Rolf Winkel
Ein Beitrag von Rolf Winkel, 14.11.2014

Job und Bafög 450-Euro-Grenze gilt nicht bei Ausbildungsförderung

Job und Bafög? Wer Bafög bezieht, sollte aufpassen. Denn regelmäßig mehr als 407 Euro pro Monat zu verdienen, lohnt sich für die meisten Studenten nicht.
Job und Bafög 450-Euro-Grenze gilt nicht bei Ausbildungsförderung

Bafög und Job - für Studenten gelten andere Verdienstgrenzen

Die staatliche Ausbildungsförderung ist seit 2010 nicht mehr erhöht worden. Mehr denn je sind Studenten daher auf einen Zuverdienst angewiesen. Der ist auch für Bafög-Empfänger erlaubt, allerdings nur in engen Grenzen.

Einkommensanrechnung: Minijobber dürfen zwar seit Anfang 2013 steuer- und sozialversicherungsfrei monatlich bis zu 450 Euro verdienen (statt vorher 400 Euro). Die Hinzuverdienst-Regeln bei der staatlichen Ausbildungsförderung wurden jedoch nicht angepasst.

Minijob - Studenten dürfen nur 407 Euro hinzuverdienen

Das bedeutet für Studenten: In einem dauerhaften Nebenjob dürfen Studenten nach wie vor monatlich nur 407 Euro hinzuverdienen, ansonsten wird der Hinzuverdienst auf das Bafög angerechnet.

Jahreseinkommen entscheidend: Für Bafög-Bezieher kommt es allerdings nicht auf die Einkünfte im Monat an. Entscheidend ist vielmehr, was sie innerhalb eines Bewilligungszeitraums verdienen. Bafög wird in der Regel für zwölf Monate bewilligt – meist von Oktober bis zum September des nächsten Jahres.

In dieser Zeit dürfen die Studenten – ohne Nachteile – im Standardfall brutto maximal genau 4.888 Euro verdienen. Im Schnitt sind das 407 Euro brutto pro Monat. Es spielt keine Rolle, ob die 4.888 Euro in nur zwei oder zwölf Monaten erzielt werden.

So mindern zu hohe Einkünfte das Bafög

Ein Beispiel: Ein Student hat im jährlichen Bewilligungszeitraum 6.000 Euro verdient. Seine Einkünfte waren damit zu hoch. Das Bafög-Amt rechnet dann so: Von den 6.000 Euro gehen 1.000 Euro als Werbungskostenfreibetrag ab. Es bleiben 5.000 Euro.

Davon wird nochmals eine Sozialversicherungspauschale von 21,3 Prozent abgezogen. Es bleiben 3.935 Euro. Auf zwölf Monate verteilt sind dies 328 Euro pro Monat. Der (Netto-) Freibetrag für eigenes Einkommen beträgt 255 Euro. Das durchschnittliche Monatseinkommen übersteigt diesen Freibetrag um 73 Euro. Um 73 Euro vermindert sich deshalb das monatliche Bafög.
Höhere Freibeträge: Sind Studenten verheiratet oder haben sie Kinder, so erhöhen sich die Freibeträge für ihre Einkünfte noch deutlich. Zudem gibt es eine Härtefallregelung. Diese greift, wenn ein höheres Einkommen zur Deckung besonderer Kosten der Ausbildung erforderlich ist – etwa für Schulgeld an privaten Einrichtungen.

Steuerfreie Extras: Wenn die Ämter prüfen, ob die Einkünfte innerhalb der Grenzen des Erlaubten liegen, schauen sie nur auf die steuer- und sozialversicherungspflichtigen Arbeitseinkommen. Steuerfreie "Extras", die der Arbeitgeber zusätzlich zum normalen Lohn gewährt, werden dabei nicht berücksichtigt.
Auf was Studenten achten sollten, wenn Sie Geld hinzuverdienen und Bafög erhalten:

Tipp 1:
Bevor Studenten einen Nebenjob aufnehmen, sollten sie sich vom zuständigen Bafög-Amt ausrechnen lassen, welches Einkommen anrechnungsfrei ist.

Tipp 2: Wenn Studenten mehr verdienen können, als die engen Grenzen des Bafög erlauben, lohnt es sich, den Arbeitgeber nach steuerfreien Extras zu fragen. Möglich sind dabei etwa Waren- oder Benzingutscheine im Wert von 44 Euro im Monat.

Tipp 3: Wenn Bafög beantragt wird, fragen die Ämter nach den voraussichtlichen Einkünften im Bewilligungszeitraum. Es lohnt sich nicht, diese "zu niedrig" anzusetzen. Wer zuviel verdient hat, muss dann halt später Bafög zurückzahlen.

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Rolf Winkel mein Name ist Rolf Winkel. Ich bin Ihr Spezialist für alles, was mit Sozialversicherungen, insbesondere mit der Rente zu tun hat. Ich bin gelernter Sozialwissenschaftler und schreibe seit mehr als 30 Jahren Sozialratgeber.

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