√§hrlich f√ľr ihre Riester-Altersvorsorge geschenkt und h√§tte zus√§tzlich noch den Anspruch auf das volle Leistungsspektrum der gesetzlichen Rentenversicherung. Weiteres m√∂gliches Plus bei Verheirateten: H√§tte der Ehepartner auch keinen Anspruch auf Riester-F√∂rderung, dann verschafft die Minijobberin ihm damit ebenfalls die Chance auf einen eigenen Riester-Vertrag und weitere F√∂rdergelder.

F√ľr Minijobs in Privathaushalten gilt das gleiche Prinzip: Sie m√ľssen wegen des geringeren F√ľnf-Prozent-Pauschalbeitrages des Arbeitgebers allerdings 13,7 Prozent dazu zahlen, um auf den vollen Rentenbeitragssatz von 18,7 Prozent zu kommen.

Hinweis f√ľr neue Vertr√§ge bei Minijobs

Jeder ab dem 1. Januar 2013 abgeschlossene Minijob-Vertrag ist nach der neuen gesetzlichen Regelung f√ľr Minijobs standardm√§√üig rentenversicherungspflichtig. F√ľr die (gewerblichen) Minijobber bedeutet das, sie zahlen bei einem 450-Euro-Job automatisch die 16,65 Euro f√ľr die Rentenversicherung dazu und profitieren somit von den oben genannten Vorteilen. Es gibt aber eine Wahlfreiheit. Wenn Sie dies f√ľr sich nicht wollen oder brauchen, k√∂nnen Sie sich auf Antrag von dieser Pflicht befreien lassen und w√ľrden die 16,65 Euro sparen. Denken Sie das aber genau durch!
 
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