Von Michael Schreiber, 27.10.2017

Geldanlage Fonds werden künftig anders besteuert

Ab 2018 gelten neue Steuerregeln für Fonds. Das bringt Vor- und Nachteile für Anleger mit sich. Das Nachsehen haben Kleinsparer.
Geldanlage Fonds werden künftig anders besteuert

Auch bei der Geldanlage in Fonds möchte der Fiskus ein Stück vom Kuchen haben. Wie er zugreift, ändert sich mit den neuen Steuerregeln 2018.

Bei den Neuerungen ändert sich nicht einfach die Höhe eines Steuersatzes, sondern das Prinzip der Besteuerung wird ein anderes sein. Künftig sollen inländische Fonds 15 Prozent Körperschaftsteuer auf deutsche Dividenden, deutsche Mieterträge und Gewinne aus dem Verkauf deutscher Immobilien zahlen. Bislang bleiben diese Erträge im Fonds selbst steuerfrei. Erst der Anleger muss darauf Abgeltungsteuer zahlen. Als Ausgleich für die neue Besteuerung auf Fondsebene werden für den Anleger Ausschüttungen und Verkaufsgewinne zum Teil von der Abgeltungsteuer befreit.

Zu bis zu 80 Prozent von Abgeltungsteuer befreit

Für Privatanleger in Aktienfonds sind zum Beispiel 30 Prozent steuerfrei, in Mischfonds 15 Prozent und in offenen Immobilienfonds 60 Prozent oder 80 Prozent, wenn der Investitionsschwerpunkt im Ausland liegt. Andere Erträge wie Verkaufsgewinne aus Wertpapieren, ausländische Dividenden oder Immobilienerträge, Gewinne aus Termingeschäften und Zinserträge bleiben wie bisher auf Fondsebene steuerfrei und werden erst beim Anleger versteuert. Rentenfonds sind deshalb von der Reform nicht betroffen. Auch zertifizierte Altersvorsorgeverträge wie Riester- und Rürup-Fondssparpläne bleiben weiterhin in der Ansparphase komplett steuerbefreit. Das Finanzamt hält erst später in der Auszahlungsphase die Hand auf.

Erleichterung bei ausländischen thesaurierenden Fonds

Haben Sie ausländische thesaurierende Fonds im Depot, wird die Steuererklärung für Sie künftig leichter. Thesaurierende Fonds sind Fonds, die wenig oder gar nichts ausschütten und die erzielten Erträge im Fondsvermögen ansammeln. Für solche Fonds ermittelt die depotführende Stelle künftig zum Jahresende die sogenannte Vorabpauschale, auf die Anleger Abgeltungssteuer zahlen müssen. Fällige Steuern werden dann vom Kundenkonto des Anlegers abgebucht. Beim Verkauf der Fondsanteile verrechnen die depotführenden Stellen automatisch die bereits besteuerten Vorabpauschalen mit dem Verkaufsgewinn, damit der Anleger nichts doppelt versteuert.
Aktiendepot Vergleich

Kein Steuervorteil mehr für alte Fonds

Fondsanteile, die vor dem 1. Januar 2009 erworben wurden, dürfen nur noch bis zum 31. Dezember 2017 steuerfrei verkauft oder an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden. Kursgewinne, die ab 1.Januar 2018 auf diese alten Anteile neu entstehen, bleiben künftig nur noch bis zu einem Freibetrag von 100.000 Euro pro Anleger steuerfrei. Darüber hinaus verlangt das Finanzamt dann Abgeltungsteuer.

Kleinsparer haben das Nachsehen

Die neuen Steuerregeln sind nicht für alle Steuerzahler vorteilhaft. Kleinsparer, die den eigenen Sparerpauschbetrag nicht ausschöpfen, haben von den Teilfreistellungen keinen Vorteil, müssen aber geringere Ausschüttungen ihres Fonds hinnehmen. Das gilt auch für Steuerzahler, die mit Hilfe einer Nichtveranlagungsbescheinigung steuerfreie Kapitalerträge erzielen.

Nachteile erleiden definitiv auch Sparer mit fondsgebundenen oder klassischen Lebens- oder Rentenversicherungen oder Fondsanlagen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung. Bei diesen steuerprivilegierten Geldanlagen läuft die Teilfreistellung der Fondserträge ins Leere, die geringeren Ausschüttungen der Fonds aufgrund der Steuervorbelastung von 15 Prozent schmälern aber die Ertragsaussichten dieser Produkte.

Fonds nicht vorschnell verkaufen

Zunächst gilt es, Ruhe zu bewahren. Ein vorschneller Verkauf älterer Fondsanteile nur wegen der Steuer ist nicht nötig. Die neue Steuerpflicht für vor 2009 erworbene Fondsanteile greift nur bei größeren Vermögen, denn Kleinanleger können einen Pro-Kopf-Freibetrag von 100.000 Euro für ab 2018 anfallende Kursgewinne beanspruchen.

Tipp:
Den Freibetrag kann man vervielfachen, indem man vor Jahresende Fondsanteile auf Depots naher Angehöriger überträgt.

Fonds überprüfen

Unabhängig von den geänderten Steuerspielregeln für Investmentfonds kann es sich aber lohnen, mal seine Geldanlagen zu durchforsten und schlecht laufende oder teure Fonds abzustoßen und in günstigere oder besser bewertete Produkte umzuschichten. Denn eine gute Geldanlage rechnet sich unabhängig von der Besteuerung.
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