Thomas Brummer
Ein Beitrag von Thomas Brummer, 05.10.2016

Miete Das müssen sich Mieter nicht bieten lassen

Mieter in einer deutschen Großstadt haben es oft nicht leicht. Ständig steigen die Mieten. Doch Vermieter dürfen nicht alles.
Miete Das müssen sich Mieter nicht bieten lassen

Eine Mieterhöhung muss formal korrekt verfasst sein.

In den vergangen Jahren sind die Mieten in deutschen Ballungsräumen kräftig gestiegen. Und das wird auch so weitergehen, ist sich Immowelt-Vorstand Carsten Schlabritz sicher: "Besonders in den Ballungsgebieten wird die Wohnungsnot im preisgünstigen Segment in den kommenden Jahren weiter steigen." Das ist schlecht, wenn Sie Mieter sind, aber erfreulich, wenn Sie Vermieter sind. Einige schwarze Schafe nutzen die Entwicklung aber, um sich unverhältnismäßig auf Kosten der Mieter zu bereichern – mit zweifelhaften Methoden. In solchen Fällen ist von Entmietung die Rede.

Entmietungsversuch

Die Methoden, eine sogenannte Entmietung herbeizuführen, sind verschieden. "Das Spektrum der so verstandenen Entmietungsfälle umfasst unberechtigte Kündigungen, diverse Mahnungen oder Abmahnungen ohne sachlichen Grund, Mieterhöhungen - sowohl begründet als auch unbegründet, Ankündigungen von umfassenden Sanierungsarbeiten im Haus, die Durchführung von Baumaßnahmen im oder am Haus, Lärm, Dreck, unterbrochene Wasser- oder Stromzufuhr, Verwahrlosung des Hauses oder der Wohnung", sagt Ulrich Ropertz, Geschäftsführer und Leiter der Pressestelle des Deutschen Mieterbunds.

Die Motive sind immer gleich: Eigentümer möchten sich von ihren Altmietern trennen, die häufig vergleichsweise wenig Miete zahlen. Im Anschluss möchten sie dann die Wohnungen zu einem höheren Preis vermieten oder teuer verkaufen. So berichtet die Münchner Abendzeitung über folgende Fälle: Ein Vermieter hat den Hausbewohnern einfach das Wasser abgestellt und nach Protesten ein Dixieklo in den Hof gestellt. Ein anderer ließ in bereits leerstehenden Wohnungen des Hauses bis früh morgens Partys stattfinden, bei denen im Flur und im Treppenhaus uriniert wurde, um die restlichen Mieter zu vergraulen. Wieder andere Mieter hatten im Rahmen einer Dacherneuerung wochenlang kein Dach.

Mieter sollten sich zusammenschließen

In solchen Fällen geht es nicht mit rechten Dingen zu, aber dagegen vorzugehen, beansprucht oft die Nerven und ist langwierig, so dass viele Mieter letzten Endes aufgeben. Das macht es aber für die übrigen Parteien noch schwerer. "Mieter sollten sich im Haus zusammenschließen und von ihrem örtlichen Mieterverein beraten lassen. Vielfach haben sie gute Rechte, die sie natürlich auch kennen und dann nutzen müssen.

Wichtig ist, dass sich die Mieter nicht auseinanderdividieren lassen. Wenn in einem Zehn-Familien-Haus zwei Mietparteien sofort das Handtuch werfen und kündigen, drei andere Mietparteien einen Mietaufhebungsvertrag abschließen, weil ihnen der Vermieter die Erstattung der Umzugskosten versprochen hat, dann wird es für die verbleibenden fünf Mieter im Haus besonders schwer", so Ropertz.

Unser Tipp: Ganz egal, ob Sie Mieter oder Vermieter sind, eine Rechtsschutzversicherung, die Mietstreitigkeiten abdeckt, ist sinnvoll.

Achtung bei Formfehler

Keinen Grund zu nennen, ist die häufigste Ursache, um eine Mieterhöhung anzufechten. "Ein einfaches Schreiben nach dem Motto, bitte zahlen Sie ab nächstem Monat 100 Euro mehr, reicht nicht aus", erklärt der Mieterverein München. Vermieter müssen immer mit der ortsüblichen Vergleichsmiete argumentieren. Überdies muss das Schreiben auch formal korrekt verfasst sein. Es muss vom Eigentümer bzw. Vermieter erstellt sein und sich an alle eingetragenen Mieter richten. Dabei ist lediglich die Schriftform zulässig (BGH-Urteil vom 10. November 2010, Az. VIII ZR 300/09). Sollte eine Mieterhöhung aufgrund einer Sanierung erfolgen, so muss dieses Vorhaben entsprechend begründet werden.
 
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Thomas Brummer mein Name ist Thomas Brummer. Ich studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei der LV 1871 und der Hypovereinsbank tätig. Im Anschluss schrieb ich für das Anlegermagazin Der Aktionär.

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