Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 12.07.2017

Grunderwerbsteuer Steuersparmodell Familie bald mit mehr Spielraum?

Beim Immobilienkauf hält der Staat die Hand auf – und das nicht zu knapp. Was viele nicht wissen: Beim Verkauf innerhalb der Familie geht der Fiskus leer aus.
Grunderwerbsteuer Steuersparmodell Familie bald mit mehr Spielraum?

Möglicherweise müssen bald auch Geschwister kein Geld mehr für die Grunderwerbsteuer freischaufeln, wenn sie einander ein Grundstück verkaufen.

Wer in Deutschland ein Haus oder eine Wohnung kauft, der muss Grunderwerbsteuer zahlen. Brandenburg, Schleswig-Holstein, das Saarland und Nordrhein-Westfalen erheben mit 6,5 Prozent den höchsten Steuersatz. Das bedeutet: Für eine Immobilie zu 450.000 Euro berechnet der Fiskus in diesen Bundesländern 29.250 Euro Grunderwerbsteuer. Zum Vergleich: In Bayern und Sachsen fallen nur 3,5 Prozent Steuern an.

Keine Grunderwerbsteuer für Familien

Eine Ausnahme beim Übertrag von Immobilienvermögen bilden Familien. Wird zwischen Personen, die in gerader Linie miteinander verwandt sind, ein Objekt veräußert, fällt keine Grunderwerbsteuer an. Dies trifft beispielsweise beim Verkauf von Eltern an die Kinder zu oder auch von Großeltern an die Enkelkinder. Das Gleiche gilt beim Nachlass. „Beim Erwerb eines zum Nachlass gehörenden Grundstücks, beispielsweise durch eine Erbengemeinschaft, fällt laut Gesetz ebenfalls keine Grunderwerbsteuer an“, darauf weist der Verband Wohneigentum NRW e.V. hin. Das gelte auch, wenn ein Haus oder eine Wohnung an den Ehe- oder Lebenspartner veräußert wird.

Selbst nach einer Trennung oder Scheidung bleibe der Immobilienerwerb durch den früheren Ehepartner im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung von der Grunderwerbsteuer befreit. Das Gleiche gilt bei einem Grundstückserwerb im Falle des Todes eines Angehörigen oder bei einer Schenkung einer Immobilie unter Lebenden im Sinne des Erbschaftssteuer- und Schenkungsgesetzes. Nach Angaben der Immobilienexperten trifft dies selbst dann zu, wenn aufgrund der persönlichen Freibeträge keine Erbschafts- oder Schenkungssteuer anfällt.

Ausnahmen zwischen Geschwistern

Doch es gibt Ausnahmen. Stephan Dingler, Rechtsberater beim Verband Wohneigentum NRW, betont, dass beim Verkauf unter Geschwistern die Steuerbefreiung nicht greift. Grund: Diese sind laut BGB nicht in gerader Linie miteinander verwandt. „Bei Geschwistern handelt es sich um eine sogenannte Seitenlinie innerhalb des eigenen Familienstammbaums.“ Dieser Umstand habe in der Vergangenheit immer wieder für Verwirrung gesorgt, sagt der Jurist.

Bundesfinanzhof untersucht Steuerbefreiung

Doch hier könnte es schon bald eine Änderung geben. Aktuell beschäftigt sich nämlich der Bundesfinanzhof mit der Frage, ob künftig nicht auch Geschwister beim Immobilienverkauf untereinander von der Grunderwerbsteuer befreit werden können (AZ. II R 49/14). Im aktuellen Streitfall pocht der Kläger darauf, dass er für den Erwerb eines Miteigentumsanteils an einem gemeinsamen Geschwister-Grundstück keine Steuern zu zahlen braucht. Seine Begründung: Innerhalb des Familienverbundes dürfe die Seitenlinie finanziell nicht benachteiligt werden. Nach Ansicht Dinglers stehen die Chancen für den Kläger gut. Entscheidet sich der BFH für eine Befreiung von der Grunderwerbsteuer, so hätte dies weitreichende Folgen für künftige Immobiliengeschäfte innerhalb von Geschwistern.

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